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SPIELFELD
08.08.2016

Kevin Vogt - Swag, Religion & große Ziele

TSG-Neuzugang Kevin Vogt ist ein Mensch mit vielen Facetten. Der vom 1. FC Köln in den Kraichgau gewechselte Mittelfeldspieler interessiert sich für modische Klamotten, hat die Religion für sich entdeckt und verbrachte einen erlebnisreichen Sommerurlaub.

In der Sommerpause gönnte sich Kevin Vogt mit seinem Kumpel Elyas M‘Barek einen besonderen Auftritt. Der neue Profi der TSG war mit dem Schauspieler, Leonardo Bittencourt vom 1. FC Köln und ein paar anderen Jungs im Urlaub auf Ibiza und nahm für M’Barek bereitwillig die Nebenrolle ein. In trendigen Klamotten posierten Vogt, M‘Barek und Bittencourt vor einem Geländewagen, inszenierten sich in cooler Pose für ein Foto, das der "Fack-Ju-Göthe"-Star dann auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte: "Alle Voraussetzungen für den maximalen Fußballswag erfüllt. Rote Sneaker haben wir auch an, ich schwöre", betextete er den selbstironischen Eintrag. Das Wort Swag stammt von dem englischen Verb "to swagger" ab (zu deutsch: prahlen, angeben) und steht für einen lässigen Stil, wird aber auch oft ironisch verwendet.

Der Beitrag des Trios, der die teilweise abgefahrenen Outfits der Fußballstars aufs Korn nahm, erreichte sein Ziel: Die momentan schwer gehypte Facebook-Seite "Fußballer, die den Swag aufdrehen" veröffentlichte das Foto. M‘Barek war glücklich, immerhin hatte er es als Nicht-Fußballer in diese Rubrik geschafft. Und auch Vogt hatte seinen Spaß. "Wir wollten alle unbedingt auf die Seite, weil die Fotos dort auch immer extrem lustig betextet werden. Darum haben wir dieses wilde Bild gemacht. Als es dann wirklich auf der Seite gelandet ist, haben wir spontan eine kleine Hausparty gefeiert."

Der Kontakt zu M‘Barek entstand durch den Kölner Teambetreuer Max Vollmar, der früher als Schauspieler arbeitete und mit M‘Barek den Film "Die Welle" drehte. Der Trip nach Ibiza war lange geplant und bot Vogt neben einigen schrägen Momenten interessante Abende. "Wir waren insgesamt zehn Jungs, aber nur zwei Fußballer. Es tat gut, mal über andere Dinge zu sprechen und vom Fußball völlig abzuschalten."

Als Jugendlicher in Yad Vashem

Der Ausflug ins Swag-Universum fiel Vogt aber nicht sonderlich schwer, der 24-Jährige hat nach eigenen Angaben "eine Schwäche für Mode", sein Lieblings-Accessoire ist ein schwarzer Hut. Dass im Hoffenheimer Kader bislang Steven Zuber als "Mann mit dem Hut" galt, sieht Vogt unproblematisch. "In Köln wurde ich immer mit dem Hut in Verbindung gebracht, ich trage ihn gern und fühle mich wohl damit. Hoffentlich ist es für Steven okay, dass hier nun ein zweiter Hut rumläuft, ansonsten müssen wir mal darüber sprechen, aber das klären wir schon", sagt er augenzwinkernd.

Das Faible fürs Outfit ist eine Seite. Über eine ganz andere, tiefere, spricht der Mittelfeldspieler genauso offen: Vogt hat ein tiefgründiges Interesse, das bei Menschen seines Alters eher gering ausgeprägt ist: Er ist sehr religiös. Seinen linken Arm zieren mehrere Tattoos mit kirchlichem Bezug, auf dem Unterarm prangt der Slogan "Only God Can Judge Me" – nur Gott kann über mich richten. Der gebürtige Bochumer stammt aber keineswegs aus einem streng gläubigen Elternhaus; sein religiöses Interesse entdeckte er bei zwei Reisen im Teenager-Alter nach Israel.

"Ich habe die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besucht und mich mit der Thematik auseinandergesetzt. Deutsche sind für das Grauen verantwortlich gewesen, das beschäftigt einen schon." Vogt wendet sich der evangelischen Religion zu und hat das Interesse vertieft. "Es ist völlig okay, wenn es andere nicht interessiert, aber ich gehe gern in die Kirche. Für mich ist es zudem ein guter Ausgleich zum Profi-Sport."

"Er hat mich beeindruckt"

Der Fußball ist seit dem Trainingsauftakt am 3. Juli wieder Lebensmittelpunkt des 1,94 Meter langen "Sechsers". Trotz der kräftezehrenden Vorbereitung genießt Vogt jede Einheit bei seinem neuen Klub, für den er den 1. FC Köln nach zwei Jahren verließ. Die Umstellungen in der täglichen Arbeit sind groß: "Ich versuche, die neuen Abläufe so schnell wie möglich zu verinnerlichen und umzusetzen. Darum ist es wichtig, in jeder Einheit ausgeruht, wach und schnell im Kopf zu sein, ansonsten werden die Übungen sehr komplex. Das Training ist sehr anspruchsvoll. Das gefällt mir und bringt mich und die Mannschaft weiter."

Die neue Nummer 22 der TSG wusste, was ihn in Hoffenheim erwartet. Die Gespräche mit Trainer Julian Nagelsmann waren ausschlaggebend für den Wechsel. "Er hat mich wirklich beeindruckt und die Leistungen der TSG unter ihm ebenfalls. Er ist sehr zielstrebig und fokussiert, das hat Lust auf die neue Herausforderung geweckt."

Zwar hat Vogt auch schon Innen- und Rechtsverteidiger gespielt, seine Lieblingsposition ist aber die des defensiven, zentralen Mittelfeldspielers. Konkurrenz gibt es dort im Kader der TSG reichlich, Vogt stachelt der interne Wettbewerb aber an. "Das Niveau im Kader ist sehr hoch. Mir war klar, dass das eine Mannschaft mit richtig guten Kickern ist. Aber das Niveau wird durch Konkurrenz immer erhöht, ich fürchte mich nicht davor. Ich denke, dass jeder Einzelne davon profitiert und Konkurrenz uns erfolgreicher macht." Ob sich seine Ziele mit der TSG erfüllen, will er ohne Druck abwarten. "Ich versuche mich immer zu verbessern und meine, dass ich noch Luft nach oben habe. Ich arbeite hart und bin hier bei meinem Lernprozess in guten Händen, aber was am Ende dabei herauskommt, das weiß nur Gott."

Zum Spielerprofil von Kevin Vogt >>

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