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23.08.2012

"Die Region soll sich mit uns identifizieren können"

Auf dem Platz sieht man sie fast ständig zusammen. Interviews hingegen gibt das Duo Markus Babbel und Rainer Widmayer so gut wie nie. Für achtzehn99.de hat Hoffenheims Trainergespann vor dem Start in die Bundesliga-Saison eine Ausnahme gemacht. Hier der zweite Teil des großen Trainer-Interviews.

Sie sind in Hoffenheim ja auch noch Manager der Lizenzspielerabteilung. Wie schaffen Sie das denn zeitlich?

Markus Babbel: Da stehen mir mit Geschäftsführer Frank Briel und vor allem Teammanager Dirk Rittmüller zwei Kollegen tatkräftig zur Seite. Dirk macht 80 Prozent dieser Arbeit. Ich bin zuallererst ganz klar Trainer. Als Frontmann und Trainer bin ich allerdings sehr gut befreundet mit dem Manager Babbel.

Sie als Babbels erster Trainer-Vertrauter, könnten ja auch irgendwann auf die Idee kommen, als Cheftrainer in der Bundesliga anzuheuern.

Rainer Widmayer: Die Frage kommt immer wieder. Ich habe hier einen guten Vertrag und bin hundertprozentig bei der Sache. Hätte ich da noch andere Gedanken, würde die Mannschaft das sofort spüren.

Wie schlichten Sie denn Streitfälle untereinander?

Babbel: Wir besprechen das, und dann wird entschieden. Rainer kann seine Ansichten oft sehr gut begründen, und wenn er Recht hat, hat er Recht. Dieser Satz gilt aber auch für mich.

Widmayer: Wenn Markus in der Trainingsarbeit eine Entscheidung trifft, von der ich auf Anhieb noch nicht überzeugt bin, kann es auch schon mal sein, dass ich eine halbe Stunde hadere, ohne dass er es merkt. Letztlich wollen wir beide jedes Spiel gewinnen – auch jedes Trainingsspiel. Die Generation heute weiß gelegentlich nicht, wie es da gerade steht.

Wie gehen Sie denn mit Ihren Spielern um?

Babbel: Die einen muss man in den Arm nehmen, die anderen knallhart mit der harten Wahrheit konfrontieren. Trainer, die schonungslos und ehrlich gesagt haben, was ihnen an mir passt und was nicht, waren mir als Spieler am liebsten. Auch wir Trainer hinterfragen uns ja immer, um unsere Arbeit zu optimieren. Auch nach Siegen.

Was reizt Sie an dem beschaulichen Bundesliga-Standort Hoffenheim?

Babbel: Nach der Zeit in Berlin hat uns das ruhigere Ambiente hier richtig gut getan. Ich habe 1999, damals als Spieler von Bayern München, das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim mit eingeweiht. Seitdem verfolge ich diesen Verein. Ich finde es faszinierend, was hier abgelaufen ist. Als das Angebot kam, hier zu arbeiten, habe ich sehr gern zugesagt. Wir haben hervorragende Arbeitsbedingungen, jetzt müssen wir sportlich auch mal nachziehen, um dem Ganzen gerecht zu werden.

Widmayer: Wir wollen 1899 Hoffenheim zu einem stabilen Bestandteil der Bundesliga machen…

Babbel: …mit dem sich die ganze Region identifiziert. Das ist bei den vielen Traditionsmannschaften drum herum nicht einfach. Dass uns auch auswärts mehr und mehr Fans begleiten, liegt nur an uns und an der Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Der Auftritt in Berlin dient uns sicher nicht als Vorbild. In den Jungs steckt so viel mehr – dieses Potenzial müssen wir künftig abrufen.

Hier finden Sie den ersten Teil des Trainer-Interviews...

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