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FUSSBALLSCHULE
15.04.2021

Jubiläumsjahr: „Die TSG-Fußballschule hat ein großes Gewicht“

Dominik Drobisch (34), Leiter der TSG-Akademie, und Sebastian Bacher (33), Leiter der TSG-Fußballschule, haben im Jahr 2011 die TSG-Fußballschule aus der Taufe gehoben. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der ersten Veranstaltung hat SPIELFELD mit ihnen ein Interview über die Gründung, die weitere Entwicklung und die heutige Bedeutung der Fußballschule geführt.

Wann hat die Fußballschule der TSG Hoffenheim Gestalt angenommen? Wann kam es zur ersten Veranstaltung?

Bacher: „Dominik und ich haben zusammen studiert. Es muss Ende des Jahres 2010 oder Anfang 2011 gewesen sein, als mich Dominik am Sportinstitut in Heidelberg angesprochen hat, dass Bernhard Peters die Idee unterstütze, eine eigene Fußballschule der TSG Hoffenheim zu gründen. Vorher lief sie ja unter „Anpfiff ins Leben“. Dominik fragte, ob ich mir vorstellen könnte, dabei eine Rolle zu übernehmen und das Ganze dann auf Sicht auch zu leiten. Dominik, erinnerst du dich noch an die ersten Veranstaltungen, die wir gemacht haben?“

Drobisch: „Ja, die ersten Camps haben wir im Sommer 2011 gemacht, deswegen wollen wir auch in diesem Sommer unser Jubiläums-Shirt an den Start bringen. Vom ersten Camp in den Sommerferien 2011 gibt es auch ein tolles Bewerbungsbild mit unserer damaligen E-Jugend. Die ersten Fördertrainings haben wir dann im Herbst 2011 veranstaltet.“

Dominik, wie ist die Idee der TSG-Fußballschule entstanden? War Bernhard Peters auch an dieser Neuerung beteiligt?

Drobisch: „Bernhard Peters hatte 2006 bei der TSG angefangen. Ich bin 2007 in den Verein gekommen und wir haben gemeinsam mit Frank Fröhling angefangen, neben dem Training für die U-Mannschaften der TSG, Programme für Kinder und Trainer rund um Hoffenheim zu schaffen und haben mit den ersten Spielfesten begonnen, bei denen wir unter anderem das Format Mini-Fußball angewandt haben. Danach arbeiten wir ja heute noch. Wir haben überlegt, wie wir noch weiter systematisch vorgehen könnten, um Kinder für das Fußballspielen zu begeistern. Damals sind Fußballschulen wie Pilze aus dem Boden geschossen, auch die von den Bundesliga-Vereinen. Wir waren schon ein Standort der „Anpfiff ins Leben“-Fußballschule und wollten die gute Arbeit fortführen und als TSG-Fußballschule auf eigene Beine stellen.“

Welche Kinder bildeten die Zielgruppe dieses Projekts?

Drobisch: „Unser Ziel war es, ein Angebot für alle fußballbegeisterten Kinder der Region, unabhängig vom individuellen Leistungsniveau, zu schaffen. Hier sollten alle Jungen und Mädchen die Möglichkeit bekommen, mit unseren TSG-Trainern Fußball zu trainieren und zu spielen. Diesen Vorschlag habe ich Bernhard Peters gemacht; und er hat dann sofort gesagt: ‚Ja, das machen wir.‘“

Und Du hast dann Sebastian Bacher angesprochen, den Du vom Sportstudium in Heidelberg kanntest?

Drobisch: „Ich bin dann auf Sebastian zugegangen, weil ich ja jemanden gebraucht habe, der das Ganze mit unterstützt. Ich hatte ihn von Anfang an im Kopf als denjenigen, der die verantwortliche Person sein sollte. Das wurde noch eine interessante Geschichte, weil Sebastian das erste Jahr der Fußballschule in Australien verbracht hat und ich dann mit ihm zusammen über x-tausend Kilometer Entfernung die ersten Kurse an den Start gebracht habe. Das hatten wir ja vorher noch nie gemacht, alle Klamotten für die Teilnehmer bestellen, die Kapazitäten der Spielfelder checken, die Trainer-Akquise betreiben und was man sonst noch alles braucht.“

Bacher: „Ich erinnere mich noch gut. Ich bin im August nach den ersten beiden Feriencamps nach Australien gegangen und du musstest die erste Zeit allein überbrücken. “ Drobisch: „Ich habe dann mit dem Fördertraining angefangen. Das war Neuland, alle Sachen für die Kinder in den Kabinen des Dietmar-Hopp-Stadions herzurichten und den Trainerstab, der aus dem TSG-Breitensport der E- und F-Jugend sowie dem Kinderperspektiv- Team kam, zu koordinieren. Es drehte sich zu Beginn viel darum, einen organisatorischen Rahmen zu schaffen.“

Sebastian, was war Deine Rolle dabei? Die TSG-Fußballschule ist ja bekannt dafür, dass man nicht einfach nur zum Fußballspielen einlädt, sondern dass ein Konzept dahintersteckt.

Bacher: „Das ging Hand in Hand mit den Inhalten des schon bestehenden TSG-Kinderzentrums. Mit dem Know-How konnten wir ein inhaltlich adäquates, breitgefächertes Angebot entwickeln, das eine ausgewogene Mischform aus der breitensportorientierten Arbeit mit heterogenen Gruppen und dem inhaltlichen Anspruch des Leistungssports war. Dominik und ich haben ja Lehramt studiert und kommen aus der pädagogisch-inhaltlichen Richtung. Für die Fußballschule mussten wir für das Management und das Marketing noch einiges dazu lernen. Es war und ist immer noch spannend, ein solch breites Spektrum abzudecken.“

Wie lief das erste Camp? Könnt Ihr Euch noch an die erste Veranstaltung der TSG-Fußballschule erinnern?

Drobisch: „Ich stand am Anfang und auch in der Folgezeit immer wieder selbst als Trainer auf dem Platz, einmal bei einem Camp sogar mal als Torwart-Trainer. Aber nach dem ersten Jahr ging im Grunde alles komplett in Sebastians Hände über.“

Bacher: Nach mittlerweile zehn Jahren denke ich immer wieder gern an die Anfänge zurück. Den genauen Ablauf der ersten Veranstaltung zu erinnern fällt mir allerdings schwer, da wir bereits in den Jahren vor der Gründung mit der damaligen „Anpfiff-ins-Leben“-Fußballschule aktiv waren und es ein fließender Übergang zur vereinseigenen TSG-Fußballschule war. Die Arbeit auf dem Platz mit den Kindern kannten und konnten wir also bereits, nur mussten wir ab dem Sommer 2011 auch für die gesamte Organisation samt Marketing und Logistik sorgen.“

Wie war der Zuspruch im ersten Jahr? Wie fiel die Resonanz bei den Kindern aus?

Drobisch: „Wir hatten damals schon den Anspruch, genau so viel anzubieten, wie wir gut leisten konnten. Wir wollten eigene Trainer einsetzen, die durch uns ausgebildet wurden. Wir wollten nicht, wie das ja häufig in Fußballschulen ist, franchisemäßig unterwegs sein und einfach nur T-Shirts an irgendeine Station bringen, sondern das Training vor Ort durch TSG-Trainer anbieten. Das ist bis heute so geblieben. Es waren im ersten Jahr über 100 Kinder, das war für uns okay. Wo wir uns anfangs schwergetan haben, war das Ganze über Hoffenheim an andere Standorte hinauszutragen. Aber auch die Ausweitung in die Region hinein und darüber hinaus haben wir dank guter Mitarbeiter und starker Fokussierung auf die Qualität unserer Angebote hinbekommen.“

Wie hat sich die Auslastung der Angebote entwickelt? Abgesehen davon, dass es seit dem vorigen Jahr die großen Corona-Einschränkungen gibt.

Bacher: „Wir freuen uns heute über die stets große Nachfrage und hohe Auslastungsquoten bei all unseren Veranstaltung und achten hierbei immer auf ein gesundes Verhältnis zwischen Quantität und Qualität. Unser Angebot ist mit den Jahren deutlich umfangreicher geworden und hat sich auch qualitativ und inhaltlich stetig weiterentwickelt. Wir haben im Herbst 2012 unser allererstes On-Tour-Camp bei der Spielvereinigung Durlach-Aue gemacht. Inzwischen haben wir 20 Partnervereine in fünf verschiedenen Bundesländern, bei denen wir regelmäßig die TSG-Fußballschule anbieten. Was die Teilnehmerzahl betrifft, hatten wir nach den 100 Kindern zum Start dann zwei Jahre später schon knapp 600 Kinder. Allein im Jahr 2019 waren es mehr als 2.000 Kinder. Die Zahl von insgesamt 10.000 Teilnehmern seit dem Start vor zehn Jahren haut bestimmt hin, zumal wir noch über diverse weitere Formate und Kooperationen, die nicht zum buchbaren Kernangebot der Fußballschule gehören, viele Kinder mehr in unserer Region bis hin ins südliche Afrika erreicht haben.“

Dominik, welche Bedeutung hat die Fußballschule für die TSG heute?

Drobisch: „Sie besitzt eine enorme, vielschichtige Bedeutung. Auf den ersten Blick mag sie wie ein Marketing-Tool erscheinen und das ist auch eine ihrer Rollen. Wir bringen damit die Marke TSG über den Standort Hoffenheim hinaus nach außen. Es gibt aber ganz viele Parallel-Bausteine, die sich in Sebastians strategischem Konzept befinden. Die Trainer-Ausbildung für den eigenen Verein ist ein ganz wichtiger Aspekt. Es gibt viele Trainer in unserer Akademie, die aus der Fußballschule kommen oder mittlerweile ihren Weg in andere Leistungszentren der Bundesliga gemacht haben. Einige arbeiten auch im Ausland. Die Fußballschule ist auch als Talent-Sichtungspool geeignet. Es gibt einige Spieler, die wir über die Fußballschule für unsere Akademie entdeckt haben. Die Fußballschule hat für die TSG Hoffenheim ein großes Gewicht, weil sie auch als Mittler zwischen en verschiedenen Abteilungen agiert.“

Und wie es umgekehrt? Wie groß ist die Unterstützung der TSG?

Bacher: „Ganz wichtig ist, dass wir zu Anfang einen Fürsprecher und Förderer wie Bernhard Peters hatten. Diese Rolle hat seit 2014 Dr. Peter Görlich übernommen, der uns anfangs als Geschäftsführer der Akademie GmbH und seit 2015 auch als Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH einerseits den Rücken freihält, andererseits freie Hand lässt. Dass die TSG Hoffenheim unsere Leistungen anerkennt und uns unterstützt, ist die Basis dafür, dass die Fußballschule mit vielen engagierten Mitarbeitern seit Jahren so gesund wächst und sich stetig weiterentwickelt.“

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