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AKADEMIE
27.05.2021

Marcus Mann: „Konnten den Jungs vieles mitgeben“

Eine außergewöhnliche Saison geht für die Teams von der U19 bis zur U12 zu Ende. Seit Oktober gab es wegen der Corona-Pandemie keine Ligaspiele mehr für die TSG-Talente der Jahrgänge 2002 bis 2009. Eine besondere Herausforderung für die Spieler, die Trainer, aber auch für Akademie-Leiter Marcus Mann, der im Interview auf die Corona-Saison 2021/22 zurückblickt.

Marcus, unsere Teams unterhalb der U23 sind vergangene Woche nach dieser besonderen Saison in die Sommerpause gegangen. Wie fällt Dein Fazit für die Zeit des ruhenden Spielbetriebs aus?

"Auch wenn die Situation schwierig war, konnten wir für unsere Jungs einen sehr guten Rahmen schaffen. Natürlich ist der Spielbetrieb nicht zu ersetzen, aber mit unseren Trainingsinhalten und den Testspielen, die wir laut Landesverordnung glücklicherweise absolvieren durften, war es möglich, das Trainingsniveau und die Intensität möglichst hochzuhalten. Dadurch konnten wir den Jungs vieles mitgeben."

Inwiefern mussten die Trainerteams ihre Arbeit für diese Zeit umstellen?

"Gerade unsere Athletiktrainer waren noch mehr gefordert als im normalen Spielbetrieb. Von morgens bis abends haben sie im Kraftraum mit Kleingruppen trainiert. Da haben die Kollegen außergewöhnliche Arbeit geleistet und einen enormen Mehraufwand auf sich genommen, um den Jungs einen idealen Trainingsbetrieb zu ermöglichen. An sie, aber auch an alle anderen Trainer, die die ungewohnte Situation auf oftmals sehr kreative Art und Weise vorbildlich gemeistert haben, geht daher ein großes Dankeschön."

Wie hast Du die Testspiele unserer Teams gesehen?

"Die Ergebnisse waren größtenteils gut. Die U16 ist ungeschlagen geblieben, auch die U17 hat kaum ein Spiel verloren. Und die U19 hat zuletzt bereits in neuer Konstellation mit den Jahrgängen 2003 und 2004 mit 8:2 gegen den Karlsruher SC gewonnen, der mit den 2002ern und 2003ern gespielt hat. Vor allem aber haben wir aus den Spielen wichtige Erkenntnisse ziehen können, die sich einfach erst im Wettkampf zeigen – auch wenn es nicht um Punkte geht."

Die Jahrgänge sind als Vorgriff auf die neue Saison schon aufgerückt?

"Ja, in den vergangenen Wochen haben wir die Teams bereits umgestellt, sodass die U19 und U17 bereits in neuen Konstellationen trainiert haben. Dadurch kennen sich die Jungs bereits, wenn sie Mitte Juni zur Sommervorbereitung auf die neue Runde zusammenkommen."

Es hieß zuletzt immer wieder, dass der Jahrgang 2002, der nun aus der U19 in den Seniorenbereich aufrückt, besonders hart von der Corona-Pause getroffen wurde. Wie siehst Du das?

"Die 2002er haben sicherlich nicht wie sonst die Möglichkeit gehabt, sich in ihrem letzten Junioren-Jahr zu zeigen und für Herrenmannschaften interessant zu machen. Aber wir versuchen auch die Jungs, die nicht bei uns bleiben, bestmöglich bei der Suche nach einem Verein zu unterstützen, damit sie den Übergang in den Herrenbereich gut hinbekommen."

Wie ist es denn Deiner Meinung nach aktuell bei der TSG um die Durchlässigkeit vom Junioren- in den Seniorenbereich bestellt?

"Da können wir in dieser Saison sicherlich zufrieden sein. Mit Melayro Bogarde, Marco John und Maximilian Beier gehörten bereits drei 2002er dem Profikader an, die auch auf Einsätze in der Bundesliga gekommen sind. In der U23 hatten wir mit Fisnik Asllani und Gautier Ott zwei weitere Spieler, die regelmäßig in der Regionalliga auf dem Platz standen, aber auch noch für die U19 spielberechtigt gewesen wären. Und dann haben sich mit Gabriel Haider und Noah König gegen Ende der Runde noch zwei A-Jugend-Spieler bei der U23 bewährt. Auch Nick Breitenbücher kam schon in der Regionalliga zum Einsatz. Für die kommende Saison rücken dann neben Haider mit Ian Werner und Melesse Frauendorf noch zwei weitere U19-Spieler in die U23 auf."

Hat es Dich überrascht, wie gut Noah König und Gabriel Haider von Anfang an bei der U23 klarkamen? König ist schließlich sogar erst Jahrgang 2003 und Haider erst relativ kurze Zeit in Deutschland.

"Dass beide so nahtlos in der Regionalliga mitspielen konnten, spricht ganz klar für die Trainingsarbeit in der U19. Wir können daher definitiv behaupten, dass es eine Weiterentwicklung der Jungs gab – nicht nur für Haider und König. Aber gerade die Entwicklung von Haider ist eine besonders tolle Geschichte. Er kam erst spät in der Sommervorbereitung zur U19 dazu, hat aber von Anfang an überzeugt und auch bei der U23 überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten gehabt. Dass er dann zum Ende der Saison sogar noch bei den Profis trainieren durfte und sogar zweimal im Spieltagskader stand, war natürlich noch die Krönung."

In den vergangenen Monaten wurde so gut wie nirgendwo unterhalb der Profiligen Fußball gespielt, was natürlich auch das Scouting erschwert hat. Wie seid ihr bei der Suche nach Verstärkungen für unsere Teams vorgegangen?

"Das Scouting lief anders ab als sonst, ganz klar. Aber so gut es ging, haben wir unsere Arbeit gemacht und lagen ganz bestimmt nicht auf der faulen Haut. Der Verordnungslage entsprechend haben wir vor Ort gescoutet. Etwa in Österreich, wo ja im Jugendbereich weitergespielt wurde. Ansonsten lief viel über Videoscouting. Aber mit den Neuzugängen, die wir jetzt für unsere Teams gewinnen konnten, sind wir mehr als zufrieden."

Wir alle hoffen natürlich auf eine möglichst normal ablaufende Saison 2021/22. Wie siehst Du die Chancen dafür und worauf können wir uns bei der U19 und U17 freuen?

"Mit den Hygienekonzepten und den fortschreitenden Impfungen wird im Moment eine gute Grundlage für den Spielbetrieb geschaffen. Von daher ist die Hoffnung schon groß, dass wir kommende Saison wieder Junioren-Bundesliga-Spiele haben werden. Sowohl bei der U19 als auch bei der U17 freuen wir uns auf spannende Mannschaften, die sicherlich über Potenzial verfügen. In der U19 binden wir mit Tom Bischof und Tim Drexler etwa bereits zwei Toptalente des kommenden U17-Jahrgangs 2005 ein, um sie bestmöglich zu fördern."

Du selbst bist jetzt ein knappes Jahr als Akademie-Leiter bei der TSG. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus?

"Es ist natürlich schade, dass ich keine normale erste Saison in meiner neuen Position erleben konnte. Aber die Zeiten sind nun mal für alle Vereine und Betriebe besonders herausfordernde, deshalb möchte ich mich auch nicht beschweren. Es macht mir trotz der bisherigen Umstände bislang großen Spaß, für die TSG in der Akademie zu arbeiten, und ich freue mich schon jetzt sehr auf die neue Spielzeit. Hoffentlich dann mit dem Fußball, den wir alle so lieben. Mit allem, was dazugehört."

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