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29.06.2022

Marianne Salzmann: Liebesgrüße aus Leipzig

Marianne Salzmann ist keine gewöhnlich 80-jährige Frau. Die Rentnerin liebt Heavy Metal und reist gern allein zu Fußballspielen. Die Leipzigerin ist Fan der TSG Hoffenheim und unterstützt die Kraichgauer auch fern der Heimat. In dieser Saison besuchte sie erstmals die PreZero Arena und traf ihren Lieblingsspieler: Andrej Kramarić.

Es war alles vorbereitet für eine schöne Woche im Kraichgau inklusive zweier packender Bundesliga-Spiele im Kampf um Europa. Marianne Salzmann hatte sich Tickets für die Partien der TSG Hoffenheim gegen den SC Freiburg und Bayer 04 Leverkusen gekauft und reiste einen Tag vor dem Freiburg-Spiel aus ihrer 500 Kilometer entfernten Heimat Leipzig an. Die 80-Jährige sah zwei spektakuläre Duelle, doch am Ende unterlag die TSG 3:4 und 2:4. „Ich habe gehofft, dass ich der Mannschaft Glück bringe, aber es hat leider nicht geklappt. Mir taten die Jungs so leid, als sie nach dem Spiel enttäuscht auf dem Rasen saßen, sie hatten ja wirklich alles gegeben. Da kommt bei mir der Beschützer-Instinkt einer Mutter hervor“, sagt Salzmann.

Der erhoffte Erfolg blieb aus und doch blickt die alleinstehende Rentnerin mit vielen positiven Erinnerungen an die Reise zurück. Als sie die Region erkundete und bei einer Schifffahrt auf dem Neckar das tolle Wetter genoss, wurde sie von einer unbekannten Nummer angerufen. Am anderen Ende der Leitung: Mike Diehl. Der Hoffenheimer Stadionsprecher hatte über Umwege von der Fan-Leidenschaft Salzmanns zur TSG gehört und lud sie zu einer exklusiven Stadionführung durch die PreZero Arena mit TSG-Vorstand Kristian Baumgärtner ein. Zudem bekam sie einen Fan-Schal sowie ein Trikot geschenkt: „Ich wusste gar nicht richtig, wie mir geschieht. Ich bin doch nur ein ganz normaler Fan, womit habe ich das verdient? Ich war ganz gerührt.“

Die Kirsche auf der Sahnetorte war jedoch ein Treffen mit Andrej Kramarić. Bei einer öffentlichen Trainingseinheit ergatterte sie ein Autogramm des Kroaten und ließ sich sogar mit dem Rekordtorjäger der TSG fotografieren. Leider war das Bild verwackelt und unbrauchbar: „Das ist natürlich schade, aber dann habe ich noch einen Grund mehr, um nochmal vorbeizuschauen. Zum Glück hat er seinen Vertrag in Hoffenheim verlängert, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.“ Dass sich Marianne Salzmann auf ein weiteres Treffen freut, hat einen bestimmten Grund: „Wegen Andrej bin ich TSG-Fan geworden. Ich finde ihn so unfassbar sympathisch und bodenständig. Seit 2018 verfolge ich seine Karriere ganz genau, drücke deswegen der TSG und ihm so sehr die Daumen“, sagt die rüstige Dame.

Andrej Kramarić bekam Wind von der Geschichte, bedankte sich für die Unterstützung und lud die Rentnerin per Video-Botschaft spontan zu einem Heimspiel in der nächsten Saison ein. Ganz zur Freude der Beschenkten: „Was für eine tolle Überraschung. Ich freue mich unglaublich darauf und kann es kaum abwarten“, sagte sie spürbar gerührt und ergänzte: „Bis zur neuen Saison werde ich mir das Video bestimmt noch unzählige Mal angucken. Er könnte altersbedingt mein Enkel sein, kennt mich nicht, aber nimmt sich extra Zeit für mich. Der Junge ist einfach zauberhaft.“

Für Salzmann wird das nächste Hoffenheimer Heimspiel die dritte Reise in die PreZero Arena sein. Zum ersten Mal besuchte sie die TSG im Oktober 2021. Zunächst stand das DFB-Pokal-Spiel gegen Holstein Kiel auf dem Programm, ehe sie drei Tage später bei der Bundesliga-Partie gegen Hertha BSC zu Gast war. „Wenn ich extra aus Leipzig anreise, versuche ich es so zu planen, dass die TSG zwei Heimspiele in einer Woche hat. Sonst kostet es leider zu viel. Ich hätte auch gern etwas Geld gespart und wäre zu einem Europapokal-Spiel gereist, aber vielleicht klappt das ja nochmal.“

Durch Andrej Kramarić hat sie eine neue Hingabe gefunden. Schon seit vielen Jahren ist die fußballbegeisterte Frau vor allem Fan einzelner Spieler. Unter anderem war der finnische Weltstar Jari Litmanen (Ajax Amsterdam, FC Liverpool) eine lange Zeit ihr absoluter Favorit. Doch seit sie die Karriere von Kramarić verfolgt, hat sich eine Liebe zur TSG entwickelt. „Bei meinem zweiten Besuch hat es sich schon ein wenig so angefühlt, als wäre ich zu Hause. Die Region ist wunderschön und auch die Menschen sind alle so freundlich. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch“, schwärmt Salzmann. Auch in der neuen Saison wird sie sich wohl einen Platz in der ersten Reihe auf der Gegengerade aussuchen, um „in beiden Hälften auch einen guten Blick aufs Spiel und freie Sicht auf die Spieler zu haben“.

„80 ist nur eine Zahl auf dem Papier. Ich will etwas erleben und solange ich noch fit genug dafür bin.“

Marianne Salzmann ist mit 80 noch überaus aktiv. Abseits des Fußballs interessiert sich Salzmann für Heavy-Metal-Musik, vor allem die Band Metallica hat es ihr angetan: „Ich bin eben keine ganz normale 80-Jährige. Ich war schon auf vielen Konzerten von Metallica, bestimmt ein Dutzend Mal. Manchmal werde ich dann auch komisch angeguckt, aber ich bin, wie ich bin.“ Ein Schicksalsschlag veränderte damals ihr Leben: „Ich habe meinen Sohn bei einem Autounfall verloren, als er 20 Jahre alt war. Das hat mir bewusst gemacht, dass alles am nächsten Tag vorbei sein kann. Was bringt es mir, wenn ich zu Hause sitze? 80 ist nur eine Zahl auf dem Papier. Ich will etwas erleben und solange ich noch fit genug dafür bin, mache ich das auch.“

Und so steht der nächste Besuch der lebensbejahenden Rentnerin bei der TSG Hoffenheim und Andrej Kramarić schon bevor.

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