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25.11.2015

Polanski: "Nichts ersetzt das Gefühl des Sieges"

Eugen Polanski ist einer der Leader im Team von Chef-Trainer Huub Stevens. Der Mittelfeldspieler verfügt über viel Erfahrung und kennt Situationen wie die aktuelle in Hoffenheim. Mit achtzehn99.de spricht er über den Kopf, die Füße und das Gefühl des Sieges.

Platz 18. Fühlt sich das anders an als Rang 17?

Eugen Polanski: Aktuell ist der Tabellenplatz egal. 16., 17., 18. - das spielt keine Rolle. Das wird erst am 34. Spieltag wichtig. Uns fehlt das Gefühl, zu gewinnen, zu punkten. Das ist der entscheidende Punkt. 

In der Saison 2006/07 standest du mit dem Gegner am Samstag - Borussia Mönchengladbach - das bisher einzige Mal in deiner Karriere auf Rang 18. Welche Erinnerungen hast du daran?

Polanski: Ich kann mich sehr gut erinnern. Ich war damals sehr jung und stand am Anfang meiner Karriere. Im ganzen Verein gab es zu dieser Zeit immer wieder viel Unruhe, viele Wechsel im Kader und bei den Trainern. Es war keine einfache Phase. Das war gerade für mich als junger Spieler nicht leicht, weil ich Fuß fassen wollte. Ich kenne die Situation von damals und weiß, wie es laufen kann. Man hat ständig das Gefühl, dass die Bälle in neun von zehn Fällen dem Gegner vor die Füße springen. Da muss man sich das Glück unglaublich hart erarbeiten.

Zurück nach Hoffenheim. Als ihr euch Anfang Juli zur Vorbereitung auf die Saison getroffen habt, mit welchem Gefühl für den Kader und die sportliche Leistungsfähigkeit bist du damals in die Saison gestartet?

Polanski: Damals waren wir alle positiv gestimmt. Klar, wir hatten einen größeren Umbruch im Team, aber wir haben auch sofort in den Trainingseinheiten gesehen, dass wir Qualität in der Mannschaft haben. Wir wussten, dass es aufgrund der vielen Veränderungen nicht von alleine gehen würde, aber mit dem aktuellen Verlauf hat keiner gerechnet. Das ist aber die Bundesliga - es geht um Kleinigkeiten und irgendwann hat man dann auch ein Kopfproblem. Unsere größte Herausforderung ist es, diese Situation, mit der wir nicht gerechnet haben, voll und ganz anzunehmen. 

Allen war bewusst, dass der Saisonstart nicht leicht werden würde...

Polanski: Im Pokal bei 1860 München haben wir kein gutes Spiel abgeliefert und sind zurecht rausgeflogen. Danach waren es in der Liga drei gute Spiele, aber wir haben nur einen Punkt geholt. Die Leistung hat gestimmt, es kam aber kaum Zählbares dabei heraus. Auch das ist schwierig für den Kopf. In den Spielen danach haben wir einiges vermissen lassen. Deshalb konnten wir die Situation nicht drehen.

Nach dem Spiel in Berlin hast du gesagt: 'Wir wollen alle'. Hast du eine Idee, warum ihr die Trainingsleistung nicht auf den Platz bringt?

Polanski: Man versucht, 90 Minuten perfekt Fußball zu spielen, alles zu zeigen, was man sich vorgenommen hat. Wenn das nicht funktioniert, muss man kämpfen und leidenschaftlich sein, dem Gegner trotzdem versuchen das eigene Spiel aufzuzwingen, ihn zurückzudrängen. Das ist uns in Berlin leider nur in der zweiten Halbzeit gelungen. Wichtig ist, wir wissen, was wir können. Es ist nicht alles schlecht, aber aktuell zu viel, um in der Bundesliga Erfolge zu feiern. Das müssen wir so schnell wie möglich ändern. 

Auch mit der TSG hast du gleich nach deinem Wechsel in den Kraichagu ein halbes Jahr Abstiegskampf erlebt. Inwiefern hilft dir diese Erfahrung und sind die Situationen vergleichbar?

Polanski: Man kann das nicht wirklich vergleichen. Solche Situationen entstehen immer anders, aber ich glaube, die Erfahrung der Saison 2012/13 tut dem ganzen Verein gut. Alle hier wissen, worum es geht und wie man sich verhalten muss. Das ist wichtig. Wir werden kämpfen, aber es wird dauern - nicht bis zum 30., sondern bis zum 34. Spieltag. Das war damals auch so. 

Die Borussen standen nach 5 Spieltagen ohne Punkt da, sind jetzt auf Platz 5 zu finden. Könnt ihr euch an dieser Entwicklung orientieren?

Polanski: Gladbach wurde als Mannschaft vor der Saison höher eingeschätzt als wir und dennoch hatten sie diesen schlechten Start in die Saison. Ihr aktuelle Serie zeigt nur eines - die Bundesliga ist extrem ausgeglichen und es geht um Kleinigkeiten. Diese entscheiden Woche für Woche über Sieg und Niederlage. Die Gladbacher haben an vielen Schrauben gedreht und Erfolg gehabt. Wir tun alles dafür, dass uns das auch gelingt. 

Welche Rolle spielt der Kopf, welche die Beine & Füße?

Polanski:  Beides spielt eine große Rolle. Wir dürfen weder den Kopf noch die Füße vernachlässigen. Wir haben das Fußballspielen nicht verlernt - das ist uns allen klar. Für jeden ist wichtig, in der Auseinandersetzung mit sich selbst hart, ehrlich und positiv zu sein. Denn nur eine positive Energie sorgt für positive Ergebnisse. Auf dem Platz muss jeder zunächst seine Aufgabe erfüllen und dann den anderen helfen. So erzielen wir kleine Erfolge und die bringen größere Erfolge mit sich. Noch mal, es gibt nichts, was das Gefühl eines Sieges in der Kabine ersetzt.

Was erwartest du dir am Samstag - auch in Bezug auf die TSG-Fans?

Polanski: Ein enges Spiel gegen einen starken Gegner. Die Fans waren nach dem Spiel in Berlin sauer - dazu hatten sie jegliches Recht und das haben wir alle verstanden. Wir wissen aber, dass sie uns voll unterstützen, dass sie hinter uns stehen. Dennoch - es ist Zeit für uns: wir müssen einen Schritt auf unsere Fans zugehen. Mit Leistung und mit Punkten.

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