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AKADEMIE
14.01.2021

Mein TSG-Moment (27): Florian Beil und das Weltmeister-Duell

Der Fußball steckt voller Emotionen, vor allem, wenn der eigene Verein beteiligt ist. In unserer Serie „Mein TSG-Moment“ blicken aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, Trainer und Spieler der Akademie auf ihre ganz besonderen Momente mit der TSG zurück – ob als aktiv Beteiligte oder als Zuschauer. Heute: Florian Beil, Teammanager der U19 und U17, der als Akademie-Spieler vor 1.900 Zuschauern das erste A-Jugend-Duell mit den Bayern in Hoffenheim erleben durfte.

»Ich war von 2005 bis 2009 in der Akademie. In meiner ersten Saison als U17-Spieler wurde ich gegen Ende der Runde in die U19 hochgezogen und habe mein A-Jugend-Bundesliga-Debüt am 2. April 2006 im Dietmar-Hopp-Stadion gefeiert – ausgerechnet gegen den FC Bayern München und dann auch noch vor 1.900 Zuschauern. Zwar haben wir das Spiel 0:1 verloren, aber dieses Erlebnis war dennoch mein TSG-Moment.

Ungefähr neun Monate zuvor war ich vom 1.FC Magdeburg nach Hoffenheim gekommen. Für die B-Junioren gab es damals noch keine Bundesliga, also spielte ich zunächst für die U17 in der Regionalliga. Das eine oder andere Tor ist mir dort gelungen und da die U19-Stürmer in jener Saison ein bisschen Probleme mit dem Toreschießen hatten, bekam ich vom A-Jugend-Trainer Uwe Wolf gegen Ende der Saison die Chance, mich bei den Älteren zu beweisen. Für mich war allein das schon etwas ganz Besonderes. Ich war ziemlich stolz und habe natürlich alles gegeben, um nicht zu enttäuschen.

Eine Woche vor dem Bayern-Spiel war ich hochgezogen worden und der große Name des nächsten Gegners beflügelte mich noch mehr. Die Anspannung und Vorfreude auf dieses Spiel habe ich als riesengroß in Erinnerung und ich konnte kaum abwarten, dass es endlich Sonntag wurde. Als es dann soweit war, ging es nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Mannschaft hoch zum Dietmar-Hopp-Stadion, das damals nur aus der Haupttribüne und ansonsten aus Stehrängen bestand.

Die Euphorie war in Hoffenheim damals riesig. Die Profis haben zwar noch in der Regionalliga gespielt, aber der U19 war in der Vorsaison der Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga gelungen und so hatte es bereits Duelle gegen den Nachwuchs einiger großer Vereine gegeben. Nun kamen also die Bayern.

Ich hatte in der Trainingswoche richtig Gas gegeben und hoffte, dass der Trainer mich dafür belohnen würde und ich vielleicht ein paar Minuten zum Einsatz kommen könnte. Als ich dann erfahren habe, dass ich sogar gleich von Anfang an spielen durfte, war die Nervosität groß – aber genauso natürlich die Freude. Wie geil war das denn? Gleich mein erstes Junioren-Bundesliga-Spiel würde gegen die Bayern sein, die mit späteren Profis wie Thomas Kraft, Mats Hummels und Sandro Wagner angereist waren. Und dann spielte ich sogar von Anfang an vor so vielen Zuschauern. Fast 2.000 waren ins Dietmar-Hopp-Stadion gekommen, wodurch die Haupttribüne nahezu voll und auch die Stehränge rundherum gut besetzt waren.

Nachdem ich von meiner Startelfberufung erfahren hatte, ging bei mir gleich das Kopfkino los: Was wäre, wenn wir gewinnen und ich auch noch das entscheidende Tor machen würde? Allzu viel Zeit zum Träumen hatte ich jedoch nicht, da ging das Spiel schon los und wir wurden gleich durch ein frühes Gegentor von Sandro Wagner auf den Boden der Tatsachen geholt.

Als Stürmer hatte ich es mit Mats Hummels und Sebastian Langkamp, der später für den KSC, Augsburg, Hertha und Werder auch fast 200 Mal in der Bundesliga gespielt hat, zu tun. Die ganze Spielzeit über habe ich mir mit Hummels und Langkamp einen großen Fight voller Leidenschaft geliefert. Leider hat es am Ende nicht zu einem Punkt oder mehr gereicht. Wenn man allerdings die weiteren Karrieren des einen oder anderen Gegenspielers von damals sieht, müssen wir uns ganz bestimmt nicht schämen. Bei uns stand damals immerhin Thorsten Kirschbaum im Tor, der es auch in die Bundesliga geschafft hat. Mit Steffen Haas und Nico Hammann waren außerdem zwei weitere Jungs dabei, die später Zweite Liga gespielt haben.

Nach dem Spiel war die Enttäuschung zwar da, aber aufgrund des aufopferungsvollen Kampfes bekamen wir von den Zuschauern dennoch viel Applaus und Anerkennung für die gute Leistung. Ich bin trotz der Niederlage im Nachhinein stolz, Teil dieser TSG-Geschichte – der ersten Saison in der Junioren-Bundesliga – zu sein und dieses Spiel vor fast 2.000 Zuschauern auf dem Platz erlebt zu haben.

Wir haben das erste Jahr in der A-Jugend-Bundesliga am Ende auf dem neunten Tabellenplatz abgeschlossen und damit das Ziel Klassenerhalt erreicht. Die Bayern wurden aufgrund des schlechteren Torverhältnissen gegenüber dem SC Freiburg Zweiter, zogen aber dennoch ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ein, in dem sie sich gegen Freiburg durchsetzten. Im Endspiel unterlagen sie dann Schalke mit 1:2, sodass ich für immer sagen kann, dass ich mein Junioren-Bundesliga-Debüt gegen den kommenden deutschen Vize-Meister gegeben - und vor allem, dass ich mir 90 packende Minuten mit einem späteren Weltmeister geliefert habe.«

 

DIE BISHERIGEN TSG-MOMENTE

1 | Noelle Schweizer und der perfekte Tag

2 | René Ottinger und dieses 4:2

3 | Gabriel Meister und die weiße Weste

4 | Melanie Fink und ihre KPT-Premiere

5 | Torsten Berger und das Döner-Tor

6 | Claudio Lanzillotta und der Liverpool-Trip

7 | Harald Steidel und die Reise nach Braga

8 | Martin Schenk und der Balljungenwirbel

9 | Kai Herdling und das erste Bundesliga-Tor

10 | Dominik Drobisch und das Happy End

11 | Savaş Erinç und der erste Aufschlag

12 | Marco Terrazzino und das Gänsehaut-Tor

13 | Matthias Born und der Sixpack in Berlin

14 | Kai Rosar und das 6:0 bei den Bayern

15 | Kai Kraft und der letzte Arbeitstag

16 | Robin Szarka und das Dortmund-Spiel

17 | Emin Birinci und das Unterzahl-Spektakel

18 | David Otto und das Erweckungserlebnis

19 | Thorsten Stoll und das alte Klubhaus

20 | Wolfgang Heller und sein ewiger Co-Trainer

21 | Bob Schoos und Geigers Premiere

22 | Markus Althof und der Aushilfsjob

23 | Paul Tolasz und die Dolmetscher-Aufgabe

24 | Marcel Rapp und der Schachmatt-Zug

25 | Sina Schiele und Philipps Zeugnisübergabe

26 | Dieter Neuberger und das Bayern-Finale

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