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AKADEMIE
30.03.2020

Corona-Chronicles: Nadine Gayer hält die U12 auf Trab

Der Fußball steht still, doch das Training muss weitergehen – nicht als Mannschaft, aber individuell. Achtzehn99.de wirft nach und nach einen Blick auf jedes einzelne Akademie-Team und spricht mit einem Spieler, Trainer oder Betreuer darüber, wie es ihm und den Mannschaftskameraden oder dem Trainerteam in dieser außergewöhnlichen Zeit ergeht. Heute: Athletiktrainerin Nadine Gayer und die U12.

Seit zwei Wochen sind Spieler und Mitarbeiter der TSG weitgehend im Home Office. „Mir und meiner Familie geht es gut, wir sind beschwerde- und sorgenfrei“, sagt Nadine Gayer, die Athletik- und Reha-Trainerin der U12. Wie für ihre Kollegen aus den anderen Teams gilt es derzeit, den Trainingsbetrieb ohne direkten persönlichen Kontakt so gut es geht aufrecht zu erhalten. „Die tägliche Fahrt nach Zuzenhausen entfällt, aber wie weniger Arbeit fühlt es sich nicht an“, sagt die 30-jährige gebürtige Mannheimerin.

Nach ihrem Studium der Sportwissenschaft in Karlsruhe und einem Praktikum auf dem TSG AOK Campus trat Nadine Gayer im Juli 2017 ihre Festanstellung in der TSG-Akademie an, seitdem ist sie in oben genannter Funktion für drei Mannschaften zuständig: die U14, U13 und U12. Ihr Lebensgefährte arbeitet ebenfalls für die TSG, im Scoutingbereich. „Auch er kann im Home Office normal weiter arbeiten, so verbringen wir viel gemeinsame Zeit an unseren Laptops.“ Nadine Gayer ist die einzige Frau im sportlichen Bereich der TSG-Akademie, mit ihrer positiven Ausstrahlung genießt sie bei Spielern wie Mitarbeitern eine hohe Akzeptanz.

Dankeschön an die Eltern

Die Kontakte, die nun eben individuell und nicht im Kollektiv stattfinden, füllen den Tag gut aus. „Die Jungs haben immer wieder viele Fragen, sie sind ja auch noch jünger und noch nicht so erfahren, wobei es natürlich für uns alle eine neue und ungewohnte Situation ist. Aber das ist auch gut so. Das zeigt mir, dass die Jungs ehrgeizig und willig sind. Man lernt so die einzelnen Charaktere noch besser kennen“, sagt die Sportwissenschaftlerin.

Und nebenbei geht es auch darum, die in allen Teams so beliebten Video-Challenges am Leben zu halten. Bei der U12 heißt eine Disziplin im bestehenden teaminternen Wettbewerb „Bring Sally Up Challenge“, dabei gilt es, zum gleichnamigen Lied so lange wie möglich Liegestütze zu machen. In Führung liegt momentan Neno Žeželj, dicht gefolgt von Maximilian Theuer. „Hier gilt auch ein großes Dankeschön den Eltern. Sind sie oftmals die Regisseure hinter der Kamera, die die Jungs bei den Challenges motivieren!“

Sprintanalyse mit Usain Bolt

„Wenn man dem Ganzen etwas Positives abgewinnen will, dann ist es die Tatsache, dass man sich nun auch um konzeptionelle Dinge kümmern kann, die im Alltag zu kurz kommen, wie zum Beispiel das Lesen wissenschaftlicher Paper“, so Nadine Gayer. Darüber hinaus kann sich die Mannheimerin verstärkt um die „AG Erfindung“ kümmern, die zu Saisonbeginn von den Trainern des Grundlagenbereichs ins Leben gerufen wurde und die weiterhin – per Videokonferenz – regelmäßig tagt.

„Hier geht es unter anderem darum, wie wir technisch-taktische Elemente spielerisch vermitteln oder den Ernährungsleitfaden kindgerecht gestalten können. Wir sind alle offen für neue Ideen und das macht den Job auch so interessant.“ Derzeit arbeitet die Athletiktrainerin zum Beispiel an einer Sprintanalyse, in der sie den Jüngsten wichtige Technikknotenpunkte des Sprints vermitteln möchte. Dabei stellt sie Bilderreihen aus den Sprints der TSG-Talente neben solche des mehrfachen Weltmeisters und Olympiasiegers Usain Bolt. Von Langeweile kann während der „Corona-Zeit“ absolut keine Rede sein.

„Die Jungs kriegen es echt gut hin“

Und wie hält sich die Athletiktrainerin selbst in diesen Tagen in ihrer Wahlheimat Wiesloch fit? „Joggingschuhe raus und in den Weinbergen joggen. Und natürlich nehme ich auch an unseren Challenges teil.“ In der Kategorie „Seilspringen“ liegt sie in der Erwachsenenwertung in Führung – mit einem Wert, der auch bei den Spielern für Platz eins reichen würde. Den U12-Jungs, die ja nebenbei auch die schulischen Herausforderungen meistern müssen, stellt sie ein sehr gutes Zeugnis aus: „Sie kriegen es echt gut hin. Ich hoffe, die Motivation bleibt auf diesem Niveau!“

Nadine Gayer sieht sich gerade in diesen Tagen in der Bedeutung ihres Jobs, den sie nun noch mehr zu schätzen gelernt hat, bestätigt. Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist da, hält sich aber noch in Grenzen. „Ich wünsche mir, dass meine Familie, meine Freunde und Kollegen gesund bleiben und dass bald alles wieder so wird, wie früher. Dass wir alle wieder samstags um 15:30 Uhr im Stadion oder bei unseren Jugendspielen sein können.“

Von ihrer positiv-optimistischen Einstellung hat die 30-Jährige nichts eingebüßt. „Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft und freue mich, demnächst wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen.“

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