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CAMPUS
14.06.2016

Wolfgang Heller: Rückblick auf die Meistersaison

Am Ende hat es doch bis zum letzten Spieltag gedauert, bis U15-Cheftrainer Wolfgang Heller mit seinem Team den Titel bejubeln durfte. Verdient war die dritte Süddeutsche der C-Junioren in der Vereinsgeschichte aber allemal. So stellte die TSG die beste Abwehr der Regionalliga Süd, landete die meisten Siege und kassierte die wenigsten Niederlagen. Obendrein war die Heller-Truppe auch noch das fairste Team der Liga und bestach mit 13 verschiedenen Torschützen vor allem dadurch, dass sie sehr ausgeglichen besetzt war. Im Interview blickt der Meistercoach auf die Erfolgssaison zurück.

Herr Heller, Ihre Mannschaft ist mit zehn Spielen ohne Niederlage furios in die Saison gestartet. Haben Sie bereits in dieser frühen Phase gemerkt, dass es in dieser Spielzeit für ganz oben reichen könnte?

Wolfgang Heller: Ja, wir haben ja schon in der U14 gesehen, dass die Truppe richtig gut unterwegs ist. Aber sie hat sich dann noch mal gut entwickelt – gerade wenn man sieht, wie viele Verletzte wir immer mal wieder hatten. Max Kias ist beispielsweise die ganze Runde über ausgefallen, und er hätte sicherlich zum Stammpersonal gezählt. Auch Lukas Schappes, Luca Hofmann, Cedric Späth, Niklas Mahler oder zu Beginn der Saison Jassin Naainiaa standen immer mal nicht zur Verfügung, sodass wir schon arg gebeutelt waren. Umso schöner, wenn man am Ende trotzdem den Titel holt.

Was hat denn die sportliche Qualität der Mannschaft ausgemacht?

Heller: Man sieht es ja ganz gut an unseren Nationalspielern – einer im Tor, einer in der Innenverteidigung – dass wir defensiv besonders stark waren. Unsere Kette hat sich gut ergänzt und stand relativ häufig zusammen auf dem Platz. Wir haben 14 Mal zu Null gespielt, und gegen den Ball arbeiten bei uns alle gut. Gerade vorne sind wir diesbezüglich schon gut unterwegs gewesen. Und hinten standen wir richtig stabil.

Innerhalb der Mannschaft wurde immer wieder der ganz besondere Zusammenhalt betont. Haben Sie das auch so erlebt?

Heller: Definitiv, das war in diesem Jahrgang aber schon immer so – also auch in den Jahren zuvor. Es war schon top, wie die Jungs miteinander umgegangen sind. Dazu haben sich die Neuen gut integriert, sodass es einfach ein harmonischer Jahrgang war. Auch die Eltern haben drumherum viel gemacht und gefördert.

Wen würden Sie über die Saison als Ihre Schlüsselspieler bezeichnen?

Heller: Das haben wir auf viele Schultern verteilt. Es gab auch ein paar graue Eminenzen, die nicht unbedingt Stammspieler waren, aber den Laden am Leben gehalten haben. Aber klar, Antonis Aidonis als unser Kapitän hat schon ein besonderes Standing innerhalb der Mannschaft – auch wenn er nicht immer so lautstark ist. Dazu noch die Spieler aus unserem Mannschaftsrat – also Marcello Tripi, Selim Jungmann und Julius Heimpel. Dass mit Selim ein Neuzugang gleich in den Mannschaftsrat gewählt wurde, war auch recht ungewöhnlich.

Mit Daniel Klein und Antonis Aidonis haben schon zwei Spieler aus Ihrem Team ihre ersten Junioren-Länderspiele für die deutsche U15 gemacht. Was macht ihre Qualität aus?

Heller: Antonis ist technisch stark – links wie rechts. Er hat ein gutes Kopfballspiel und Zweikampfverhalten und dazu einen überragenden Spielaufbau. Daniel hat sich echt gemacht im Laufe der Runde, sodass er jetzt sogar beim DFB mit als bester Torwart seines Jahrgangs gesehen wird. Da hat auch unser Torwarttrainer Dennis Neudahm seinen Anteil dran. Noch dazu bleiben beide auf dem Boden und heben nicht ab.

Nochmal zurück zur Saison. Gab es aus Ihrer Sicht ein Schlüsselspiel, das letztlich den Ausschlag zum Gewinn der Meisterschaft gegeben hat?

Heller: Dass wir gut aus der Winterpause gekommen sind und direkt eine Serie von acht Siegen in Folge hingelegt haben, war wichtig. Das erste Spiel nach der Pause zu Hause gegen den FSV Frankfurt und das Spiel danach beim FC Augsburg waren für mich Schlüsselspiele, denn das war die Basis, um eine gute Rückrunde zu spielen und da hat die Mannschaft gemerkt, dass sie auch unter Druck gut aus der Rückrunde rauskommen kann. Und klar, der Sieg im Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart fünf Spieltage vor Schluss war auch ein Knackpunkt.

Nach dem Sieg gegen den VfB hatten Sie bei fünf ausstehenden Spielen zehn Punkte Vorsprung und sahen schon wie der sichere Meister aus. Doch danach setzte es zwei deutliche Niederlagen gegen den FC Bayern und Eintracht Frankfurt sowie zwei Unentschieden, sodass die Meisterschaft doch erst am letzten Spieltag perfekt gemacht werden konnte. Wie haben Sie diese Phase empfunden?

Heller: Damals hatten wir relativ viele Abstellungen zur U16. Dennoch haben wir zum Teil noch ordentlich gespielt. Auch vorher haben wir allerdings nicht jedes Spiel dominiert. In dieser Phase haben eben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben, und Bayern und Frankfurt haben es auch einfach gut gemacht. Unsere Jungs waren zudem etwas platt, sodass viele Dinge zusammengekommen sind, die sie etwas verunsichert haben. Aber daran geglaubt, dass wir es packen können, haben wir trotzdem immer, und im letzten Spiel gegen Freiburg dann auch verdient gewonnen.

Sie arbeiten nun schon eine ganze Weile als Trainer und sind auch im Besitz der Fußballlehrer-Lizenz. Würden Sie diese Süddeutsche Meisterschaft als den größten Erfolg Ihrer bisherigen Karriere sehen?

Heller: Klar, in der Regionalliga haben mein Co-Trainer Benjamin James und ich vorher noch nicht den Titel geholt. Insgesamt ist es jetzt unsere fünfte Meisterschaft. Davor haben wir vier Mal mit der U14 den Titel gewonnen. Jede Meisterschaft war schön, aber jetzt war es umso schöner, denn die ganzen Bedingungen haben gepasst. Wir hatten einen super Jahrgang und haben so viele Ausfälle kompensiert. Das hat es noch spannender gemacht. Noch dazu haben sich die Jungs gut weiterentwickelt, und das ist viel mehr wert als der Titel.

Finden Sie es eigentlich schade, dass es keine Endrunde um die Deutsche C-Jugend-Meisterschaft gibt?

Heller: Nein, absolut nicht. Den Vergleich haben wir bei Turnieren oder Freundschaftsspielen schon mal gehabt. Aber wenn man sieht, was gerade unsere beiden Nationalspieler für ein Pensum hatten, da wäre eine solche Endrunde einfach zu viel. Sie brauchen auch mal vier Wochen, in denen sie nichts haben. Zumal es in der Schule jetzt auch um die Wurst geht.

Die letzten beiden Hoffenheimer Meister-Jahrgänge in der U15 waren der von 1997 und der von 1998, die in dieser Saison gemeinsam im Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft standen. Trauen Sie Ihrem aktuellen Jahrgang Ähnliches zu?

Heller: Klar, mit den Möglichkeiten, die wir hier haben, besteht immer die Möglichkeit, oben mitzuspielen. Ob die Jungs dann durchkommen, ist die Frage. Der Jahrgang ist ausgeglichen und hat drei bis vier überragende Spieler. Wie er sich genau entwickelt, kann jedoch niemand sagen. Das Potenzial ist aber natürlich da.

Was war in der Rückbetrachtung Ihr Lieblingsmoment dieser so erfolgreichen Saison?

Heller: Wenn du im entscheidenden Spiel gegen Freiburg das 2:1 machst, ist das natürlich ein besonderer Glücksmoment. Aber insgesamt hatten wir auch im Training oder neben dem Platz schon viele schöne Momente, in denen das Team eng zusammengerückt ist.

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