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CAMPUS
02.12.2015

Domenico Alberico: Vom Schreibtisch zum Training in fünf Minuten

Um ein zweites Standbein zu haben, absolviert U17-Spieler Domenico Alberico in den kommenden drei Jahren eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement in der achtzehn99 AKADEMIE. Dass er nun am selben Ort wohnt, arbeitet und trainiert, stört ihn nicht – ganz im Gegenteil.

Das kann man wohl einen kurzen Arbeitsweg nennen: Wenn Domenico Alberico in seiner Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement Feierabend hat und zum Training der U17-Bundesligamannschaft der TSG will, braucht er nur 30 Treppenstufen hinunterlaufen, um in der Kabine seiner Mannschaft zu sein. Schnell in die Trainingsklamotten geschlüpft und nach fünf Minuten steht er auf dem Platz.

Da der 16-Jährige auch im Internat der achtzehn99 AKADEMIE wohnt, spielt sich sein Alltag aktuell nahezu komplett an der Sinsheimer Straße 36 ab. Schlafen, essen, arbeiten, trainieren, lernen – alles an einem Ort. „Ich finde es perfekt“, sagt der Stürmer, den es so gar nicht nervt, dass er wenig rauskommt. Immerhin muss er ja auch zwei Mal pro Woche zur Berufsschule in die Max-Weber-Schule, und die Ausbildung beinhaltet auch Stationen im Fanshop sowie im Profi- und im Förderzentrum.

Mit seiner am 1. Oktober angetretenen Ausbildungsstelle ist Alberico sehr zufrieden. „Es ist sehr abwechslungsreich und gefällt mir echt gut.“ Bislang hat der Stürmer vor allem Jahrespläne für die Akademie-Spieler und Kaderlisten erstellt – alles eigenverantwortlich versteht sich. Betreut wird er dabei vom „Anpfiff-ins-Leben“-Team, das etwa Feedback-Gespräche mit ihm führt und alles koordiniert, was die Schule betrifft.

Erste Länderspiele – ausgerechnet gegen Italien

Die Ausbildung soll Alberico als zweites Standbein dienen, das erste ist aber nach wie vor der Fußball. Nachdem der gebürtige Pforzheimer zur vergangenen Saison vom Karlsruher SC in die U16 der TSG gewechselt war, schlug er direkt ein. 14 Tore machte er in seiner Premierensaison und gemeinsam mit David Otto (19 Tore) und Nils Anhölcher (21 Tore) bildete er das mit Abstand gefährlichste Sturmtrio der B-Junioren-Oberliga. Parallel kämpfte Alberico um seinen Abschluss an der Kraichgau Realschule – mit Erfolg. Auch, weil er zugunsten der Schule auf die eine oder andere Eliteschul-Trainingseinheit verzichtete.

Das Bonbon folgte für den Deutsch-Italiener aber schon im März, als Alberico für zwei Länderspiele in die deutsche U16-Nationalmannschaft berufen wurde – ausgerechnet gegen Italien, das Heimatland seiner Familie. Ein Höhepunkt in der noch jungen Karriere des Torjägers. „Meine Eltern und mein Onkel sind extra mit nach Apulien gereist. Das war schon toll.“

Überhaupt ist die Familie für Alberico ein Fixpunkt. Vater Donato-Tino begleitet seinen Sohn seit den Bambini des 1.FC 08 Birkenfeld, wo Alberico mit dem Fußballspielen begann, zu nahezu jedem Spiel. Auch die beinahe tägliche Fahrtzeit von 45 Minuten zum Training nach Karlsruhe nahm er gerne auf sich, um Domenico zu fördern.

Seit dieser Woche wieder auf dem Trainingsplatz

Die Zeiten der langen Fahrten sind nun wahrlich vorbei, doch der Einzug ins Internat bedeutete für Alberico schon im Alter von 15 Jahren die Abnabelung vom Elternhaus. „Am Anfang war es schwer – vor allem für meine Mutter. Aber bereut habe ich diesen Schritt nie“, sagt der Stürmer, der weiß, wie er sich in seinem ersten Jahr bei der TSG bereits weiterentwickelt hat. „Dribbling und Schnelligkeit waren schon immer meine Stärken, aber hier bin ich auch selbstbewusster und körperlich besser geworden.“

So stark Alberico jedoch in seiner Hoffenheimer Premierensaison auftrumpfte, so abrupt wurde er in seinem zweiten Jahr ausgebremst. Nachdem der Stürmer in den ersten fünf Spielen immer von Anfang an auf dem Rasen stand, zog er sich Ende September im Training eine Oberschenkelverletzung zu, die in der Zwischenzeit zwei Mal wieder aufgebrochen ist und ihn bis heute außer Gefecht setzt. Seit Anfang dieser Woche steht Alberico aber wieder auf dem Trainingsplatz, sodass er guter Dinge ist, pünktlich zur Rückrunde wieder ganz der Alte zu sein.

In drei Jahren will der 16-Jährige dann nicht nur seine Ausbildung abgeschlossen haben, sondern nach seinem letzten Akademie-Jahr auch den Sprung zu den Profis geschafft haben. „Dafür gebe ich jeden Tag alles und arbeite hart an mir“, sagt Alberico, bevor er sich schnell verabschiedet, um seine Bahn nach Zuzenhausen ins Förderzentrum zu erwischen. Die Arbeit ruft.

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