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PROFIS
08.05.2020

Schreuder: „Freuen uns, wieder loszulegen!“

Nach zweimonatiger Zwangspause ist die TSG Hoffenheim gestern wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Das Team von Trainer Alfred Schreuder kann sich nun fokussiert auf die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga am Samstag, 16. Mai um 15:30 Uhr in der PreZero Arena gegen Hertha BSC vorbereiten.

Alfred, wie groß ist die Vorfreude nach den vielen Wochen der Ungewissheit?

„Zunächst möchte ich noch einmal betonen, dass die Unterbrechung der Saison Mitte März im Hinblick auf den sich immer weiterverbreitenden Coronavirus die einzig richtige Entscheidung war. Die Gesundheit steht über allem. Und so stand in dieser für alle unbekannten Situation das Verständnis, einen veränderten Alltag zu akzeptieren, bei meinen Spielern und dem Trainerteam nie infrage. Die Disziplin und Solidarität aller im Klub beeindruckt mich.  Nun vertrauen wir auch den Experten, die ein wie ich finde außergewöhnliches Konzept entworfen haben und damit dafür gesorgt haben, dass wir Grünes Licht für die Wiederaufnahme der Bundesliga bekommen haben. Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir wieder loslegen können und danken auch für das Vertrauen, das die Politik uns durch diesen Schritt ausspricht. Es ist aber für uns alle eine Verpflichtung, die in uns gesetzten Erwartungen zu erfüllen.“

Quarantäne-Hotel, Mundschutz, Hände-Schüttel-Verbot, reduzierter Kontakt zu Vereinskollegen und zur Außenwelt – mit der Fortsetzung der Liga gehen strikte Verhaltensregeln einher…

„Und das ist auch gut so. Selbstverständlich werden wir uns alle immer wieder selbst ermahnen und gegenseitig sensibilisieren, dass wir wach und aufmerksam bleiben. Aber dieser strikte Plan ist nicht nur die Grundvoraussetzung dafür, wieder unserem Job nachgehen zu können, es ist nicht weniger als der Schutz der eigenen Gesundheit. Und die steht wie gesagt zuvorderst.“

Das Team war zunächst drei Wochen zu Hause und bekam unter anderem individualisierte Trainingspläne, danach wurde seit Anfang April nur in kleinen Gruppen im Trainingszentrum gearbeitet. Wie fit kann eine Mannschaft sein, die in einer Woche wieder in den Wettbewerb einsteigt?

„Die Jungs sind fit und brennen auf die Spiele. Keine Frage. Sie haben auch zu Hause gut gearbeitet und anschließend haben wir über abwechslungsreiche Trainingsinhalte versucht, Motivation und Fitness gleichermaßen hochzuhalten. Ich bin mir sicher, dass uns das gut gelungen ist.“

Dennoch bleibt letztlich nur eine Woche für die Vorbereitung im Mannschaftstraining?

„Sicherlich ist das nicht optimal, weil auch andere Teams aufgrund großzügigerer Vorgaben in ihren Bundesländern früher in größeren Gruppen oder sogar mit dem Teamtraining beginnen konnten. Von daher ist es auch eine gute Entscheidung der DFL, nicht direkt mit einer englischen Woche zu beginnen. Wir haben nach dem Spiel gegen Hertha BSC noch etwas mehr Zeit für eine gemeinsame fokussierte Vorbereitung auf die Auswärtspartie in Paderborn, ehe es dann Schlag auf Schlag in den Endspurt geht.“

Eine persönliche Frage zum Abschluss: Hättest Du Dir Deine erste Saison als Bundesliga-Chefcoach so vorgestellt?

„Abwechslungsreich und außergewöhnlich kann man das nennen, was ich hier binnen weniger Monate erlebt habe. (lacht) Aber im Ernst, die Situation durch das Coronavirus war für uns alle eine enorme, unerwartete Herausforderung. Und dabei meine ich nicht uns Fußballer, sondern die gesamte Gesellschaft. Ich bin wirklich froh und dankbar, wie besonnen der Umgang hierzulande mit dieser nie dagewesenen Situation war und ist. Wir als Profi-Fußballer sind in einer sehr privilegierten Lage, und ich hoffe, dass das nun auch der letzte in unserer Branche verstanden hat, der vor kurzem noch meinte, es ginge ewig so weiter. Uns wurde durch Corona sehr deutlich vor Augen geführt, wie schnell sich Dinge ändern können und Konstanten wegbrechen. Deshalb bin ich in Gedanken auch oft bei denen, die zuletzt schwere Tage erlebt haben. Bei jenen, die private, berufliche oder gesundheitliche Unwägbarkeiten zu bewältigen hatten oder die trotz gesundheitlicher Bedrohung unermüdlich für andere da waren. Ihnen gilt der Dank. Zudem bin ich froh, dass bei der TSG alle ohne Zögern bereit waren, über einen Gehaltsverzicht und den Hilfsfonds „TSG hilft“ Unterstützung anzubieten.“

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