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FRAUEN
22.05.2020

Ohne Ehrmann in den Endspurt: „Herausforderung angehen!“

Die Vorbereitungen auf den Re-Start der FLYERALARM Frauen-Bundesliga laufen auf Hochtouren, den Endspurt bis zum Top-Spiel beim FC Bayern München (Samstag, 30. Mai, 13 Uhr) wird Trainer Jürgen Ehrmann allerdings aus beruflichen Gründen verpassen. Im Interview sprechen Ehrmann und Trainer Gabor Gallai über die Herausforderungen der Situation und die Vorbereitungen aufs Auftaktspiel.

Seit Mittwoch steht fest, dass der Spielbetrieb in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und im DFB-Pokal der Frauen wieder startet. Wie habt ihr diese Neuigkeiten aufgenommen?

Gabor Gallai: „Ich habe mich sehr über die Entscheidung gefreut. Ich sehe es als großes Privileg, dass wir wieder Fußballspielen können. Die Saison lief für uns ohne Zweifel bisher sehr erfolgreich und umso schöner ist es, dass wir sie – wenn auch unter anderen Umständen – fortsetzen können.“

Jürgen Ehrmann: „Es ist ein tolles Zeichen und zeigt den Stellenwert, den wir haben. Für uns geht es nun darum, innerhalb kurzer Zeit wieder etwas auf die Beine zu stellen. Das ist eine große Herausforderung, die unsere Vorfreude aber nicht trübt. Auch die Spielerinnen freuen sich auf den Re-Start.“

Am Sonntag geht es für die Mannschaft ins Hotel, denn das Hygienekonzept schreibt eine einwöchige Quarantäne vor dem ersten Spiel vor. Jürgen, Du wirst das Quartier nicht mit beziehen und verpasst damit die verbleibenden Trainingseinheiten sowie die Partie beim FC Bayern München. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Ehrmann: „Ich bin nicht nur Trainer, sondern auch Berufsschullehrer. Aus diesem Job kann ich nicht einfach eine Woche raus. Die Schüler stehen vor ihren Abschlussprüfungen, die Personaldecke an unserer Schule ist aufgrund der jetzigen Situation sowieso schon sehr dünn. Ich trage gegenüber meinen Schülern und auch den Spielerinnen eine Verantwortung, deshalb werde ich in der kommenden Woche außen vor sein. Das ist natürlich ärgerlich, denn ich habe in den vergangenen Jahren immer alles dafür getan, um im Training und bei den Spielen zu sein. Ich habe in meiner Zeit bei der TSG bisher kein einziges Spiel verpasst. Aber es ist auch kein Untergang und wir nehmen die Situation so wie sie ist. Ich bin froh, dass mich nur das Konzept daran hindert, bei der Mannschaft zu sein, und nicht andere Gründe.“

Welche Umstrukturierungen im Trainingsbetrieb wird die Situation mit sich bringen?

Gallai: „Ein Faktor ist natürlich, dass die Möglichkeit wegfallen wird, sich zu zweit über die Trainingseindrücke auszutauschen und so auch Rückschlüsse auf die Mannschaftsaufstellung zu ziehen. An der Trainingswoche wird sich hingegen nicht viel ändern. Auf mich werden insbesondere in der Mannschaftsführung mehr Aufgaben zukommen, beispielsweise die Ansprachen vor dem Spiel. Wir werden das Bestmögliche aus der Situation machen.“

Ehrmann: „Die Absprachen im Trainerteam fallen weg, die Trainingsinhalte haben wir aber bereits abgesprochen. Unser Athletiktrainer Alvaro Molinos wird in der kommenden Woche ebenfalls bei der Mannschaft sein, sodass Gabor nicht allein mit der ganzen Truppe auf dem Platz stehen wird.“

Wie wird die weitere Vorbereitung auf das Spiel gegen München aussehen?

Ehrmann: „Wir werden uns ganz normal auf die Begegnung vorbereiten. Wir hatten zwar keine Testspiele, aber wir wissen trotzdem, was und wie wir spielen können. Außerdem kennen wir unseren Gegner. Deshalb werden wir wie gewohnt die einzelnen Spielphasen trainieren, die Woche wird schnell rumgehen.“

Gallai: „Wir haben den Gegner bereits analysiert und werden am Anfang der Woche zunächst nochmal einige grundlegende Dinge durcharbeiten, die für uns besonders wichtig sind, gerade auch im Hinblick auf das Spiel beim FC Bayern. Wir werden unseren Matchplan vorbereiten und diesen dann ins Training integrieren.“

Auch am Samstag beim Spiel gegen den FC Bayern München werdet ihr die Mannschaft nicht gemeinsam coachen können.

Ehrmann: „Das ist schon ein Nachteil. Gabor ist normalerweise in der ersten Halbzeit für die Analyse zuständig, die wir in der Halbzeitpause einbinden können. Das fällt natürlich flach. Wichtig ist in dieser Situation, dass klare Strukturen herrschen. Ich werde mich am Spieltag nicht einmischen, das würde vermutlich eher Unruhe in die Mannschaft bringen. Mein Vertrauen zu Gabor ist groß, er ist ein absoluter Fachmann. Auch in die Mannschaft habe ich dieses Vertrauen.“

Gallai: „Wir werden nicht irgendwelche Experimente machen, um Jürgen dann doch noch irgendwie einzustricken. Es gibt eine klare Entscheidung, das ist für die Spielerinnen wichtig. Für mich wird es darum gehen, von Beginn an im Coaching präsent zu sein. Die Situation bringt für alle neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich und die werden wir angehen.“

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