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07.10.2015

Pirmin Schwegler: "Sechs Punkte sind nicht genug"

Der Kapitän bezieht Stellung. achtzehn99.de hat die Bundesliga-Pause genutzt und mit Pirmin Schwegler über den Saisonstart, späte Gegentore, Kritik und den Blick nach vorne gesprochen.

Hallo, Pirmin. Hast du das Ende des VfB-Spiels inzwischen verdaut?

Pirmin Schwegler: Nicht vollständig. So eine Begegnung hängt mir und auch den anderen Spielern immer länger in den Knochen. Das späte Gegentor hat wehgetan und es ist schwer zu verarbeiten. Es war ja nicht das erste Mal im Saisonverlauf, dass uns das passiert. Das nagt immer wieder an uns Spielern. Gerade in dieser Pause - wenn nicht gleich das nächste Bundesliga-Spiel ansteht - nimmt man das länger mit. Nach solchen Erlebnissen ist es besser, gleich den nächsten Gegner vor der Brust zu haben.

Hast du eine Erklärung für die späten Gegentore?

Schwegler: Es fällt schwer, einen Grund zu finden. Da kommen viele Kleinigkeiten zusammen. Wir sind aktuell als Mannschaft mit vielen neuen Spielern noch nicht über 90 Minuten so stabil wie wir uns das vorstellen. Wir wussten von Anfang an, dass wir Zeit brauchen, um zusammenzuwachsen. Nichtsdestotrotz hätten wir alle gerne mehr Punkte auf dem Konto - dass wurde auch diesen Integrations-Prozess einfacher machen. Wir haben nach diesem personellen Umbruch einen langen, harten Weg vor uns. Aber es hilft nicht zu lamentieren - wir müssen und werden dranbleiben. Wir suchen alle gemeinsam eine Lösung.

Warum schafft ihr es nicht, Führungen über die Zeit zu bringen, diese auszubauen? Sie sollten in einem Spiel doch Selbstvertrauen geben ...

Schwegler: Zum einen waren da die Spiele gegen Bayern und Dortmund dabei. Diese Teams sind so gut, dass eine 1:0-Führung nicht den ganz großen Wert hat. Dennoch waren wir in beiden Spielen gut drin und haben auch gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Aktuell fällt es uns leichter, gegen Mannschaften zu spielen, die stärker einzuschätzen sind als wir. Grundsätzlich haben wir einfach nicht konsequent genug in Richtung zweites Tor gespielt. In Augsburg hat das gut funktioniert - da war das 3:1 die Entscheidung. Wenn du mal mit zwei Toren vorne bist, ist das sehr viel wert. Das wäre auch gegen den VfB möglich gewesen. Wir hätten sowohl das 2:0 als auch später das 3:1 machen können. Dann wäre die Partie einfacher geworden. So wird es irgendwann zur Kopfsache. Man versucht nur noch das Gegentor zu vermeiden und den Sieg über die Zeit zu bringen. Dann bekommt man oft die Quittung dafür. Das ist eine Sache, die wir in Zukunft deutlich besser machen müssen.

Deshalb gab es zuletzt Kritik - von Fans und Medien. Wie nah lässt du das an dich heran und wie gehst du damit um?

Schwegler: Dass es aktuell Kritik gibt, ist völlig nachvollziehbar. Ich bekomme das natürlich mit, bin aber selbst mein größter Kritiker. Ich hinterfrage mich ständig und weiß, dass ich persönlich einen Schritt nach vorne machen muss, um noch mehr Stabilität in die Mannschaft zu bringen.

Wie sieht deine Rolle als Kapitän in einer derartigen Phase aus. Sprichst du mehr mit Mitspielern und Trainern als sonst?

Schwegler: Es gibt bei uns zurzeit sicherlich das eine oder andere Gespräch mehr und ich versuche in der Kabine mit meiner Erfahrung zu helfen. Das ist in dieser Situation nicht so einfach, weil jeder auch mit sich selbst zu kämpfen hat. Wir sind alle unzufrieden. Und gerade deshalb ist es wichtig, gemeinsam einen Weg zu finden, anzupacken und positiv zu sein. Wir sind auf der Suche nach dem passenden Schlüssel.

Wie schwer ist es, in dieser Bundesliga-Pause an bestimmten Dingen zu arbeiten? Immerhin ist die Hälfte des Kaders auf Länderspielreise.

Schwegler: Es ist fast unmöglich, an taktischen Verhaltensweisen zu arbeiten, die uns in den vergangenen Spielen aufgefallen sind - zu viele Spieler sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Die vergangenen Wochen waren auch mental sehr anstrengend. Deshalb schadet uns die Pause nicht - wir können mal durchatmen, Kräfte bündeln und wieder von Neuem angreifen.

Dennoch - aus den vergangenen drei Partien hat das Team fünf Punkte geholt. Überwiegt dann nicht doch ein positives Gefühl?

Schwegler: Natürlich ist die Ausbeute aus diesen drei Spielen okay - aber es war eben auch noch mehr drin. Insgesamt stehen wir mit sechs Punkten nach acht Spielen da - das ist einfach nicht genug. Deshalb ist die Unzufriedenheit größer als das positive Gefühl, drei Mal nacheinander gepunktet zu haben.

Nach der Pause geht es nach Wolfsburg. Die "Wölfe" haben seit drei Spieltagen nicht mehr gewonnen. Hast du schon mal an die Partie gedacht?

Schwegler: Klar habe ich mich schon damit beschäftigt. Wolfsburg ist, auch wenn die letzten Ergebnisse das nicht so zeigen, eine Top-Mannschaft. Dort zu bestehen wird extrem schwer. Wir wollen aber wieder ungeschlagen bleiben - das gäbe uns dann schon ein deutlich besseres Gefühl. Im Anschluss daran wollen wir gegen den HSV den ersten Heimsieg - das ist extrem wichtig: für uns und für die TSG-Fans.

Zum Spielerprofil von Pirmin Schwegler >>

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