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CAMPUS
12.06.2015

Fünf Jahre Akademie: Anpfiff ins Leben (Teil 4/5)

Im Frühjahr 2010 fiel der Startschuss für die achtzehn99 AKADEMIE. Selbstverständlich wurde bei der TSG 1899 Hoffenheim schon zuvor engagierte Jugendarbeit betrieben, doch mit dem rasanten Durchmarsch der Profis in die Bundesliga musste auch der Nachwuchs professionell strukturiert und auf ein gesundes Fundament gestellt werden. Zum 5. Geburtstag der Akademie blicken wir in einer fünfteiligen Serie auf Höhepunkte, Entwicklungen und nette Anekdoten zurück. Die heutige Story über ehemalige „Akademiker“, die im Profi-Fußball angekommen sind, bildet den Abschluss dieser Serie.

Das größte Qualitätsmerkmal einer Nachwuchsabteilung sind nicht die gewonnenen Titel. Die sind zwar schön, werden gebührend gefeiert und eventuell sogar auf den Briefkopf gesetzt. Vorrangiges Ziel ist und bleibt es jedoch, die vielen Talente zu bundestauglichen Spielern zu formen. Bei den Traditionsvereinen mit den über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen sind es vielleicht einige mehr, als das in Hoffenheim – wo Jugendarbeit erst seit fünf Jahren auf professionellem Niveau betrieben wird – der Fall sein kann. Aber die Ergebnisse können sich trotzdem sehen lassen, und das nicht nur im Spieler-, sondern auch im Trainerbereich!

Der 1991er Jahrgang ist die erste „Klasse“, die im Juni 2010 aus der achtzehn99 AKADEMIE „entlassen“ wurde. Bevor es sie in alle Winde zerstreute, haben Manuel Gulde, Pascal Groß und Marco Terrazzino auch Profi-Einsätze für die Bundesliga-Elf der TSG bestritten. Das allerdings in einer Zeit, als Hoffenheim Herbstmeister war und Spieler internationaler Klasse – wie etwa Luiz Gustavo, Carlos Eduardo oder Demba Ba – den Weg nach oben blockierten. Heute spielen die drei Mannheimer, die einst geschlossen vom VfL Neckarau in den Kraichgau wechselten und die U17 auf Anhieb zum Deutschen Meistertitel 2008 führten, in der Zweiten Liga. Gulde, der in seiner Karriere immer wieder von vielen Verletzungen zurückgeworfen wurde, hat beim in der Bundesliga-Relegation nur sehr unglücklich gescheiterten Karlsruher SC einen Stammplatz, dasselbe gilt für Terrazzino beim VfL Bochum. Am besten läuft es derzeit für Groß, der mit dem FC Ingolstadt nicht nur die Meisterschaft in der 2. und den Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert hat, sondern gemäß der Benotung durch das Fachmagazin „kicker“ als bester Spieler der Liga galt.

Aushängeschild Niklas Süle

„Vorzeigespieler“ aus Akademie-Sicht ist sicherlich der derzeit verletzte Niklas Süle, und das aus vielerlei Hinsicht. Zum einen weil er schon seit der U15 in Hoffenheim spielt und sich bereits im A-Jugend-Alter einen Stammplatz bei den Profis erkämpfen konnte. Zum anderen weil er noch immer bei der TSG unter Vertrag steht. Letzteres gilt auch für Jeremy Toljan, der sich nach seinem Abitur ebenfalls wieder in eine Stammspieler-Rolle zurückgekämpft hat.

Neben Süle zählen Jonas Hofmann und Davie Selke wohl zu den bekanntesten Ex-Akademikern, die aber auch Ex-Hoffenheimer sind. Hofmann, Jahrgang 1992, zog es nach der A-Jugend in die U23 von Borussia Dortmund, über die er sich in Jürgen Klopps Profi-Elf spielte und das Champions-League-Finale 2013 – wenn auch nicht im Kader – live in London miterlebte. Selke, im Winter 2012/13 zu Werder Bremen gewechselt, machte im Sommer 2014 als Torschützenkönig der U19-EM von sich reden, erspielte sich so einen Stammplatz bei den Hansestädtern – und wird in der kommenden Saison für RB Leipzig auflaufen. Ebenfalls in Bremen gelandet ist Jannik Vestergaard, der aus Brøndby kommend über die U19 und die U23 den Sprung zu den TSG-Profis schaffte.

Der Bosnier Sead Kolašinac schnürte in der B-Jugend die Stiefel für die TSG. Heute blickt er auf mehrere CL-Spiele für den FC Schalke 04 sowie WM-Einsätze für Bosnien und Herzegowina zurück. Internationale Erfahrung sammelte auch Christoph Hemlein, der nach seiner Hoffenheimer Zeit über den VfB Stuttgart bei NEC Nijmegen in der niederländischen Eredivisie anheuerte. Heute steht der Angreifer beim Drittligisten Arminia Bielefeld unter Vertrag, ist mit den Alm-Kickern in die Zweite Liga aufgestiegen – und hat im DFB-Pokal die Sensation gegen Borussia Mönchengladbach mitgefeiert. Für Hemlein und Co. war erst im Halbfinale gegen den späteren Gewinner VfL Wolfsburg Schluss.

In der gerade abgelaufenen Saison standen zwei Talente, die noch A-Jugend hätten spielen können, in Markus Gisdols Kader: Nadiem Amiri, der bereits sieben Bundesliga-Einsätze vorzuweisen hat, sowie Nicolai Rapp, der schon als U10-Spieler zur TSG kam.

Auch viele Trainer schafften den Sprung

Aber nicht nur Spielern, auch Trainern und Funktionären ist über die Akademie der große Sprung gelungen. Neben Alexander Rosen, der vom NLZ-Leiter zum Direktor Profi-Fußball aufstieg, haben sich aus dem aktuellen Profi-Bereich auch Co-Trainer Frank Fröhling, Torwarttrainer Michael Rechner, Athletiktrainer Nicklas Dietrich und Physiotherapeut Nikolaus Schmid ihre Meriten zunächst im Jugendbereich erworben.

Auch Cheftrainer Markus Gisdol war als U23-Coach (2009 bis 2011) Teil der achtzehn99 AKADEMIE. Dasselbe gilt für Guido Streichsbier, der in Hoffenheim die U17 und U19 coachte und heute als U18-Bundestrainer beim DFB arbeitet. Tayfun Korkut und Xaver Zembrod, seinerzeit für die U17 und U16 verantwortlich, waren bis vor wenigen Wiochen als Chef- und Co-Trainer bei Hannover 96 aktiv. Zwei Spieler, Kenan Karaman und Maurice Hirsch, sind ihnen nach Niedersachsen gefolgt.

Die jüngsten Akademie-Abgänge heißen Michael Mutzel und Kai Kraft. Mutzel, der das Amt des sportlichen Leiters im NLZ innehatte, wurde im Winter zum Manager des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth ernannt, wo er einen weiteren ehemaligen „Akademiker“, Trainer Frank Kramer, entlassen musste. Kramer steht in der kommenden Spielzeit bei Fortuna Düsseldorf an der Seitenlinie. Kraft, der mehrere Jahre als Koordinator das Athletiktraining verantwortete, schloss sich im Sommer RB Leipzig an – und wird dort künftig Davie Selke fitmachen.

Für fünf Jahre Arbeit sind das viele Namen, die für ein positives Image der achtzehn99 AKADEMIE im nationalen Vergleich sorgen. Weitere werden folgen, bevorzugt für den eigenen Stall.

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