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CAMPUS
15.05.2016

U19: Vinnenweg, wo einst der "Kugelblitz" kickte

Eigentlich sind die A-Junioren von Werder Bremen abwechselnd auf einem der Nebenplätze des Weserstadions beheimatet. Doch der legendäre „Platz 11“, der 4.500 Zuschauer fasst und schon etliche Drittliga- und DFB-Pokal-Spiele von Werders Reserve gesehen hat, ist am Pfingstmontag von den Bundesliga-Frauen belegt. Für das Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft gegen die TSG Hoffenheim weicht der SV Werder auf die Anlage des FC Oberneuland aus.

Der Sportpark am Vinnenweg ist für die TSG kein Neuland. Am 2. August 2009 gewannen die Profis in der ersten DFB-Pokal-Runde beim damaligen Regionalligisten FC Oberneuland mit 2:0. Die Torschützen vor 2.743 Zuschauern waren Chinedu Obasi (47.) und Maicosuel (53.). Die heutigen A-Junioren waren da gerade erst 11 bzw. 12 Jahre alt. Am Montagabend stehen sie im noblen Bremer Stadtteil im Nordosten der Hansestadt nun selbst im Mittelpunkt.

Vom Wirken des 1948 gegründeten FCO war bis weit in die 90er Jahre hinein nur in den lokalen Gazetten zu lesen. Unterstützt durch lokale Sponsoren sorgte der Verein erstmals überregional für Aufmerksamkeit, als er sich 1993 für den DFB-Pokal qualifizierte. Gegen den Chemnitzer FC setzte es allerdings eine 1:8-Klatsche.

Sieben Mal gewannen die Oberneuländer den Bremer Pokal. 2008 stiegen sie sogar in die Regionalliga Nord auf, in der sie sich drei Jahre lang hielten und unter anderem mit der Verpflichtung Aíltons – der seine große Zeit im zehn Kilometer entfernten Weserstadion erlebt hatte – weitere Schlagzeilen schrieben. Der „Kugelblitz“ ist nicht der einzige Ex-Werderaner, der am Vinnenweg seine Karriere ausklingen ließ, zuvor taten das auch Uli Borowka oder Uwe Harttgen, der von 2007 bis 2013 Nachwuchschef beim SVW war.

Karrierestart für Bellarabi, Brandt und Hahn

Drei aktuellen Bundesliga-Profis diente der FC Oberneuland hingegen als Sprungbrett. Der gebürtige Bremer Julian Brandt, heute in Diensten von Bayer Leverkusen, spielte hier in der C-Jugend, sein aktueller Teamkollege Karim Bellarabi – in Berlin geboren, aber in Bremen aufgewachsen – war von der C- bis zur A-Jugend hier aktiv und bestritt sogar sieben Partien für die Herrenmannschaft, die damals in der Oberliga Nord spielte. André Hahn, derzeit bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, wechselte 2010 vom Hamburger SV II zum FCO, wurde aber bereits in der Winterpause von der TuS Koblenz abgeworben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits dunkle Wolken über den Vinnenweg zusammengezogen. Oberneuland stieg mit Pauken und Trompeten aus der Regionalliga ab, schaffte dann den sofortigen Wiederaufstieg, musste aber in der Saison 2012/13 Insolvenz anmelden. Alle Spiele wurden aus der Wertung genommen, der FCO fand sich in der Landesliga wieder – und stieg sang- und klanglos in die Bezirksliga ab.

Die Wetterprognose für Pfingstmontag, 12:30 Uhr, sieht für Oberneuland zwar kühle zwölf Grad, aber kein Gewitter vor. Im Sportpark am Vinnenweg wird nun nach langer Pause endlich mal wieder großer Fußball geboten.

Deutsche A-Junioren-Meisterschaft | Halbfinale, Rückspiel
SV Werder Bremen – TSG 1899 Hoffenheim, Mo., 16.5., 12:30 Uhr
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