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ALLGEMEIN
31.01.2020

16. Erinnerungstag im deutschen Fußball

Die TSG Hoffenheim unterstützt beim Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen die DFL-Aktion zum „Erinnerungstag im deutschen Fußball“. Im Rahmen der Initiative „!Nie wieder“ wird an die Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau gedacht.

Am 27. Januar 2020 jährte sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit wurden. Mit dem „Erinnerungstag im deutschen Fußball” gedenken die DFL und die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga am 19. und 20. Spieltag den Opfern des Nationalsozialismus. Vor 16 Jahren wurde der Gedenktag durch die Initiative „!Nie wieder” ins Leben gerufen, die sich die Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau zu eigen gemacht hat.

Der Tag erinnert die Fußballfamilie daran, dass Menschen aus ihren Reihen von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Dass dieses grausame Verbrechen geschah, daran hatte auch der Fußball seinen Anteil. Der Ausschluss und damit die Preisgabe der jüdischen und kommunistischen Vereinsmitglieder, sehr oft als jubelnde Erfolgsmeldung in den Vereinsnachrichten veröffentlicht, wird unvergessen bleiben. Neben jüdischen Menschen, den politischen Gegnern und anderen ausgegrenzten Gruppen waren im Besonderen die deutschen und europäischen Sinti und Roma in der NS-Zeit schrecklicher Verfolgung ausgesetzt. Hunderttausende fielen der Vernichtungspolitik der Nazis zum Opfer; allein im KZ Auschwitz wurden mehr als 20.000 von ihnen ermordet.

In Zeiten von zunehmendem Populismus, sowohl in Deutschland wie auch in den europäischen Nachbarländern, gilt es umso mehr, sich auf die gemeinsamen europäischen Werte zu besinnen und sich zu Demokratie und Toleranz zu bekennen. Dieses Engagement ist alternativlos. Die Fußballfamilie hat das verstanden. Immer mehr Fans und Fanprojekte, Amateur- und Profivereine, Fußballverbände und zivilgesellschaftliche Initiativen arbeiten mit Phantasie und Mut für ein den Menschenrechten verpflichtetes Gemeinwesen und für eine offene und solidarische Gesellschaft. Dafür arbeitete auch der jüdische Fußballpionier Walther Bensemann, Initiator und Mitbegründer vieler deutscher Fußballvereine und Gründer des Sportmagazins „Kicker“. Bereits 1923 warb er in einem Beitrag des Sportmagazins für ein Modell gegen Nationalismus und Militarismus: die Vereinigten Staaten von Europa. Er war davon überzeugt, dass der Fußball einen Beitrag für ein friedliches und tolerantes Deutschland und Europa leisten könne. 2020, im Jahr der Fußball-Europameisterschaft, knüpfen wir am „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ an diese europäische Vision an. Walther Bensemann hat uns mit seinem sozialen Engagement, mit der Anregung und der Organisation von „Internationalen Fußballspielen um Friedenspokale“ den Weg gewiesen. „Der hohen Ethik des gemeinschaftlichen Bandes“ fühlen wir uns am „16. Erinnerungstag im deutschen Fußball“ zutiefst verpflichtet. Diese Ethik gilt für alle Menschen weltweit. Sie ist dem Fußball seit seinen Anfängen eingeschrieben. „!Nie wieder“ ist wehrhafte Einmischung! Das sind wir den Opfern, den Überlebenden von Auschwitz, uns selbst und Europa schuldig.

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