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01.06.2023

Leonie Pankratz: Ehrgeizige Weltenbummlerin

10 Jahre Bundesliga, Spielführerinnen im Fokus: 135 Bundesliga-Spiele bestritt Leonie Pankratz zwischen 2013 und 2020 für die TSG Hoffenheim, ihre zwei letzten Jahre im Kraichgau führte die heute 33-Jährige das Bundesligateam als Kapitänin aufs Feld. Nach Stationen in Montpellier und Helsinki hat Pankratz ihre Kickschuhe mittlerweile an den Nagel gehängt und blickt mit Dankbarkeit auf die erfolgreichen Fußballjahre zurück.

„Ich genieße die Freizeit und die Freiheiten, die ich seit meinem Karriereende habe“, betont Leonie Pankratz. „Mir sind andere Dinge im Leben immer wichtiger geworden und es war einfach an der Zeit, aufzuhören. Ich bin ohne größere Verletzungen, Folgeschäden oder Operationen durch meine Karriere gekommen, dafür bin ich sehr dankbar.“ Im Oktober 2022 beendete die 33-Jährige ihre Laufbahn, gut zwei Jahre nach ihrem Abschied aus Hoffenheim. Zuletzt spielte die Linksverteidigerin für den finnischen Erstligisten HJK Helsinki. In der skandinavischen Hauptstadt lebt sie weiterhin und arbeitet für ein finnisches Startup, baut den Kundenbereich für die DACH-Region aus. „Die Arbeit macht mir großen Spaß und nicht mehr in der Fußballblase zu leben, empfinde ich als sehr angenehm und bereichernd“, erklärt Pankratz.

Schon früh zog es die gebürtige Gießenerin in die Welt hinaus. 2009 wechselte die Linksverteidigerin vom Zweitligateam des 1. FFC Frankfurt zum spanischen Erstligisten UD Levante. „Ich war noch in Spanien aktiv, als das Interesse der TSG Hoffenheim aufkam“, erinnert sich Pankratz an die ersten Kontakte in den Kraichgau. „Ich hatte auch noch ein Angebot eines Erstligisten, aber das Konzept und die Infrastruktur bei der TSG haben mich letztendlich überzeugt, in die 2. Liga zu wechseln und den eingeschlagenen Weg mitzugehen.“ Ab der Saison 2010/11 lief sie also für die TSG Hoffenheim auf, nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg entschied sie sich allerdings für einen weiteren Auslandsaufenthalt und schloss sich zur Rückrunde 2012/13 dem portugiesischen Klub Boavista Porto an. „Da klar war, dass ich in der Folgesaison wieder für Hoffenheim auflaufen würde, bin ich im Mai extra für das Spiel gegen den 1. FC Köln nach Deutschland geflogen“, erzählt Pankratz. Und so war die Defensivspielerin auch live im Dietmar-Hopp-Stadion, als die Hoffenheimerinnen am 26. Mai durch ein 3:3 gegen den 1. FC Köln den Bundesliga-Aufstieg feierten.

135 Spiele bestritt Pankratz, die 2016 nochmal für einige Monate per Leihe für den isländischen Club ÍBV Vestmannaeyjar spielte, in den folgenden sieben Jahren für die TSG. „Es wurde alles von Jahr zu Jahr professioneller, viele kleine Bausteine wurden immer wieder weiterentwickelt und verbessert“, erinnert sich die Verteidigerin. „Gerade in den letzten zwei oder drei Jahren habe ich die Entwicklung als sehr rasant wahrgenommen. Diese Zeit ist mir auch besonders in Erinnerung geblieben. Wir hatten ein tolles Team und eine Spielweise, die unwahrscheinlich viel Spaß gemacht hat. Es war nicht mehr nur das Tabellenmittelfeld drin, sondern wir haben sogar mit dem FC Bayern München konkurriert, haben um den zweiten Platz und damit die Champions League mitgespielt. Das war nochmal ein ganz anderer Anreiz und dafür lebt man den Leistungssport.“ Noch bevor die TSG erstmals auf internationaler Bühne auftrat, verließ Pankratz den Kraichgau jedoch.

Schon im Sommer 2020 liebäugelte die ehemalige Hoffenheimerin damit, ihre Karriere zu beenden. Doch dann bekam sie ein Angebot vom französischen Erstligisten HSC Montpellier und damit die Chance, erneut ein neues Fußballland kennenzulernen. „Ich glaube, es waren vor allem die unterschiedlichen Kulturen und die vielen verschiedenen Menschen, die mich geprägt haben, durch die ich sehr reflektiert wurde und insgesamt als Person gereift bin“, erzählt Pankratz. „Dafür bin ich dem Fußball dankbar.“ Ein Jahr spielte sie in Frankreich, anschließend ging es weiter nach Finnland. Trotz tausender Kilometer Entfernung ist der Kontakt nach Hoffenheim aber noch immer nicht abgerissen. Pankratz tauscht sich regelmäßig mit einigen Spielerinnen, ihrem langjährigen Trainer Jürgen Ehrmann oder Abteilungsleiter Ralf Zwanziger aus. „In den zehn Jahren sind mir der Verein und die Menschen ans Herz gewachsen“, betont die 33-Jährige. „Ich finde es schön zu sehen, dass die Mannschaft noch immer oben mitspielt und die Entwicklung immer weitergeht.“

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