Alle Ergebnisse TSG eSPORTS TSG Radio
PROFIS
03.10.2017

Robin Hack - Traumdebüt mit Schönheitsfehler

Freiburg. 1. Oktober 2017. 13.30 Uhr - Robin Hack steht #DASERSTEMAL für die TSG in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Freiburg. 1. Oktober 2017. 13.44 Uhr - Robin Hack erzielt sein erstes Bundesliga-Tor. Freiburg. 1. Oktober 2017. 14.12 Uhr - Robin Hack wird nach einem Zusammenprall mit Teamkollege Kevin Vogt ausgewechselt. Die Diagnose am späten Nachmittag - leichte Gehirnerschütterung. Ein Profi-Debüt im Alter von 19 Jahren für die Klub-Geschichtsbücher. Im Mai trug ein Porträt des Youngsters im TSG-Monatsmagazins SPIELFELD die Überschrift "Bereit für die große Bühne", das hat der Offensivspieler in Freiburg bewiesen.

Das Fachmagazin "Kicker" wählte den 19-Jährigen prompt in die "Elf des Spieltags" und Kevin Vogt, der die TSG an diesem Nachmittag als Kapitän im badischen Derby auf den Platz führte, erklärte nach der Partie: "Robin war sehr agil und hatte tolle tiefe Laufwege. Mit dem Tor hatte er ein sehr ordentliches Debüt. Ich bin froh, dass seine Verletzung nicht schlimmer ist und er nicht lange fehlen wird." Der 19-Jährige war erst im Sommer 2017 aus der eigenen Jugend zu den TSG-Profis gestoßen. Im Juni unterschrieb er seinen ersten Profivertrag in Hoffenheim, ehe es mit der U19 des DFB zur EM nach Georgien ging - zusammen mit Dennis Geiger.

Deshalb stieß Hack erst im Trainingslager der TSG in Windischgarsten zum Team. "Robin spielt eine Position, die es in Deutschland nicht so oft gibt - er ist ein klassischer Außenstürmer", sagte Co-Trainer Matthias Kaltenbach damals in Österreich nach den ersten Trainingseindrücken. "Er ist dribbelstark und hat ein enormes Tempo, weshalb er in Eins-gegen-Eins-Situationen nur schwer zu halten ist. Er ist frech, probiert viele Dinge. Dabei klappt längst nicht alles, aber man kann schon sehen, was er drauf hat." Das war auch schon in der Hoffenheimer Jugend zu sehen. 25 Tore in 48 Spielen der U17-Bundesliga und 17 Tore in 24 Partien der U19-Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Kein Wunder, dass er in Freiburg mit seinem zweiten Abschluss sein erstes Tor erzielte.

Wendepunkt - Sommer 2015

Für den Außenstürmer war der Heimsieg der TSG gegen den FC Bayern München im April 2017 eine Art Erweckungserlebnis. Ein Katalysator aller Träume. "Gegen die Bayern zu spielen: Das ist ein Traum", sagt Robin Hack. Als U19-Spieler war er damals Augenzeuge in der Sinsheimer Arena. "Eigentlich gehe ich nicht so oft ins Stadion, obwohl ich in der Nähe wohne", erklärte der Youngster im Mai im SPIELFELD. An jenem Abend aber war es da, das Gefühl: "Immer wenn ich da bin, frage ich mich: 'Wann spiele ich dort?' Ich muss einfach Gas geben, um dort einmal auflaufen zu dürfen." Das Gas geben hat sich ausgezahlt - noch nicht in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena, noch nicht gegen die Bayern, aber am vergangenen Sonntag in Freiburg.

Robin Hack wusste schon lange, was er will. Er hat alles abgestimmt auf die Karriere auf dem grünen Rasen. An Selbstbewusstsein mangelt es Hack nicht. Auch, weil er in seinem jungen Alter schon Negatives erlebte und daraus lernte. 2015 verpasste er die U17-WM in Chile aufgrund einer schweren Verletzung. Dieser Sommer war ein Wendepunkt in seiner Laufbahn. In der Junioren-Bundesliga-Partie gegen Ingolstadt brach ihm sein Gegenspieler bei einem rüden Foulspiel das Schien- und Wadenbein. Danach kollabierte Hack auf dem Rasen, kam erst in der Klinik wieder zu sich. Es folgten schwere Wochen und Monate der Reha. "Ich habe gesehen, wie schnell alles vorbei sein kann“, sagt Hack reflektiert. "Ich habe viel gelernt, mir bewusster gemacht: Ich muss auf meinen Körper achten, noch professioneller sein, mehr tun, egal ob Regeneration, Dehnübungen oder Athletik. Ich mache nun viel mehr."

Abhaken, Mund abputzen, lernen, besser machen. So lebt Robin Hack seinen Sport. Immer schon. "Für mich gab es nur Fußball. Immer nur Fußball." Mit 14 Jahren verließ er Pforzheim, um bei der TSG professionell gefördert zu werden. Unter Tränen der Mutter und seiner kleinen Schwester, die den Sohn und Bruder kaum gehen lassen mochten. "Das war hart für sie, aber ich wollte immer Profi werden und für mich war es klar, dass ich dann auch mehr investieren muss." Heute sagt er: "Ich habe es nie bereut." Robin ging in eine Gastfamilie, erst vor kurzem zog er in Sinsheim in eine eigene Wohnung. Er glaubte immer an seine Chance in Hoffenheim, auch weil er am Beispiel seines früheren und heutigen Teamkollegen Philipp Ochs sehen konnte, dass es funktionieren kann. Vielleicht nicht immer wie beim Debüt in Freiburg, aber es kann funktionieren.

Zum Spielerprofil von Robin Hack >>

Jetzt Downloaden!
Seite Drucken nach oben