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CAMPUS
09.04.2016

Nervenaufreibender Sieg gegen Nürnberg

4:3 (2:2) gewonnen, ein frühes 0:2 gedreht, Revanche für die Hinrunden-Niederlage geglückt, Qualifikation für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach. Eigentlich hatte Matthias Kaltenbach am Samstagnachmittag allen Grund zur Freude, doch dem Hoffenheimer U19-Trainer war nach der nervenaufreibenden Partie gegen den 1.FC Nürnberg nicht nach Jubeln zumute.

Vier Tage nach dem überzeugenden 2:1-Erfolg beim VfB Stuttgart legten die A-Junioren einen kleinen Fehlstart hin. Wer das „akademische Viertel“ zu spät kam, hatte die ersten beiden Tore – jeweils für den Club – verpasst. Schon nach 19 Sekunden zappelte die Kugel im Netz, nachdem Niklas Sommer in einen allzu leichtfertigen Rückpass Simon Lorenz‘ gesprintet war und das Geschenk dankbar angenommen hatte. In der zwölften Minute war Matthias Köbbing im TSG-Tor erneut geschlagen, weil die Franken erst ungestört flanken durften und anschließend drei Hoffenheimer Erik Engelhardts Kopfball am kurzen Pfosten nicht verhindern konnten.

Ein Déjà-vu für Kaltenbach, vor drei Wochen beim Dallas Cup lief seine Truppe gegen Fulham ebenfalls einem frühen und deutlichen Rückstand hinterher. Damals stand es sogar 0:3 nach 16 Minuten, am Ende reichte es immerhin zu einem 3:3. Ähnlich furios bliesen die Hoffenheimer nun auch im Dietmar-Hopp-Stadion zur Aufholjagd. „Wir hatten Probleme mit der Raute und haben vor der Kette zu viele Räume zugelassen“, erklärte Kaltenbach seine taktische Umstellung auf 4-2-1-3, die schnell fruchtete. Die Hausherren waren nun im Mittelfeld kompakter und kamen durch Johannes Kölmel, der Moritz Kwartengs Querpass aus vollem Lauf verwertete, zum Anschlusstreffer (20.). Nur zwei Minuten später zeichnete sich erneut Kwarteng als Vorbereiter aus, seinen Steckpass nahm Nicolas Wähling auf, der FCN-Keeper Ramon Castellucci im Eins-gegen-Eins zum 2:2 bezwang (22.).

Köbbing hält Strafstoß / Doppelpack Skenderović

Nun war etwas mehr Zug drin, allerdings agierten die Hoffenheimer im Passspiel zu schlampig und ließen die nötige Körperspannung vermissen. Zudem verursachten sie einen Strafstoß, den aber Köbbing gegen Cihangir Özlokman großartig parierte (35.). „Wir haben die Nürnberger zwar in ihre eigene Hälfte gedrängt, sind aber aufgrund unseres schlechten Freilaufverhaltens nicht zu Chancen gekommen“, so Kaltenbach, der seine Jungs in der Pausenansprache aufforderte, im zweiten Durchgang dominanter aufzutreten.

Meris Skenderović schien dann auch mit seinem 17. Saisontor die Weichen auf Sieg gestellt zu haben (51.), doch nur fünf Minuten später kassierte die Kaltenbach-Elf durch Özlokman das 3:3, „weil wir uns nach einem Standard wie Schuljungen anstellen und den Ball drei Mal nicht entscheidend klären können“, so der Coach. Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Als Skenderović über die rechte Seite durchgebrochen war und der gerade erst eingewechselte David Otto am langen Pfosten lauerte, verhinderte ein schlampiger Querpass das 4:3 (77.), kurz darauf hatten die Hoffenheimer Glück, dass Henrik Bartsch nur haarscharf am Tor vorbei köpfte (80.).

„Im zweiten Abschnitt hatte wir mehr Spielanteile und Ballgewinne in den Halbräumen“, so Kaltenbach, der fünf Minuten vor dem Schlusspfiff den „Lucky Punch“ bejubeln durfte. Robert Janickis Querpass von rechts fand in der Mitte Skenderović, der mit diesem Treffer in der Torjägerliste der Bundesliga Süd/Südwest mit Münchens Moritz Heinrich gleichzog. Bevor die drei Punkte in trockenen Tüchern waren, musste allerdings Keeper Köbbing gegen den frei aus kurzer Distanz zum Schuss gekommenen Jonas Fries noch einmal eine Glanzparade auspacken (87.). Die Nürnberger Bank hatte den Torjubel schon auf den Lippen.

Dummheit nicht bestraft

„Normalerweise wird Dummheit bestraft“, ereiferte sich Kaltenbach nach dem Schlusspfiff. „Heute haben wir Glück gehabt, dass unser fehlerhaftes Spiel in der Endabrechnung keine Konsequenzen hatte. Andererseits hat diese Mannschaft auch gezeigt, dass sie trotz klarer Rückstände immer wieder zurückkommen kann, daher bin ich auch ein stückweit zufrieden – auch wenn die drei Punkte einige Nerven gekostet haben.“

Vier Spieltage vor Saisonende hat die U19 mindestens Platz zwei und somit die Teilnahme am Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft bereits sicher in der Tasche. „Das war unser Minimalziel, das müssen wir jetzt abhaken. Wir wollen in den verbleibenden Partien weiter angreifen und zum dritten Mal in Folge Staffelsieger werden“, gibt Kaltenbach das neue Zwischenziel vor. Der aktuelle Spitzenreiter TSV 1860 München spielt erst morgen zu Hause gegen Mainz und kann mit einem Sieg wieder auf drei Zähler davonziehen.

TSG 1899 Hoffenheim – 1.FC Nürnberg 4:3 (2:2)
Hoffenheim: Köbbing – Kölmel, Politakis (65. Janicki), Posch (46. Kapp), Lorenz, Bender, Bühler, Beck, Skenderović, Kwarteng (59. Geiger), Wähling (76. Otto).
Nürnberg: Castellucci – Knipfer (87. Langhans), D. Kammerbauer, Eder, P. Kammerbauer (67. Rettig), Fries, Özlokman, Sommer, Hüttl, Engelhardt (72. Bartsch), Harlass (61. Müller).
Tore: 0:1 Sommer (1.), 0:2 Engelhardt (13.), 1:2 Kölmel (20.), 2:2 Wähling (22.), 3:2 Skenderović (51.), 3:3 Özlokman (56.), 4:3 Skenderović (85.). Zuschauer: 250. Schiedsrichter: Chris Rauschenberg (Hörselberg-Hainich). Karten: Gelb für Posch. Bes. Vorkommnisse: Köbbing hält Strafstoß von Özlokman (35.).

Daten & Fakten zum Spiel »

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