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FRAUEN
17.08.2017

Jürgen Ehrmann: „Überzeugen durch Unbekümmertheit“

Die TSG biegt in der Sommervorbereitung auf die Zielgerade ein. In gut zwei Wochen startet die Mannschaft von Chef-Trainer Jürgen Ehrmann beim VfL Wolfsburg in die neue Saison der Allianz Frauen-Bundesliga. Im Interview mit achtzehn99.de spricht der Bundesliga-Coach über die Vorbereitung, die Mannschaft und das anstehende Testspiel gegen Olympique Lyon.

Hallo Jürgen, ihr seid frisch aus dem Trainingslager zurück. Wie lief es und wie ist die Mannschaft momentan drauf?

Jürgen Ehrmann: Das Trainingslager lief gut und wir konnten vieles von dem, das wir vorhatten, auch umsetzen. Körperlich sind wir auf einem Stand, mit dem wir für den momentanen Zeitpunkt zufrieden sind. Gerade einige von den jungen Spielerinnen haben in diesem Bereich aber auch noch Entwicklungspotenzial, das ist normal. Was wir fußballerisch bisher abgeliefert haben, war teils schon sehr ordentlich, wenngleich man natürlich sieht, dass sich die Neuzugänge noch an das Tempo gewöhnen müssen. Schade ist, dass wir momentan so viele Ausfälle haben.

Am 2. September beginnt die neue Saison, welche Baustellen stehen momentan ganz oben auf eurer To-Do-Liste?

Ehrmann: Da steht noch einiges. Wir haben uns beispielsweise noch gar nicht darauf konzentriert, wie wir Lösungen in unserem Spiel finden wollen, wenn die gegnerische Mannschaft hoch anläuft. Zudem müssen wir unsere Spielphilosophie weiter verinnerlichen, da ist es nicht mit ein paar Trainingseinheiten getan. Das muss immer wieder im Fokus stehen und geübt werden. In der Liga sind es oft Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben und genau an diesen wollen wir noch arbeiten.

Mit Dóra Zeller, Lina Bürger und Martina Tufekovic fallen momentan drei Spielerinnen mit Knieverletzungen aus. Hinter Nicole Billa, die sich bei der Europameisterschaft am Fuß verletzt hat, steht ein großes Fragezeichen, auch Emily Evels kam verletzungsbedingt noch nicht richtig in Tritt. Damit ist vor allem die Offensivabteilung betroffen, wer wird in der Liga für Torgefahr sorgen?

Ehrmann: Das müssen wir auf mehrere Schultern verteilen und alle müssen mitmachen. Wir haben Alternativen, beispielweise mit Tabea Waßmuth, Ricarda Schaber oder Isabella Hartig, auch Sarai Linder ist bald zurück. Was schmerzt ist, dass mehrere unserer schnellen Spielerinnen im Angriff ausfallen, was wir gerade gegen Gegner, bei denen wir vorne viel Raum haben, gebraucht hätten. So richtig ausgleichen können wir das nicht, sondern müssen uns andere Wege ausdenken.

Am Sonntag trefft ihr in einem Testspiel auf Olympique Lyon. Champions League-Sieger, Französischer Meister und Pokalsieger. Was kommt auf euch zu?

Ehrmann: Wir treffen auf eine der besten Mannschaften der Welt, wenn nicht sogar auf die beste. Für unsere jungen Spielerinnen ist das eine tolle Möglichkeit, sich unter guten Bedingungen einen Eindruck vom Spitzenniveau zu verschaffen. Sie können Erfahrungen sammeln und ein Gefühl dafür bekommen, was gegen Mannschaften wie Wolfsburg oder Bayern München auf sie zukommt.

Für dich ist es bereits die zehnte Saison bei der TSG. Was macht die Mannschaft in diesem Jahr so besonders?

Ehrmann: Es ist wahrscheinlich noch ein wenig früh, um das so genau sagen zu können. Bisher überzeugt die Mannschaft vor allem durch ihre Unbekümmertheit. Alle Spielerinnen versuchen, den Matchplan zu 100 Prozent umzusetzen und stehen hinter unserer Spielidee. Wir haben richtig gute Fußballerinnen im Kader. Was man noch nicht sagen kann ist, wie die Mannschaft beispielweise mit Rückschlägen oder Drucksituationen umgeht. Wir wollen ihnen dazu das nötige Selbstvertrauen mitgeben und klarmachen, dass sie aus Fehlern lernen können. Das haben die meisten aber schon verstanden und die Arbeit mit dem Kader macht riesigen Spaß.

 

 

 

 

 

 

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