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AKADEMIE
20.04.2020

Corona-Chronicles: Wie Vale Lässig der Langeweile trotzt

Der Fußball steht still, doch das Training muss weitergehen – nicht als Mannschaft, aber individuell. Achtzehn99.de wirft nach und nach einen Blick auf jedes einzelne Akademie-Team und spricht mit einem Spieler, Trainer oder Betreuer darüber, wie es ihm und den Mannschaftskameraden oder dem Trainerteam in dieser außergewöhnlichen Zeit ergeht. Heute erzählt U17-Spieler Valentin Lässig, wie er sich zurzeit fit hält – und dass er die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben hat.

Soweit sei alles ok, sagt Valentin Lässig. „Aber so langsam wird es schon ein bisschen langweilig. Ich würde auch gerne mal wieder mehr machen als nur joggen.“ Das Gespräch mit dem Mittelfeldspieler fand während der Osterferien statt, immerhin ist seit Montag wieder Schule – wenn auch nur zu Hause. „Vale“ besucht derzeit die elfte Klasse am Privatgymnasium in St. Leon-Rot, im kommenden Schuljahr stehen die Abiturprüfungen an.

„Der Ball ist Dein Freund“, so heißt der aus mehreren Challenges bestehende Wettbewerb, den U17-Trainer Danny Galm während der Corona-Pause (siehe auch Teil 6 der Doku „Inside TSG U17“) ausgerufen hat: Ball hochhalten in verschiedenen Varianten, dazu noch das eine oder andere Fußball-Quiz. Martin Seiler grüßt zudem regelmäßig per Live-Schalte aus dem Athletikraum des Leistungszentrums und ergänzt das Programm mit Athletik- und Kraftübungen. Das „Aphrodite Workout“ bestehend aus 50, 40, 30, 20 und schließlich zehn Burpees, Situps und Liegestütz beendete Lässig in starken 20:32 Minuten auf Platz vier.

Mit Bruder Emilian in Papas Soccerhalle

„Ich würde gerne endlich wieder mit den Jungs auf dem Trainingsplatz stehen“, sagt der 17-Jährige, der nicht nur die Einheiten auf dem Rasen in Hoffenheim, sondern auch das gemeinsame Herumalbern mit den Teamkollegen in der Kabine vermisst. Fünf Auto-Minuten vom Hause Lässig in Forst entfernt befindet sich die Tennis- und Soccer-Halle, die zwar für den öffentlichen Betrieb geschlossen hat, aber den Eltern gehört. Und besser noch: Mit seinem Bruder Emilian, der in der U23 der TSG spielt, und Vater Andreas, aktuell Trainer der U14, verfügt er gleich noch über zwei kompetente Trainingspartner, zu denen er nicht den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten muss. Die Lässigs können somit sogar effektiv Zweikämpfe üben – leider keine Selbstverständlichkeit in diesen Wochen.

In der Corona-Zeit entdecken viele Jugendliche plötzlich ihre Liebe zu den jüngeren Geschwistern, doch das Verhältnis Valentins zu seinem drei Jahre älteren Bruder sei schon seit jeher sehr gut, bestätigt der U17-Spieler. Wenn sie nicht gerade joggen oder auf der familieneigenen Anlage trainieren, verbringen sie einen Großteil ihrer ungewohnt vielen Zeit bei der Gartenarbeit – oder abends vor dem Fernseher.

Den Titel noch nicht abgeschrieben

Und so ganz hat der 17-Jährige seine sportlichen Ziele für diese Saison auch noch nicht abgeschrieben. „Wenn der Spielbetrieb in der Junioren-Bundesliga noch einmal aufgenommen wird, ist auf jeden Fall noch etwas drin für uns“, sagt Lässig, der die ausstehenden fünf Partien zu gerne noch bestreiten würde. Bei noch vier Punkten Rückstand und dem deutlich besseren Torverhältnis gegenüber Spitzenreiter Mainz sieht der Mittelfeldspieler durchaus noch gute Chancen, den Titel in der Süd/Südwest-Staffel zu gewinnen. „Wir haben sicherlich nichts verlernt. Aber wenn die Pause noch länger andauert, glaube ich eher nicht, dass das noch was wird.“

Der Traum von der Meisterschaft lebt also weiter. Größer ist aber im Moment der Wunsch nach Normalität, raus aus der Monotonie. „Unser Alltag ist gerade ziemlich eintönig, das nervt“, sagt Lässig, der sich regelmäßig mit Freunden chattet und es genießt, wenigstens in die freie Natur raus zu dürfen. „Aber ich würde mich gerne mal wieder mit meinen Jungs treffen und etwas unternehmen.“ Vom Kicken ganz zu schweigen. Die Retro-Spiele, die derzeit in Ermangelung aktueller Begegnungen in den gängigen Sportsendungen gezeigt werden, sind jetzt auch keine echte Alternative. „Es wäre besser, wenn es wieder richtige Spiele geben würde.“

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