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AKADEMIE
01.04.2020

Corona-Chronicles: U13-Coach Söll und die Fitness-Garage

Der Fußball steht still, doch das Training muss weitergehen – nicht als Mannschaft, aber individuell. Achtzehn99.de wirft nach und nach einen Blick auf jedes einzelne Akademie-Team und spricht mit einem Spieler, Trainer oder Betreuer darüber, wie es ihm und den Mannschaftskameraden oder dem Trainerteam in dieser außergewöhnlichen Zeit ergeht. Heute die U13 und ihr Trainer Pascal Söll, der sich für seine Jungs allerhand einfallen lässt und sich im eigens eingerichteten Kraftraum fit hält.

Fahrrad-Ergometer, Hantelbänke, ein Seilzug, eine Klimmzugstange und sogar ein Box-Sandsack – in seiner Garage könnte sich Pascal Söll noch eine ganze Weile fit halten, ohne dass es allzu eintönig werden würde. Doch der U13-Coach, der den 2007er-Jahrgang zusammen mit seinen Trainerkollegen Manuel Sanchez und Denis Bindnagel betreut, möchte natürlich so schnell wie möglich zurück auf den Trainingsplatz. „Im Grunde bin ich zwar noch entspannt, aber wir machen uns schon auch ein wenig Sorgen, dass wir die Saison mit den Jungs nicht zu Ende bringen können.“

Für Söll wäre das vorzeitige Saisonende eine Enttäuschung, denn mit den 20 Talenten des Jahrgangs 2007 sowie dem 2008er Enis Redzepi habe die Arbeit im Grundlagenzentrum bislang viel Spaß gemacht. „Es war toll, zu sehen, welche Entwicklungsschritte die Jungs schon gemacht haben. Das wollen wir natürlich gerne noch fortführen und die Saison regulär beenden.“

Berufsschule geht daheim weiter

Auch abseits des Sportlichen macht sich der langjährige Akademie-Spieler, der von der U14 bis zur U19 das TSG-Trikot trug, so seine Gedanken zu der Corona-Krise: „Ich halte mich an alle Empfehlungen, mache mir aber Sorgen um meine Großeltern. Ich versuche sie, davon zu überzeugen, dass es momentan wirklich keine gute Idee ist, wenn sie noch selber einkaufen gehen.“

Neben seiner Trainertätigkeit absolviert Söll bei der TSG eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Doch die ruht vorerst, da sich alle Mitarbeiter der Akademie-Zentren in Hoffenheim und Zuzenhausen im Homeoffice befinden. Von seiner Berufsschule wird der 23-Jährige jedoch zwei Mal pro Woche mit Aufgaben versorgt. „Auch sonst versuche ich, mich daheim etwas um die Schule zu kümmern“, sagt Söll.

Abwechslungsreichen Trainingsplan entworfen

Für seine U13-Jungs ist der jüngste Akademie-Trainer ebenfalls von daheim im Einsatz. Gemeinsam mit seinen Trainerkollegen Sanchez und Bindnagel sowie Athletiktrainerin Nadine Gayer hat Söll einen detaillierten Trainingsplan entworfen, der athletische, aber auch kreative fußballerische Übungen und Aufgaben beinhaltet. So sollten seine Jungs bereits ein eigenes Jonglierelement erfinden oder aufschreiben, worauf sie bei einer Finte im frontalen Eins-gegen-Eins achten müssen.

Hinzu kommen jede Menge „Challenges“: Ob beim Klimmzüge-Wettbewerb, bei der Übersteiger-Challenge oder beim Jonglieren – jeder U13-Spieler gibt stets sein Bestes, um möglichst gut abzuschneiden. „Die Jungs nehmen das gut an und arbeiten sehr fleißig mit“, bestätigt Söll. Für die „Challenges“ hat sich der 23-Jährige zudem einen besonderen Modus einfallen lassen. Den 21 Spielern sowie fünf Trainern ließ Söll in einer ausführlichen Auslosungszeremonie nationale und internationale Topklubs zuteilen, mit denen die 26 Teilnehmer die Champions League nachspielen. Trainer Manuel Sanchez hat dabei etwa die große Ehre, die TSG zu vertreten. Über die jeweiligen „Challenges“ werden dann die Sieger der Duelle entschieden.

Genug Zeit fürs Heimtraining

Da Söll und seine Trainerkollegen selber an den „Challenges“ teilnehmen, kommen die Aufgaben von U12-Cheftrainer Arne Stratmann. Wettbewerbsverzerrung möchte sich Söll eben nicht nachsagen lassen. Zum Wochenende gibt es zudem stets ein circa 30-minütiges Video, in dem Moderator Söll die Ergebnisse der bisherigen „Challenges“ zusammenfasst und verschiedene Gäste per Videoschalte begrüßt.

Mit seinen Schützlingen befindet sich der Coach im ständigen Austausch. Meist über Gruppenchats, aber immer mal wieder auch im direkten Telefonat mit einzelnen Spielern oder in Telefonkonferenzen mit Kleingruppen. Auch das Trainerteam selbst tauscht sich täglich untereinander aus und stimmt sich ab. „Wir passen die Trainingspläne der Jungs ständig an und optimieren sie“, erklärt Söll.

Genug zu tun also – trotz ausgedünnter Ausbildung und Homeoffice. Und dennoch findet Söll viel Zeit, um selber Sport zu treiben. „So fit wie jetzt in der Corona-Pause werde ich wohl lange nicht mehr sein“, sagt er. Neben ausgedehnten Läufen über die Feldwege rund um seinen Wohnort Bockschaft bei Kirchardt verbringt der 27-malige Junioren-Bundesligaspieler, der aktuell noch für den VfB Bad Rappenau in der Kreisliga aktiv ist, auch einige Zeit in der zum Fitnessraum umfunktionierten Garage. Viel lieber würde er aber seine Jungs über den Trainingsplatz des Grundlagenzentrums scheuchen.

 

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