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AKADEMIE
20.06.2018

WM-Serie (7/13): Gilson und die Seleção

Die 21. Fußball-Weltmeisterschaft zieht uns bis zum 15. Juli in ihren Bann. 32 Nationen kämpfen in Russland um den Titel. Wir fiebern mit, aber nicht nur mit der deutschen Elf. Auf achtzehn99.de präsentieren Spieler, Trainer und Mitarbeiter der TSG Akademie ihr Land. Heute: Portugal.
Für die Portugiesen steht heute schon das zweite Gruppenspiel an. Nach dem spektakulären 3:3 gegen Spanien möchten Cristiano Ronaldo & Co. gegen Marokko einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. Von den Akademie-Mitarbeitern wird Gilson Pereira heute besonders mitfiebern. Der künftige Athletiktrainer der U12 und U13 ist der Sohn portugiesischer Eltern und mit dem Herzen ganz klar bei der Seleção.

DAS SAGT UNSER MANN

Das Essen, die Mentalität und natürlich die Familie – mit Portugal verbindet Gilson Pereira ausschließlich Positives. „Ich selbst bin Deutscher, aber meine Eltern sind Portugiesen und in meiner Jugend war ich oft bei meiner riesigen Familie in der Nähe von Porto“, berichtet der 29-Jährige, der ab Juli als neuer Athletiktrainer im Grundlagenzentrum die U13, die U12 und die Kinderperspektivteams der TSG betreut.

Besonders gefällt Pereira aber natürlich auch der portugiesische Fußball. Die Spiele der Seleção verfolgt er mindestens genauso aufmerksam und intensiv wie die der deutschen Mannschaft. „Mit dem Kopf bin ich bei der WM für beide Teams, aber mit dem Herzen für Portugal“, gibt er zu. Einen portugiesischen Lieblingsklub hat Pereira zwar nicht, aber die Spiele der Nationalelf sind für ihn etwas Besonderes: „Es passiert etwas in mir, wenn ich die Nationalmannschaft und die Hymne erlebe. Am liebsten schaue ich die Spiele dann mit der Familie.“

Obwohl natürlich der fünfmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo der unumstrittene Star im portugiesischen Team ist, schwärmt Pereira für einen anderen Spieler der Seleção: „Ricardo Quaresma ist für mich der talentierteste Spieler am Ball. Ihm zuzusehen macht mir am meisten Spaß.“

Mit Begeisterung hat auch Pereira das erste Gruppenspiel der Portugiesen verfolgt. Im iberischen Duell mit dem Nachbarland Spanien gab es ein 3:3 (mit drei Ronaldo-Toren), das auch den neuen Akademie-Athletiktrainer optimistisch für den weiteren Turnierverlauf stimmt: „Ich sehe Portugal mindestens im Viertelfinale.“ Dem Team von Trainer Fernando Santos werde auch der EM-Titel 2016 in die Karten spielen, glaubt Pereira: „Andere Mannschaften werden dem amtierenden EM-Sieger mit erhöhtem Respekt begegnen, was die Spieler dann wiederum ausnutzen können.“

Für die heutige Partie gegen Marokko tippt der 29-Jährige einen 2:0-Sieg. „Die portugiesische Mannschaft ist technisch und taktisch überlegen und die Verteidigung wird hier nichts anbrennen lassen.“ Pereiras augenzwinkernde Prognose für den Weltmeister 2018 ist hingegen nicht ohne Eigennutz: „Portugal oder Deutschland. Weil ich in jedem Fall feiern gehen möchte.“

DER WEG NACH RUSSLAND

Eine starke Qualifikation spielte der Europameister von 2016, der es in seiner Gruppe mit der Schweiz, Ungarn, Lettland, den Färöer-Inseln und Andorra zu tun bekam. Die erste Partie in der Schweiz ging zwar mit 0:2 verloren, doch danach gewannen die Portugiesen einfach mal alle restlichen neun Partien – davon sieben ohne Gegentor. Punktgleich mit den Schweizern stand die Seleção am Ende aufgrund der um zwölf Tore besseren Tordifferenz auf dem ersten Platz, der das Direktticket nach Russland bedeutete.

Überragender portugiesischer Spieler der WM-Quali war wieder mal Ronaldo, der in neun Einsätzen 15 Mal traf, was europaweit nur von Robert Lewandowski mit 16 Toren für Polen getoppt wurde. Dauerbrenner bei den Iberern waren Torhüter Rui Patrício (Sporting, ab 2018/19 Wolverhampton Wanderers) und Angreifer André Silva (AC Milan), die in allen zehn Qualifikationsspielen auf dem Platz standen.

BEKANNTE NAMEN

Ronaldo, Ronaldo, Ronaldo – wenn von der portugiesischen Nationalmannschaft die Rede ist, fällt unweigerlich auch der Name des Starspielers von Real Madrid. Der zurzeit wohl beste Spieler der Welt hat nicht nur in diesem Jahr zum fünften Mal die Champions League gewonnen (4x mit Real, 1x mit Manchester United) und wurde zum sechsten Mal in Folge Torschützenkönig der Königsklasse, mit seinen drei Toren im Auftaktspiel gegen Spanien hat er auch seine starke WM-Form unterstrichen und diejenigen Kritiker vorerst Lügen gestraft, die behaupteten, dass der 33-Jährige bei großen Turnieren zu häufig zu blass blieb .

Doch Portugal ist nicht nur Ronaldo. In allen Mannschaftsteilen stehen Trainer Santos Spieler von internationalem Format zur Verfügung: von Patrício im Tor über die erfahrene Abwehrkante Pepe (Beşiktaş), die kreativen João Moutinho (AS Monaco), Bernardo Silva (Manchester City) und João Mário (West Ham United) im Mittelfeld bis hin zu Ronaldos Sturmpartnern Silva oder Quaresma.

Ein portugiesischer WM-Held früherer Tage ist zweifelsohne Eusébio, der bei der bis 1986 einzigen WM-Teilnahme 1966 in England mit neun Toren in sechs Spielen glänzte. Im Übrigen eine der wenigen Bestmarken, die der Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze Ronaldo noch nicht überboten hat. Aktuell steht CR7 bei sechs WM-Toren in 14 Einsätzen.

WM-HISTORIE

Der portugiesische Fußball befindet sich seit Beginn des neuen Jahrtausends in einer Hochphase. Bis 2002 standen nur zwei WM-Teilnahmen zu Buche, doch seitdem war die Seleção immer dabei. So erfolgreich wie bei der Premiere 1966 war jedoch kein portugiesisches Team. Mit drei Siegen gegen Ungarn, Bulgarien und Brasilien (mit Pelé, Jairzinho und Garrincha) fegten Eusébio & Co. durch die Gruppenphase. Im Viertelfinale trafen die Portugiesen dann auf ein anderes Überraschungsteam: Nordkorea, das in der Gruppenphase Italien geschlagen und hinter sich gelassen hatte. Nach 25 Minuten lag Portugal bereits mit 0:3 zurück, doch dann drehte Eusébio auf und sorgte mit vier Treffern nahezu im Alleingang dafür, dass die Portugiesen ins Halbfinale einzogen. Endstand: 5:3.

Im Halbfinale unterlag die Seleção dann zwar dem späteren Weltmeister England mit 1:2, doch durch den 2:1-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen die Sowjetunion erzielte das Team von 1966 das bis heute beste WM-Ergebnis der Landesgeschichte.

Ähnlich erfolgreich war die sogenannte „Goldene Generation“ der Portugiesen 2006 beim Turnier in Deutschland. Mit drei Siegen in drei Spielen ging es durch die Gruppenphase. Anschließend schalteten Luís Figo, Deco, Maniche, der damals 21-jährige Ronaldo und ihre Teamkollegen im Achtelfinale die Niederlande mit 1:0 und im Viertelfinale England im Elfmeterschießen aus, ehe es im Halbfinale eine 0:1-Niederlage gegen Frankreich gab. Das Spiel um Platz drei gegen Deutschland ging dann mit 3:1 an den Gastgeber, wodurch es die 2006er verpassten, das bisher beste Ergebnis der Landesgeschichte einzustellen.

FAKTEN

Verband
FPF| Federação Portuguesa de Futebol [Portugiesischer Fußballbund]

Gründung
1914

Spitzname der Nationalmannschaft
Seleção („Die Mannschaft“)

WM-Teilnahmen
6 | 1966, 1986, 2002, 2006, 2010, 2014

Größter WM-Erfolg
Dritter Platz 1966

WM-Duelle gegen Deutschland
2006, Spiel um Platz drei, Deutschland – Portugal 3:1
2014, Vorrunde, Deutschland – Portugal 4:0

Trainer
Fernando Santos (seit September 2014)

FIFA-Weltrangliste
4.

Große Klubs
SL Benfica, Sporting CP, CF Belenenses (alle aus Lissabon), FC Porto, Boavista FC (beide aus Porto)

Aktueller Meister / Pokalsieger
FC Porto / CD Aves

Einwohner (Weltrangliste)
10,3 Millionen (88.)

Fläche
92.090 Quadratkilometer (Verhältnis zu Deutschland 1:3,9)

Ergebnisse und Termine
Fr., 15.06., 20 Uhr: Portugal – Spanien 3:3
Mi., 20.06., 14 Uhr: Portugal – Marokko [Moskau]
Mo., 25.06., 20 Uhr: Iran – Portugal [Saransk]
Alle Zeiten MESZ.

Weitere Teile der WM-Serie

1 Russland [Nick Breitenbücher]
2 Marokko [Yanis Outman]
3 Island [Lukas Petersson]
4 Serbien [Marjan Petković]
5 Schweden [Filston Mawana]
6 Japan [Patrick Hey]

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