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30.09.2020

Bernd Korzynietz: Die TSG ist anders als andere Klubs

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Bernd Korzynietz für die Kaderplanung der U23, U19 und U17 zuständig. Zuvor war der 169-fache Bundesligaspieler bereits drei Jahre als Scout für die TSG unterwegs. Im Interview spricht der 41-Jährige unter anderem über seine Anfänge als Junioren-Nationalspieler des TSV Güntersleben, über seine Rolle als Publikumsliebling in Mönchengladbach und Bielefeld sowie über das Training unter Felix Magath und er erklärt, warum er so große Stücke auf die TSG als Arbeitgeber hält.

Bernd, darf man Dich heute noch „Kozze“ nennen?

Bernd Korzynietz (lacht): Das war tatsächlich mein Spitzname, aber heute sagen es die wenigsten zu mir. Leute von früher, mit denen ich noch Kontakt habe schon, aber niemand, den ich heute kennenlerne. Mit dem Spitznamen kann ich aber bestens leben und er hat auch nichts damit zu tun, dass ich mich besonders oft übergeben habe, sondern ist einfach eine Kurzform meines Nachnamens.

Bei Deinen Profistationen in Mönchengladbach und Bielefeld galtst Du als Publikumsliebling. Was glaubst Du, wodurch Du das damals geworden bist?

Gladbach war ja meine erste Profistation, zu der ich als sehr junger und mehr oder weniger unbekannter Spieler kam. Ich gehörte dann zu den jungen Wilden, habe auch relativ viel gespielt und wir sind in meinem zweiten Jahr in die Bundesliga aufgestiegen. Vom Umgang her war ich außerdem schon immer ein sehr nahbarer Spieler, der kein Gespräch mit Fans gescheut und keinen Autogrammwunsch ausgelassen hat. Ich denke, die Fans haben früh gemerkt, dass ich einer von ihnen bin.

In welcher Situation bist Du 1999 zum damaligen Zweitligisten Borussia Mönchengladbach gekommen?

Sebastian Deisler hatte gerade den Verein verlassen. Medial wurde dann versucht, Parallelen zwischen uns zu ziehen und mich als seinen Nachfolger zu sehen. Das war aber natürlich Wahnsinn, denn Basti Deisler war ein außergewöhnlicher Spieler. Nach drei Spieltagen kam Hans Meyer als neuer Trainer. Der hat mir dann in einem Vier-Augen-Gespräch erst mal in seiner eigenen Art mitgeteilt, dass er mich gar nicht kennt und noch nie von mir gehört hat, ich aber die gleiche Chance wie alle anderen habe. Das hat mich motiviert und ich habe mich dann ja auch relativ schnell reingespielt.

Ein Jahr später bist Du mit der Borussia unter Hans Meyer in die Bundesliga aufgestiegen. Welche Erinnerungen hast Du an die Saison 2000/01?

Ich habe in der Aufstiegssaison 33 Spiele gemacht und das 34. nur verpasst, weil ich 40 Grad Fieber hatte. Wir waren ein verschworener Haufen, in dem es ein paar ältere Führungsspieler, aber auch einige junge Wilde wie mich oder das Gladbacher Fohlen Marcel Ketelaer gab. Und dann denke ich natürlich an die Aufstiegsfeier vor 100.000 Menschen auf dem Gladbacher Alten Markt. Es war ein Wahnsinnserlebnis, da gemeinsam mit den Fans zu feiern. Ich habe dann das eine oder andere Fanlied auf der Bühne angestimmt – auch mit freundlichen Grüßen an unsere Nachbarn aus Köln.

Klingt so, als ob Du voll und ganz in den Verein eingetaucht wärst.

Ich war sechs Jahre bei der Borussia, habe viele Trainer erlebt, den Umzug ins neue Stadion mitgemacht und das letzte Spiel am legendären Bökelberg bestritten. Spätestens in diesem emotionalen Moment hatte ich das Gefühl, dass die Fans mich als echten Borussen gesehen haben.

Wenn man Dich so reden hört, könnte man denken, Korzynietz und Mönchengladbach wären wie füreinander gemacht gewesen. Warum gab es ein Jahr nach jener letzten Partie im Bökelberg-Stadion dennoch die Trennung?

Das lag ganz einfach daran, dass mit Dick Advocaat ein neuer Trainer gekommen war, der im Winter schon sieben neue Spieler geholt hatte und für den Sommer 2005 einen Rundumschlag plante. Alle auslaufenden Verträge, darunter meiner, sollten daher nicht verlängert werden. Ohne diese Aussage hätte ich Gladbach nie verlassen, weil es für mich eine ganz besondere Station mit tollen sportlichen und privaten Erlebnissen war. Ich war Borusse durch und durch und habe den Verein unter Tränen verlassen. Aber ich war damals frisch Vater geworden und musste an meine Zukunft und die meiner Familie denken.

Du hast dann bei Arminia Bielefeld unterschrieben. Wie hast du die Zeit dort in Erinnerung?

Die war ebenfalls toll und ich durfte mit der Arminia drei aufregende Jahre Bundesliga spielen. Der Verein war damals noch ganz klein. Jedes Jahr haben wir uns auf den Klassenerhalt eingeschworen und Saison für Saison herrschte in Bielefeld Aufbruchstimmung. Wir waren oft der Underdog und haben viele tolle Schlachten auf der Alm geliefert. Mit Spielern wie Rüdiger Kauf, Jörg Böhme oder Artur Wichniarek hatten wir zudem tolle Spieler in der Mannschaft, die bei den Fans Heldenstatus hatten. Das Bielefelder Publikum ist sehr leidenschaftlich und war in der Bundesliga mit relativ wenig zufrieden, solange man gekämpft und aufopferungsvoll gespielt hat. Mein Spielstil hat da gut reingepasst, denn ich bin ja die Linie rauf und runter gerannt und habe auch mal harte Zweikämpfe geführt oder vor der Kurve gegrätscht.

Du hast, noch bis Du 16 warst, in deinem Heimatklub TSV Güntersleben gespielt und bist dann zum 1.FC Schweinfurt gegangen, wo du bis ins erste Herrenjahr aktiv warst. Gab es nie die Möglichkeit, früher zu einem größeren Verein zu wechseln?

Selbst mit dem TSV Güntersleben war ich ja immer in der höchsten Jugendliga aktiv und als Spieler aus Güntersleben habe ich sogar mein erstes U15-Länderspiel gemacht. Von daher habe ich gefühlt schon immer auf recht hohem Niveau gespielt. Es gab zwar hier und da mal Interesse, etwa aus Nürnberg, Stuttgart oder Frankfurt, aber ich habe mich damals noch nicht so weit gefühlt, mein Elternhaus zu verlassen. Außerdem wollte ich erst die Schule beenden und was Anständiges lernen.

War Deine fußballerische Ausbildung für Dich später ein Nachteil gegenüber Spielern, die schon in der Jugend eines Bundesligisten waren?

Nein, in der Nationalmannschaft hatte ich ja immer die Vergleiche und habe gemerkt, dass ich mithalten kann. Bei den Profis war das ganze Drumherum damals ja auch noch nicht in der Art und Weise entwickelt wie heute. Da gab es im Staff nur einen Chef-, einen Co- und einen Torwarttrainer und bei den Läufen in Gladbach hatten wir keine Pulsuhren, sondern einer ist vorne weggelaufen und bis auf Toni Polster haben alle das Tempo gehalten.

Warst Du als Jugendlicher ein Fußballnerd, der alles geguckt und gelesen hat, was er finden konnte?

Ich war immer schon sehr interessiert, habe im Videotext Ergebnisse nachgeschaut, viele Managerspiele gespielt und immer geguckt, wo kommt welcher Spieler her oder wie spielen andere Vereine. Davon habe ich später auch profitiert, denn über meine Gegenspieler wusste ich immer alles.

Hast Du Dich als junger Spieler aus der Provinz in Deinen ersten Jahren eher untergeordnet oder warst Du frech und hast auch mal eine dicke Lippe riskiert?

In der Gladbacher Kabine saßen anfangs Toni Polster, Uwe Kamps und Michael Frontzeck neben mir – also etwa 1.000 Bundesligaspiele. Das waren Spieler, die ein entsprechendes Alter und schon viel erreicht hatten. Da habe ich geredet, wenn ich gefragt wurde, und ansonsten gewartet, dass es losgeht. Aber auf dem Feld konnte ich dann schon switchen und mich beweisen. Ich wusste, warum ich mein Elternhaus verlassen hatte und 400 Kilometer weit weg wohnte. Da war es dann schon so, dass ich im Training auch mal mit dem einen oder anderen Spieler aneinandergeraten bin, weil ich nicht einsehen wollte, warum ich zurückstecken sollte. Ich habe mir dann aber durch Leistung und Zusatzeinheiten Ansehen verschafft. Das haben die älteren Spieler schon wahrgenommen. Und Uwe Kamps war sogar so etwas wie mein Mentor, denn er hat mir im Kraftraum ein bisschen was gezeigt.

In Deiner heutigen Funktion als Kaderplaner U23 bis U17 schaust Du Dir viele junge Spieler an. Worauf achtest Du besonders, wenn Du ein Talent scoutest?

Ich finde es immer spannend, wenn ein Spieler in einem Bereich besondere Fähigkeiten hat – natürlich immer positionsspezifisch. Solche Spieler machen uns dann besser. Aber wir haben auch klare Prinzipien, nach denen wir uns richten und zu denen auch die Spieler passen müssen. Deshalb machen wir auch nicht alles mit, was uns in dem Markt so begegnet. Aber ich entscheide das auch nicht alleine, sondern wir schauen mögliche Spieler immer zusammen an und treffen diesbezüglich dann auch im Team die Entscheidung.

Wenn Du überlegst, wie Du damals als Spieler beobachtet, angeworben und letztlich auch verpflichtet wurdest: Was hat sich heute im Vergleich zu damals geändert?

Es hat sich schon einiges verändert und entwickelt. Vieles basiert mittlerweile auf Daten. Im Jugendbereich geht allerdings auch immer noch viel über Empfehlungen. Von daher ist ein gutes Netzwerk, durch das man verlässliche Empfehlungen bekommt, immer noch sehr wichtig. Und dann ist natürlich auch immer noch das bloße Auge und das Überprüfen auf dem Platz entscheidend.

Noch mal zurück zu Deiner Spielerkarriere: In Deinem dritten Bielefelder Jahr bist Du nicht mehr wie gewünscht zum Zuge gekommen und es kam der Anruf aus Wolfsburg von Felix Magath, der Dich für seine spätere Meistermannschaft haben wollte, unter dem Du dann aber kein einziges Spiel bestreiten durftest. Wieso wollte Dich Magath zuerst und dann doch nicht mehr?

Eine gute Frage, auf die ich leider auch keine richtige Antwort habe. Ich hatte zuvor in Bielefeld jeden einzelnen Tag der Vorbereitung bestritten und in Wolfsburg zwei Mal mittrainiert. Da hat mich der Trainer in sein Büro gerufen und gefragt, ob ich meine, dass ich fit sei. Ich habe dann geantwortet, dass ich zumindest so fit bin, dass ich voll mittrainieren kann. Seine Antwort war dann: „Okay, Sie trainieren zwei Wochen alleine mit unserem Athletiktrainer.“

Der hieß unter Magath stets Werner Leuthard und war für sein extrem forderndes Training bekannt. Wie hast du diese Einheiten in Erinnerung?

Vorweg: Werner ist ein toller Typ. Ein Urbayer mit entsprechendem Dialekt und zackigem Ton, aber immer fair und motivierend. Was ich allerdings in den Einheiten unter ihm erlebt habe, hat mich glauben lassen, dass ich vorher noch nie Sport gemacht hätte. Wir waren in der Sporthalle an Ringen und Stangen, ich musste Turn-, Gymnastik- und Beweglichkeitsübungen machen. Das war sehr speziell, hat allerdings auch viel gebracht. Aber nach zehn Tagen habe ich gesagt, ich trainiere jetzt keinen Tag mehr alleine und gehe ins Mannschaftstraining. Da hat Werner gesagt „Burschi, das gefällt mir. Ich geh zum Felix und sag’s ihm.“

Und Du warst zurück im Mannschaftstraining?

Ja, so viel Einfluss hatte Werner schon. Im Mannschaftstraining habe ich dann allerdings gemerkt, was das für Maschinen im damaligen Wolfsburger Team waren. Sascha Riether, Marcel Schäfer, Edin Džeko, Grafite – die waren alle wie gezüchtet. Zusammen mit mir waren auch die beiden italienischen Weltmeister Andrea Barzagli und Cristian Zaccardo zum VfL gekommen. Die hatten nie Bock zu trainieren und das, was sie unter Magath erlebt haben, stand konträr zu allem, was sie kannten. Andrea hat dann gebissen und auch gespielt, aber Cristian wollte einfach nicht und wurde von Magath dann auch einfach in die Kabine geschickt. Ich war da von der Einstellung schon anders, habe trainiert wie ein Bekloppter und war auch mal im Kader, aber für einen Einsatz hat es nicht gereicht. Somit war die Geburt unserer Tochter das Schönste an meiner Zeit in Wolfsburg.

Du hast den Verein dann ja auch im Winter wieder verlassen. Hast Du da schon das Potenzial zum neuen Deutschen Meister in der VfL-Mannschaft gesehen?

Tabellarisch war es im Winter noch nicht abzusehen, aber was man gemerkt hat, war, dass die außergewöhnliche und gewöhnungsbedürftige Trainingsmethodik und Mannschaftsführung von Felix Magath greifen. Jeder Spieler wurde in jeder Trainingseinheit zu Höchstleistungen getrieben. Es war eine tolle Mannschaft mit enormen Qualitäten, aber dass sie Deutscher Meister werden, war für mich im Winter noch nicht zu ahnen. Sonst hätte ich den Titel auch noch mitgenommen. (lacht)

Nach eineinhalb Jahr in der Zweiten Liga beim MSV Duisburg hast Du mit 30 Jahren in recht jungem Alter Deine aktive Karriere beendet. Wie kam dieser Entschluss zustande?

In Duisburg durfte ich noch ein knappes Jahr unter Peter Neururer spielen. Leider haben wir den Aufstieg knapp verpasst. In der Saison danach habe ich mir einen Faserriss zugezogen und bin zu früh wieder eingestiegen, sodass mir mein ganzer Muskel im hinteren Oberschenkel um die Ohren geflogen ist. Mein Vertrag wurde dann nicht mehr verlängert. Ich hatte zwar Anfragen, aber es war nichts Passendes dabei und ich habe schließlich gesagt, dass ich das Karriereende nicht künstlich hinauszögern muss. Zumal unser ältester Sohn dann auch eingeschult wurde.

War es am Ende dann auch eine Entscheidung für die Familie?

Ja, kann man so sagen. Unsere drei Kinder haben drei verschiedene Geburtsorte, meine Frau musste immer hochschwanger umziehen. Da habe ich mir gesagt, dass es jetzt auch mal Zeit ist, etwas zurückzugeben, auch wenn ich total gerne weitergespielt hätte. Aber ich wollte auch mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Du warst zu Deiner Gladbacher Zeit U21-Nationalspieler und hast dann auch einige Spiele für das sogenannte Team 2006 bestritten, das als eine Art B-Nationalmannschaft Perspektivspielern für die WM im eigenen Land internationale Vergleiche ermöglichen sollte. Wie nah hast Du Dich im Team 2006 an der Nationalmannschaft gefühlt?

Mir war schon klar, dass es ein Perspektivteam ist und der Schritt zur A-Nationalmannschaft noch mal ein ganz großer ist. Es gab zwar ein paar, die später noch Nationalspieler wurden, aber die hätten das auch ohne das Team 2006 geschafft. Ich habe die Spiele aber dennoch in schöner Erinnerung, vor allem das allererste, das wir zu Hause am Bökelberg gegen die Türkei bestritten haben und in dem ich dann auch noch ein Tor geschossen habe. Das war toll!

In der U21 bist du auch auf unseren heutigen U19-Trainer Marcel Rapp getroffen, der ja wie Du Jahrgang 1979 ist. Wie hast Du ihn als Spieler in Erinnerung?

Ich kannte ihn schon vorher aus ein paar DFB-Lehrgängen und habe mich ja sowieso immer viel mit anderen Spielern befasst. Deshalb wusste ich gleich: Marcel Rapp, guter linker Fuß, Karlsruher SC, nicht besonders groß, gewinnt aber jedes Kopfballduell, tritt gegen alles, was sich bewegt, guter Typ.

Wenn Du auf Deine elf Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga zurückblickst: Welcher Spieler war der beste, mit dem Du je zusammengespielt hast?

Das war wohl Edin Džeko. Der war besessen vom Training und ist nach den Einheiten noch ans Kopfballpendel gegangen. Er hatte eine tolle Mentalität, gepaart mit großem Talent. Edin war einfach nicht zu bremsen, hat mit links, rechts und mit dem Kopf getroffen, war groß, schnell, geschmeidig und beweglich. Damals war schon zu sehen, dass er anders ist als andere Spieler.

Gibt es Gegenspieler, die Dich immer besonders gefordert haben?

Ja, die Bayern-Spieler. Ob das Bixente Lizarazu, Zé Roberto oder Franck Ribéry waren: Die waren einfach top. Der beste war wohl Ribéry. Der war einfach unermüdlich. Du konntest ihn treten und bekämpfen, wie du wolltest. Er kam einfach immer wieder. Und dann verteidigst du alles gut und bist im Spiel, aber es kommt doch die eine Sekunde, in der er dir entwischt oder den einen Haken schlägt und dann macht solch ein Spieler damit den Unterschied.

Welcher Trainer hat Dich am meisten geprägt?

Ich hatte viele verschiedene und habe wirklich von jedem etwas mitgenommen. Rainer Bonhof hat mich in den Profifußball geholt, Hans Meyer hat mir die Tür in die Bundesliga geöffnet, Ewald Lienen hat mich zum rechten Verteidiger gemacht. Auch unter Dick Advocaat war es interessant, obwohl er mich abgesägt hat, weil ich die holländische Schule kennenlernen durfte. Holger Fach war auch ein sehr guter Trainer, der ganz nah an uns Spielern war. Thomas von Heesen war ebenfalls richtig gut und mit Peter Neururer war es einfach immer lustig, weil der immer gut gelaunt war. Und unter Magath habe ich gelernt, was ich alles zu leisten imstande war, woran ich vorher nie geglaubt hätte. Auch das war für mich sehr wertvoll.

Wie sah dein Plan B nach dem Karriereende aus?

Mein Berater hatte mir schon immer gesagt, dass er nach meiner Karriere gerne hätte, dass ich für ihn arbeite. Ich habe zwar auch die Trainerscheine gemacht, weil mich Taktik und die Entwicklungen im Fußball sehr interessiert haben und man den Fußball dann noch mal von einer anderen Seite kennenlernt, aber bin dann doch Berater geworden.

Wie kam dann der Kontakt zur TSG zustande?

Ich kannte Michael Mutzel und Alexander Rosen bereits aus der Bayern-Auswahl. Wir hatten uns nie aus den Augen verloren und immer einen intensiven Austausch. Ich habe dann gemerkt, dass die Beraterbranche nicht so meine ist, und wollte lieber für eine Sache und für einen Verein im Team Dinge vorantreiben. So wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, das Scouting-Team der TSG zu verstärken. Ich habe das dann drei Jahre gemacht und seit etwas mehr als einem Jahr bin ich nun Koordinator für die Kaderplanung der U23, U19 und U17. In dieser Rolle Spieler auf die nächste Ebene zu bringen, macht mir viel Spaß.

Wir gehen mal davon aus, dass Du den Schritt zur TSG nicht bereut hast.

Auf gar keinen Fall. Ich bin hier sehr zufrieden und finde, die TSG ist ein toller Arbeitgeber. Da ich ja auch als Berater tätig war, kann ich das durchaus vergleichen, weil ich viele Einblicke in andere Bundesligisten hatte. Deshalb kann ich auch ohne TSG-Brille mit gutem Gewissen sagen, dass die TSG sehr fortschrittlich arbeitet und in vielen Bereichen im positiven Sinne anders ist als andere Vereine. Deshalb macht es mir hier viel Spaß und ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Verein. Darüber hinaus habe ich die TSG im letzten Jahr auch noch mal von einer anderen Seite kennengelernt, denn gesundheitsbedingt hatte ich in der vergangenen Saison eine längere Ausfallzeit. Und da habe ich gemerkt, was es heißt, Teil der TSG-Familie zu sein. Der Verein hat mich da nicht alleine gelassen und sich sehr fürsorglich verhalten.

Welchen Ratschlag würdest Du aus den Erfahrungen Deiner aktiven Karriere heraus unseren jungen Spielern geben?

Du hast als Spieler nur eine begrenzte Zeit. Deshalb sollte man versuchen, das zu genießen und zu lieben, was man macht, und fleißiger zu sein als andere. Man muss viel investieren, sollte dabei als junger Spieler immer demütig bleiben und Respekt haben. Auf dem Platz kann man ruhig frech sein, aber außerhalb sollte man als 18-Jähriger nicht so auftreten, als habe man schon 200 Bundesligaspiele bestritten. Man hat die Chance, sein Hobby zum Beruf zu machen. Eine tolle Chance. Dafür lohnt es sich, hart zu kämpfen.

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