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AKADEMIE
10.06.2020

Spieltagshelden (6): Werner Beil hält sich jung

Sie stehen nicht in der ersten Reihe, ihr Gesicht kennen nur diejenigen, die regelmäßig bei den Heimspielen der Akademie-Teams sind. Und doch sind sie teilweise schon seit vielen Jahren dabei und leisten an Spieltagen unverzichtbare Arbeit für die TSG Hoffenheim, indem sie einen reibungslosen Ablauf garantieren oder die Akademie-Teams unterstützen. Achtzehn99.de widmet den „Spieltagshelden“ eine kleine Serie, die in loser Reihenfolge diese Menschen porträtiert. Heute: Werner Beil, der nicht nur als Akademie-Fahrer die TSG-Talente zuverlässig zum Training bringt, sondern auch noch als Ordner bei so gut wie jedem U23- und U19-Heimspiel im Einsatz ist.

Wer an einem Heimspieltag der U23 oder U19 die Hoffenheimer Silbergasse hochfährt, das Auto auf dem Parkplatz oder das Fahrrad vorm Dietmar-Hopp-Stadion abstellt, durch den Haupteingang geht und am Spielfeld entlangschlendert, kommt an Werner Beil nicht vorbei. In seiner TSG-Jacke steht der 70-Jährige bei nahezu jedem Heimspiel der U23, U19 und der Frauen als Ordner am Eingang oder Spielfeldrand. „Meistens bin ich für die Einlasskontrolle zuständig oder stehe am Spielertunnel. Manchmal helfe ich auch an der Kasse“, sagt Beil, für den die Heimspiele in Hoffenheim fester Bestandteil seiner Wochenenden geworden sind. „Bei mir ist alles auf die TSG ausgerichtet. Deshalb fehlen mir Spiele im Dietmar-Hopp-Stadion sehr.“

Auch bei den Profis ist Beil Dauergast und sobald wieder Zuschauer in der PreZero Arena zugelassen sind, wird der Rentner aus Sinsheim-Dühren wieder seinen Platz im L-Block einnehmen. Ganz so, wie er es seit Jahren bei jedem Heimspiel tut. Möglichst bald wolle Beil natürlich auch wieder im Dietmar-Hopp-Stadion als Ordner und in den TSG-Bussen als Fahrer aktiv sein. So wie in den vergangenen Jahren auch.

Durch die TSG mehr Struktur im Alltag

Nachdem der selbstständige Handelsvertreter für Garagen und Carports in Rente gegangen war, suchte er eine Beschäftigung, um wieder mehr Struktur in seine Tage zu bekommen. Die Leidenschaft für die TSG war bei dem langjährigen Vereinsmitglied zu diesem Zeitpunkt bereits da. Also warum nicht einfach für den Herzensklub arbeiten, dachte sich Beil. „Eigentlich wollte ich als Schulbetreuer anfange, aber da war gerade nichts frei“, erinnert er sich. Doch als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, als Fahrer tätig zu sein, war er auch dafür zu haben. „Beruflich bin ich schon immer viel gefahren und das hat mir immer Spaß gemacht. Von daher hat der Fahrer-Job für mich auch gut gepasst.“

Ordner im Dietmar-Hopp-Stadion war Beil zu diesem Zeitpunkt bereits, nachdem er sich 2016 erfolgreich auf eine Stellenausschreibung gemeldet hatte. „Während der Spiele mache ich meistens kleinere Kontrollen. Ansonsten kann ich aber auch einfach zuschauen“, sagt der 70-Jährige. Durch seine Fahrertätigkeit, aber auch durch die vielen Spiele, die Beil sieht, kennt er vor allem die U19-Spieler gut. „Es macht einfach Spaß, mit jungen Leuten zu tun zu haben. Das hält mich auch ein bisschen jung und ist einfach was anderes, als wenn ich nur Rentnergymnastik machen würde.“

Youth-League-Spiele als besondere Höhepunkte

Höhepunkte gab es bei den vielen Akademie-Partien, die Beil schon gesehen hat, einige. „Die Youth-League-Spiele waren natürlich ganz besondere Highlights.“ Auf solche Erlebnisse müssen der treue Ordner und alle anderen aufgrund der Corona-Pandemie aktuell verzichten. Da der Fußball nun seit mehr als drei Monaten weggefallen ist, muss Beil seine Tage anders füllen. „Ich versuche, in Bewegung zu bleiben. Anfangs bin ich noch ins Fitnessstudio gegangen, aber das hat dann ja zwischenzeitlich auch zugemacht. Da hatte ich kurz das Gefühl, als ob wirklich alle Dinge, die mir Spaß machen, wegfallen.“

Immerhin die Fitnessstudios dürfen ja nun wieder öffnen. Und Beil hofft, möglichst bald auch wieder Live-Fußball als Ordner oder als TSG-Fan im Stadion verfolgen zu können und die Akademie-Jungs zum Training zu fahren. An ein Ende seiner Jobs bei seinem Herzensverein denkt der umtriebige Rentner nämlich noch lange nicht: „Solange die Gesundheit mitmacht, höre ich bestimmt nicht auf.“

 

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