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CAMPUS
13.05.2016

Matthias Kaltenbach: Plötzlich Cheftrainer

Viereinhalb Jahre war Matthias Kaltenbach der „Co“ bei der U19, dann rückte sein Cheftrainer Julian Nagelsmann zu den Profis auf und für Kaltenbach kam die Beförderung. In der neuen Rolle hat sich der 31-Jährige schnell zurechtgefunden.

So ganz unvorbereitet traf es Matthias Kaltenbach nicht. Damals, im Februar, als ihm nach dem Wechsel des bis dato so erfolgreichen U19-Cheftrainers Julian Nagelsmann zu den TSG-Profis die Verantwortung für die A-Jugendlichen übertragen wurde. Als enger Vertrauter von Nagelsmann und langjähriger Co-Trainer hatte er schon seit Beginn der Saison von Montag bis Mittwoch das Zepter auf dem Trainingsplatz geschwungen, da sein Chef in dieser Zeit beim Lehrgang zum Fußballlehrer weilte. „Die tägliche Trainingsarbeit und die Spielvorbereitung kannte ich also schon. Neu war für mich vor allem die Ansprache vor den Spielen“, so der 31-Jährige.

Während Nagelsmann von Natur aus viel über die emotionale Schiene kam, ist Kaltenbach vom Typ her zurückhaltender. Doch die Emotionalität, die er in den Jahren zuvor als Beobachter miterlebt hatte, sollte auch unter seiner Führung in der Kabine erzeugt werden. „Natürlich bin ich meiner Art treu geblieben, aber das Emotionale wollte ich unbedingt beibehalten – nur eben auf meine Art.“ Vor allem gehe es ihm stets darum, keine 08/15-Ansprachen zu halten, sondern sich vor jedem Spiel Gedanken darüber zu machen, mit welchen Kniffen er seine Spieler für diese eine Partie motivieren kann.

Strenger, aber nicht autoritär

Dass auch die Kaltenbach’sche Ansprache bei den Spielern gut ankommt, zeigten nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Rückmeldungen aus dem Trainer- und Funktionsteam. Mit seinen Mitarbeitern ist Kaltenbach im ständigen Austausch. Co-Trainer Florian Kneuker kennt er gar schon aus seiner Zeit in Freiburg, wo Kaltenbach geboren ist und beim SC im Nachwuchsleistungszentrum spielte. Aber auch mit Athletiktrainer Stephan Kisling oder Videoanalyst Timo Gross ist über die vergangenen erfolgreichen Jahre eine vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit entstanden. „Die derzeitige Konstellation ist schon sehr gut, denn natürlich ist es ein einfacheres Zusammenarbeiten, wenn man richtig dicke miteinander ist.“

Den kumpelhaften Umgang mit Spielern, wie ihn Co-Trainer häufig pflegen, hat Kaltenbach hingegen etwas zurückgefahren – allerdings schon zu Beginn der Saison, als er für die Hälfte der Woche als Cheftrainer fungierte. Ein harter Hund ist aber nicht aus ihm geworden. „Ich musste zwar etwas strenger werden, aber generell bin ich eher nicht der autoritäre Typ und kann immer noch mit den Spielern flachsen oder sie mal in den Arm nehmen.“

Vorfreude auch auf Pfiffe

Eine gewisse Lockerheit ist vor den nervenaufreibenden K.o.-Spielen eben auch wichtig. Das weiß Kaltenbach aus den vergangenen beiden Jahren, in denen er als Co-Trainer zwei Mal im Finale stand. Die Erfahrung aus diesen Spielen könnte ihm auch jetzt helfen. „Wenn man das schon mal erlebt hat, weiß man vielleicht ein bisschen besser, wie man trotz der besonderen Umstände Einfluss auf sein Team nehmen kann.“

Auch das Erlebnis, mal eine ganze Fankurve gegen sich zu haben, möchte der 31-Jährige nicht missen. „Wenn dich 10.000 auspfeifen, finde ich das auch geil.“ Generell sei die Chefrolle für ihn mittlerweile ein „ungewohnt gewohntes Gefühl“, wie er es schmunzelnd ausdrückt. Auch wenn die große Bühne „Deutsche Meisterschaft“ natürlich noch mal eine ganz andere Herausforderung für den langjährigen „Co“ darstellt, geht es Kaltenbach fokussiert, aber entspannt an – eben ganz so, wie es seine Art ist.

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