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25.05.2015

Schade! U19 verpasst die Titelverteidigung

Es hat nicht ganz gereicht für die U19. Im Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft unterlagen die Hoffenheimer dem FC Schalke 04 mit 1:3 (1:1). Nach einer starken ersten halben Stunde der TSG kamen die Gastgeber aus Gelsenkirchen immer besser ins Spiel und siegten am Ende nicht unverdient.

Die Bühne war bereitet im mit 12.500 Zuschauern bestens besuchten Wattenscheider Lohrheidestadion: Eine offizielle Choreografie des DFB, das Abspielen der Nationalhymne und vor allem die voll besetzte Schalker Kurve sowie die mehr als 400 TSG-Fans sorgten für prickelnde Endspielatmosphäre. 

TSG-Trainer Julian Nagelsmann vertraute zu einem großen Teil auf die Startformation aus dem erfolgreichen Halbfinal-Rückspiel gegen RB Leipzig. Lediglich Verteidiger Lukas Hoffmann rückte aus der ersten Elf. Für ihn begann Alexander Rossipal in der Abwehrkette. Beim FC Schalke 04 stürmte Felix Schröter von Beginn an. Vor einem Jahr war der 19-Jährige bei den Halbfinalduellen zwischen der TSG und den Schalkern noch im Hoffenheimer Trikot aufgelaufen. Als Joker auf der Bank saß mit Leroy Sané auch ein Spieler, der für das Schalker Profiteam schon in der Bundesliga und der Champions League auf sich aufmerksam gemacht hatte. 

Bereits nach einer Minute musste die TSG das erste Mal durchatmen, als Daniel Koseler frei aus 16 Metern zum Abschluss kam und das Tor von TSG-Keeper Dominik Draband nur knapp verfehlte. Quasi im Gegenzug eilte Philipp Ochs der Schalker Abwehr davon und bediente Adrian Beck, doch der Pass geriet einen Tick zu lang.

Insgesamt war beiden Mannschaften in den ersten Minuten die Nervosität noch anzumerken. Die war ab der fünften Minute jedoch plötzlich auf Hoffenheimer Seite wie weggeblasen, denn da ging die TSG in Führung. Joshua Mees erhielt den Ball an der Sechzehner-Linie und zog mit starker enger Ballführung an Gegenspieler und Torwart vorbei – 1:0. Jubeltraube auf dem Platz, Luftsprünge vor der Hoffenheimer Bank – die TSG hatte vorgelegt.

Sané bringt Schalke zurück ins Spiel

Schalke schien geschockt. Offensiv kam von den Jungs aus der Knappenschmiede nun kaum noch etwas, was auch an dem konsequenten Pressing der TSG lag. Auch am Ball wirkte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann nun richtig sicher und selbstbewusst. „In den ersten 35 Minuten hat man gesehen, was wir in Hoffenheim für einen Fußball spielen wollen", sagte Nagelsmann.

Schalke-Trainer Norbert Elgert musste handeln und schickte unter dem Jubel der S04-Fans schon nach 30 Minuten Sané zum Warmmachen. Für die Schalker Offensive anscheinend das Signal, mal wieder mehr nach vorne zu machen. So setzte sich Felix Platte kurz danach stark auf der rechten Seite durch und kam aus sieben Metern zum Abschluss. Draband bewies jedoch wie schon im Halbfinale seine ganze Klasse. Nur eine Minute später wäre aber wohl auch er machtlos gewesen, als erneut Platte frei zum Abschluss kam – diesmal aus zentraler Position und nur Zentimeter am Pfosten vorbei.

Schon nach 35 Minuten wurde dann Sané eingewechselt, und nur vier Minuten später blitzte dessen Torgefahr das erste Mal auf, als er über die linke Seite antrat und im Rückraum Christian Sivodedov bediente. Schalke hatte nun Oberwasser, und in der Schlussminute der ersten Halbzeit passierte es dann doch: Ein langer Ball aus der Schalker Hälfte landete 18 Meter vor dem Tor der TSG. Draband kam aus seinem Kasten und wollte per Kopf klären, doch der Ex-Hoffenheimer Schröter war vor ihm am Ball und die Kugel kullerte zum Ausgleich über die Linie – aufgrund der Schalker Leistungssteigerung in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs nicht unverdient. 

Kalte Dusche mitten in Hoffenheimer Drangphase

Zur zweiten Halbzeit brachte auch Nagelsmann einen frischen Stürmer: Für Adrian Beck kam der Ex-Schalker Esad Morina in die Partie. In der 52. Minute hatte Mees dann die Riesenchance zum 2:1, als er perfekt von Erdal Öztürk bedient wurde und nur am gut reagierenden Schalker Torwart scheiterte. Die TSG war nun wieder deutlich besser in der Partie. Angriff um Angriff rollte auf das Schalker Tor und immer wieder zwangen die Kraichgauer die Defensive der Gastgeber zu Fehlpässen.

Doch in der 57. Minute dann die kalte Dusche: Eine Ecke von links landete punktgenau auf dem Kopf von S04-Kapitän Thilo Kehrer, der den Ball zu Schröter weiterleitete. Der ehemalige Hoffenheimer ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zur Schalker Führung. Bitter für die TSG, die gerade dabei war, dem Spiel wieder ihren Stempel aufzudrücken. 

In der Folge bemühte sich die TSG, wieder gefährlicher vor das Schalker Tor zu kommen. „Ich habe versucht, noch mal einen Notfallplan zu entwerfen, aber wir haben dann keine Torgefahr mehr entwickelt“, sagte Nagelsmann. Stattdessen erhöhten die Schalker in der 73. Minute durch einen 15-Meter-Schuss von Sivodedov auf 3:1, und die Schalker Kurve explodierte. Getragen von ihren Fans ackerte die Elgert-Elf nun um jeden Quadratmeter. Die TSG schien beeindruckt vom ungewohnten Zwei-Tore-Rückstand. Doch den Willen konnte man den Jungs aus dem Kraichgau nicht absprechen. Am Ergebnis änderte das allerdings nichts mehr. Der neue Deutsche Meister heißt Schalke 04, für die TSG bleibt nach einer Saison der Rekorde die Vize-Meisterschaft. 

FC Schalke 04 – TSG 1899 Hoffenheim 3:1 (1:1)

Schalke: Schilder – Koseler, Neubauer, Rasmussen, Kehrer – Köhler (36. Sané), Sivodedov, Lohmar (68. Reese), Stieber – Platte (86. Neumann), Schröter (90. Schley).

Hoffenheim: Draband – Rossipal, Öztürk, Kapp – Stüber (83. Hoffmann), Sessa (72. Kölmel), Waack, Bühler (76. Bruno) – Mees, Beck (46. Morina), Ochs.

Tore: 0:1 Mees (5.), 1:1 Schröter (45.), 2:1 Schröter (57.), 3.1 Sivodedov (73.). Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Dorum). Zuschauer: 12.500. Karten: Gelb für Koseler / Morina, Kapp, Waack.

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