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AKADEMIE
06.11.2021

U19 scheidet nach Pokaldrama gegen die Bayern aus

Trotz einer starken Leistung und toller Moral ist die U19 der TSG im Achtelfinale des DFB-Pokals der Junioren ausgeschieden. Dem Nachwuchs des FC Bayern München unterlag die Mannschaft von Trainer Marc Kienle am Ende mit 3:4 (1:4). Umut Tohumcu gelang ein Doppelpack, außerdem traf Florian Bähr per Elfmeter.

Erst vor zwei Wochen hatten sich die U19-Teams des FC Bayern und der TSG gegenübergestanden. In München hatten sie sich mit 1:1 getrennt. Im nebelumhüllten Dietmar-Hopp-Stadion war jedoch klar, dass es diesmal einen Sieger geben musste. Schließlich konnte nur einer ins Viertelfinale des DFB-Pokals der Junioren einziehen. Zur Not eben in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen.

In den fünf Liga-Heimspielen der U19 waren bislang im Schnitt mehr als sieben Tore pro Spiel gefallen und die erste Halbzeit gab wenig Anlass, zu glauben, dass es an diesem Novembervormittag vor fast 400 Zuschauern an der Silbergasse weniger werden würden. Schon nach vier Minuten gingen die Bayern in Führung: Nach einem Steckpass rechts in den Strafraum setzte TSG-Verteidiger Tim Drexler zur Grätsche an und spitzelte Bayern-Sturmspitze Grant-Leon Mamedova den Ball vom Fuß. Doch der blieb am Ball und da Keeper Nahuel Noll aus seinem Tor gekommen war, konnte er ihn aus spitzem Winkel ins Tor löffeln.

Früher 0:2-Rückstand

Zwei Minuten später vergab Abdoul Camara nach Pass von Umut Tohumcu mit seinem Schuss aus 15 Metern rechts im Strafraum die erste Hoffenheimer Chance. Die Bayern blieben jedoch gefährlich und tauchten in der 17. Minute in Person ihres Linksaußens Arijon Ibrahimovic frei vor Noll auf, doch der TSG-Torhüter verhinderte mit einer starken Parade das 0:2.

Das fiel dann jedoch sechs Minuten später, nachdem sich Linksverteidiger David Herold gegen Alekseï Carnier durchgesetzt und den Ball zentral in den Fünfmeterraum gebracht hatte. Dort behauptete Marcel Wenig die Kugel und drosch sie aus kurzer Distanz unter die Latte.

Bähr wieder eiskalt vom Punkt

Der frühe Zwei-Tore-Rückstand hätte die TSG entmutigen können, doch das Gegenteil war der Fall. Die Mannschaft von Trainer Marc Kienle startete nun einen wütenden Angriff nach dem anderen. Die Schüsse von Tom Bischof (26.) und Tohumcu (28.) flogen noch knapp am Tor vorbei. Dann tauchte Tohumcu nach feinem Pass von Valentin Lässig frei vor Bayern-Torwart Tom Hülsmann auf, scheiterte jedoch an einer starken Reaktion des Keepers (30.).

Zwei Minuten später zog Bischof einen Freistoß vom rechten Strafraumeck auf den zweiten Pfosten, die Bayern wehrten ins Zentrum ab, wo Drexler mit dem Kopf an den Ball kam und von seinem Gegenspieler klar mit dem Fuß am Oberkörper getroffen wurde – Elfmeter. Einmal mehr eine Sache für Florian Bähr. Gästetrainer Danny Galm, der als ehemaliger U16- und U17-Coach der TSG auch schon Bähr trainiert hatte, rief seinem Torhüter zwar die rechte und damit die richtige Ecke zu. Doch der harte Flachschuss des Linksverteidigers war unhaltbar (34.).

Doppelschlag der Bayern kurz vor der Pause

Zwei Minuten später wieder Bähr, der einen Freistoß vom rechten Strafraumeck mit viel Zug ans Außennetz setzte. Die TSG war nun klar am Drücker und drängte auf das 2:2. Immer wieder ließen die Kraichgauer vor allem über die rechte Seite die Kugel ansehnlich laufen. So auch in der 38. Minute, als es über Tohumcu ins Zentrum ging, wo Camara im Getümmel zum Ball grätschte, das Tor aber knapp verfehlte.

Mitten in der Drangphase der TSG schlugen dann jedoch wieder die Gäste zu. Nachdem Tohumcu unmittelbar zuvor noch mit einer schönen Einzelaktion und einem Schuss aus 16 Metern knapp den Ausgleich verpasst hatte, marschierte anschließend der Ex-Hoffenheimer Mamin Sanyang über das halbe Feld und bediente links Arijon Ibrahimovic. Der deutsche U17-Nationalspieler brachte mit einer scharfen Hereingabe Drexler im Fünfmeterraum in die Bredouille, sodass dieser den Ball vor seinem einschussbereiten Gegenspieler ins eigene Tor lenkte (42.). Doch damit nicht genug: In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs erhöhte Ibrahimovic auf 4:1 für die Gäste, als er sich den Ball von der linken Seite nach innen legte und ihn aus 17 Metern stark ins lange Eck drehte.

Immer wieder Tohumcu und Bischof

Doch auch der doppelte Nackenschlag kurz vor der Halbzeit entmutigte die Kraichgauer nicht. Und so drückten sie die Bayern in den zweiten 45 Minuten fast durchgängig in deren eigene Hälfte. In der 60. Minute keimte zudem auch auf den Rängen wieder Hoffnung auf, als Tohumcu einen Freistoß aus 18 Metern halblinker Position traumhaft über die Mauer und in den Winkel schoss. Eine halbe Stunde für zwei weitere Tore. Plötzlich schien wieder alles möglich.

Vor allem das Mittelfeld der TSG drehte nun auf. Bischof und Tohumcu glänzten unterstützt von Lässig immer wieder im Zusammenspiel und zeigten sich gemeinsam mit ihren Teamkollegen auch stark in der Balleroberung. Die ganz große Durchschlagskraft fehlte jedoch bis in die Schlussminuten hinein. Dann fand Bischof mit einem punktgenauen Pass Tohumcu zentral im Strafraum. Der deutsche U18-Nationalspieler verschaffte sich mit einem Haken etwas Platz und blieb dann frei vor Hülsmann eiskalt (86.). Nur noch 3:4.

„Dem Gegner zu viel ermöglicht“

Und es gab sie noch, die eine Ausgleichschance. In der Nachspielzeit setzte Tohumcu den eingewechselten Leon Leuze mit einem starken Pass rechts im Strafraum in Szene. Der Topjoker der TSG-U19 legte sich den Ball nach innen und visierte das linke Eck an. Ganz knapp vorbei. Es blieb die letzte Chance des Spiels.

„Die Jungs haben heute richtig Moral gezeigt und in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert“, sagte Kienle, der wieder mal ein U19-Heimspektakel gesehen hatte. Nur leider ohne Happy End für sein Team. „Wir haben zwei Rückschläge weggesteckt und nie aufgegeben. Insgesamt reicht es dann aber einfach nicht, weil wir dem Gegner erneut zu viel ermöglicht haben.“ Der DFB-Pokal geht also ohne Beteiligung der TSG-U19 weiter, die nun in die Länderspielpause geht, ehe sie in zwei Wochen beim 1.FC Saarbrücken wieder um Punkte in der Liga spielt.

 

TSG 1899 Hoffenheim – FC Bayern München 3:4 (1:4)
Hoffenheim: Noll – Carnier (46. Weik), Drexler, Gebauer, Bähr – Lässig, Tamarez – Tohumcu, Bischof, Obiogumu (84. Leuze) – Camara (69. Akem).
München: Hülsmann – Sanyang (84. Nsanzimana), Morrison, Janitzek, Herold (77. Brekner) – Neziri – Wanner, Wenig – Yildiz (90.+1 Marusic), Ibrahimovic (54. Dibrani) – Mamedova.
Tore: 0:1 Mamedova (4.), 0:2 Wenig (23.), 1:2 Bähr (34., Foulelfmeter), 1:3 Drexler (43., Eigentor), 1:4 Ibrahimovic (45.+1), 2:4 Tohumcu (60.), 3:4 Tohumcu (86.). Zuschauer: 392. Schiedsrichter: Kadir Yagci (Seitingen). Karten: Gelb für Tamarez, Akem / Ibrahimovic, Herold, Sanyang, Morrison, Dibrani, Wanner.

Daten & Fakten zum Spiel »

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