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SPIELFELD
04.11.2021

Richards: „Ich träume groß“

Gleich zwei Sportarten dominierten das Leben von TSG-Spieler Chris Richards bis zu seinem 17. Lebensjahr. Täglich absolvierte der US-Amerikaner stundenlange Trainingseinheiten – auf dem Fußball- und auf dem Basketballplatz. Erst nach einem Fußball-Turnier in Argentinien entschied sich der damals 16-Jährige dafür, seinen Fokus nur noch auf eine Sportart zu richten. Ein großer Faktor für den folgenden schnellen Aufstieg ist Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir haben eine enge Beziehung. Er hat mich immer gefördert. Sowohl bei der U19 und U23 in München als auch bei der TSG. Das gibt einem als Spieler immer Selbstvertrauen. Er hat einen großen Anteil an meiner Entwicklung“, sagt Richards im Interview mit dem Klubmagazin SPIELFELD, das am Freitag (5. November) erscheint.

Nach seiner Entscheidung für den Fußballsport verlief die Karriere von Chris Richards im Zeitraffer. Zunächst aber musste er eine weitere schwierige Entscheidung treffen: Im Alter von 16 Jahren entschied sich der Defensivspieler dafür, aus dem Elternhaus in Alabama auszuziehen, um für den Texans SC in Houston zu spielen: „Natürlich hat das wehgetan und ich hatte auch Heimweh in den ersten Wochen. Ich bin ein sehr familiärer Mensch. Mein Bruder war zu jenem Zeitpunkt erst drei Jahre und meine Schwester neun Jahre alt. Es war klar, dass ich vermutlich nie mehr zu Hause wohnen werde. Das war keine einfache Zeit, aber meine Familie hat mich immer unterstützt und mir Mut zugesprochen. Das hat mir geholfen, um keine großen Zweifel zu haben.“

Es folgte der Wechsel zum FC Dallas, der ihn ein Jahr zuvor nach einem Probetraining noch abgelehnt hatte. Anschließend nahm ihn der FC Bayern München unter Vertrag, einer der weltbesten Vereine. In Europa zu spielen, war für Richards „immer ein Traum“. Das fußballerische Niveau in Deutschland und der Fakt, dass damals „nicht viele US-Amerikaner in Europa spielten“ sorgten dafür, dass er ein Engagement beim deutschen Rekordmeister zuvor für „nie wirklich realistisch“ gehalten hatte. „Als US-Amerikaner träumt man immer groß, aber so groß? Auf keinen Fall. Ich habe zuvor nie für eine Junioren-Nationalmannschaft gespielt, wurde sogar zunächst in Dallas abgelehnt und auf einmal stehe ich auf einem Platz mit Spielern wie Robert Lewandowski oder Manuel Neuer. Das waren Jungs, mit denen ich zuvor auf der Konsole gespielt habe“, sagt die Nummer 28 der TSG.

Seitdem feierte er in München Erfolge. In den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 gewann Richards mit dem FC Bayern die Deutsche Meisterschaft, 2021 den UEFA Supercup und 2020 die Drittliga-Meisterschaft – unter der Leitung von Sebastian Hoeneß. Dennoch definiert sich der 21-Jährige „nicht über Titel“. Für ihn stehen andere Dinge im Vordergrund: „Natürlich will man Trophäen gewinnen und erfolgreich sein, aber das ist nicht mein Hauptansporn. Ich will ganz viele Länderspiele für die USA bestreiten. Aber mein wichtigstes Ziel ist es, für meine Familie zu sorgen. Sie haben mich immer unterstützt und den letzten Dollar für mich ausgegeben, damit ich mir meinen Traum erfüllen kann. Als kleiner Junge hat man noch nicht so ein Verständnis für Geld. Aber mittlerweile weiß ich, was meine Familie alles geopfert hat, damit ich Fußball spielen kann. Das ist nicht normal und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich will mich um meine Familie kümmern, denn ihr habe ich alles zu verdanken.“

Seine Familie und seine Herkunft sind Gründe für die ambitionierte Denkweise des Verteidigers. Während seiner ersten Leihe bei der TSG Hoffenheim überraschte Richards immer wieder mit offensiven Aussagen, zu denen der gebürtige Birminghamer noch immer steht: „Würden wir in dieser Saison erneut in der Europa League spielen, wäre wieder der Titel mein Ziel. Das bin ich, das steckt in meiner DNA. Wenn ich an einem Wettkampf mitmache, will ich ihn gewinnen und nicht nur daran teilnehmen. Ich träume groß.“

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