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SPIELFELD
08.10.2021

Geiger: „Ich habe ans Aufhören gedacht“

TSG-Profi Dennis Geiger hat in seiner noch jungen Karriere einige Rückschläge erlebt. In der Saison 2020/21 fehlte der 23-Jährige verletzungsbedingt ab dem 13. Spieltag und verpasste zudem seinen persönlichen Höhepunkt des Jahres, die U21-EM mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. In dieser Spielzeit ist der Mittelfeldspieler nun zurück im Kreis des TSG-Teams – ob er wieder zu alter Stärke finden wird, kann er derzeit noch nicht absehen: „Es ist im Moment schwer zu sagen, was hundert Prozent bei mir sind. Dafür war ich einfach zu lange raus“, sagt Geiger im Interview mit dem Klubmagazin SPIELFELD, das am Montag (11. Oktober) erscheint.

Der erneute Ausfall zu Beginn des Jahres rief in dem U21-Nationalspieler verstärkt Selbstzweifel hervor. Zwischenzeitlich hinterfragte er sogar die Zukunft seiner Karriere: „Viele denken, dass es leichter zu verarbeiten ist, wenn man die Situation kennt, aber für mich war es sogar schlimmer als bei den vorherigen Verletzungen. Es war wieder die gleiche Stelle am Oberschenkel und ich wusste sofort, wie schlimm es ist. Ich wusste von Anfang an, was es bedeutet. Natürlich habe ich mir danach Gedanken gemacht. Warum ich? Warum jetzt? Warum zum dritten Mal ich? Die ersten drei bis vier Wochen waren extrem schlimm. Ich war nur zu Hause, habe mir viele Gedanken über mich gemacht und gefragt, ob es überhaupt noch Sinn ergibt, weiterhin Fußball zu spielen.“

Geiger, geboren in Mosbach am Neckar, spielt bereits seit 2009 für die TSG und durchlief in Hoffenheim sämtliche Jugendteams. Er ist ein Paradebeispiel für die Hoffenheimer Nachwuchsarbeit, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Bundesligaprofis wie Christoph Baumgartner, Stefan Posch, Nadiem Amiri oder auch Niklas Süle hervorgebracht hat. Dem langjährigen TSG-Spieler teilweise schwer, die Auftritte seiner (früheren) Teamkollegen zu verfolgen: „In den ersten vier Wochen konnte ich überhaupt kein Fußball gucken. Nicht im Stadion und nicht am Fernseher. Weder Hoffenheim noch irgendein anderes Spiel. Es ging einfach nicht. Es hat in mir etwas Negatives ausgelöst und dieses Gefühl wollte ich nicht mit dem Fußball verbinden. Und deswegen habe ich es einfach gelassen. Aber nach einem Monat ging es wieder. Dann war der erste große Frust vorbei.“

Insbesondere seine Familie und Freundin halfen ihm dabei, die „Reha auch in schlechten Momenten durchzuziehen“ und sich voll auf das erneute Comeback zu fokussieren. Dafür wählte er diesmal bewusst andere Abläufe: „Ich war auch mal fünf Wochen raus aus der Region, nach München, damit ich den Kopf freibekomme. Nach Absprache mit der TSG sollte ich nicht jeden Tag vor Ort in Zuzenhausen sein und die Jungs beim Training sehen, sondern einfach mal auf andere Gedanken kommen.“ Zurück bei der TSG spürte Geiger den Rückhalt des Klubs und der Region: „Dadurch, dass ich schon so lange dabei bin, kenne ich unglaublich viele Menschen in dem Klub, ob in der Akademie oder rund um die Bundesliga-Mannschaft. Ich weiß genau, was ich der TSG zu verdanken habe. Da baut man automatisch eine emotionale Beziehung zu dem Verein auf. Ich weiß das alles zu schätzen und will möglichst viel zurückgeben. Hinzu kommt, dass ich in der Region groß geworden bin und meine gesamte Familie hier lebt.“

Ebenso in dieser Oktober-Ausgabe des SPIELFELD wird die von TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp initiierte Kooperation mit dem brasilianischen Klub Barra FC vorgestellt. Dort werden junge Fußballer nach dem bewährten Vorbild der TSG-Akademie ganzheitlich ausgebildet und gefördert. Der Barra FC wird dabei von der Unterstützung und dem Knowhow früherer TSG-Mitarbeiter profitieren: So wird Dirk Mack, von 2015 bis 2020 Direktor Nachwuchs der TSG Hoffenheim, das Projekt als Sportlicher Leiter begleiten. Der frühere DFB-Auswahltrainer verkörpert zugleich auch die fußballerische Ambition der Akademie des Barra FC, von der Dietmar Hopp sagt: „Ziel ist es, den jungen Spielern Perspektiven zu eröffnen. Sie sollen später weltweit in den oberen Ligen Fuß fassen.“

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