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26.05.2015

Trotz Finalniederlage: U19 ist stolz auf Rekordsaison

Obwohl Spieler, Trainer und Betreuer der U19 nach der 1:3 (1:1)-Niederlage im Finale der Deutschen Meisterschaft gegen den FC Schalke 04 sehr enttäuscht waren, kann die junge Mannschaft von Cheftrainer Julian Nagelsmann stolz sein: stolz auf eine Saison der Rekorde, stolz auf die überlegen gewonnene Süddeutsche Meisterschaft und auch stolz auf die Leistungen im Halbfinale und im Finale um den nationalen A-Jugend-Titel.

Direkt nach dem Spiel im Wattenscheider Lohrheidestadion war da allerdings nur Leere bei den eigentlich so zuversichtlichen Spielern der Hoffenheimer U19. Nach 13 Siegen in Folge hatten sie das erste Mal wieder verloren – und das ausgerechnet im Finale. Für einige Spieler war die Enttäuschung über die verpasste Titelverteidigung in diesem Moment zu viel, sodass sogar Tränen liefen. „Es ist einfach schade, dass wir es nicht geschafft haben, denn wir sind so ein geiles Team und bis zum Gegentor waren wir ja auch die bessere Mannschaft“, versuchte Mittelfeldspieler Maximilian Waack seine Enttäuschung in Worte zu fassen. 

In der Tat war die erste halbe Stunde der Nagelsmann-Truppe richtig gut anzusehen. Das frühe Tor von Joshua Mees (5.) brachte Sicherheit, das Pressing klappte und Schalke strahlte kaum Gefahr aus. Doch dann schickte S04-Trainer Norbert Elgert Leroy Sané zum Warmmachen. Der 19-Jährige hatte bereits in der Bundesliga und der Champions League auf sich aufmerksam gemacht, und als er in der 36. Minute eingewechselt wurde, machte sich seine Präsenz sofort bemerkbar. Plötzlich trauten sich die Jungs aus der Knappenschmiede mehr zu und wirkten dynamischer in ihren Aktionen.

Bis zum Finale 13 Siege in Folge

Die Folge: Das 1:1 kurz vor der Halbzeit durch den Ex-Hoffenheimer Felix Schröter. Für Nagelsmann die Schlüsselszene des Spiels. Zwar bäumte sich seine Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit noch mal auf, doch es blieb beim Bemühen. Torgefahr entwickelte sie nur noch selten. Stattdessen erhöhten erneut Schröter (57.) und Christian Sivodedov (73.) auf 3:1. „Aufgrund der Torchancen geht der Sieg für Schalke über 90 Minuten in Ordnung“, sagte Nagelsmann, der aber die starke Saison seines Teams hervorhob.

In der Tat spielte die Hoffenheimer U19 eine außergewöhnliche Runde in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest. Gleich mehrere Rekorde brachen die Kraichgauer: die meisten Punkte, die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen. Am Ende hatten sie 13 Punkte Vorsprung auf den Karlsruher SC auf Rang zwei. Eine im Jugendbereich äußerste seltene Konstanz.

Auch Schalke-Trainer Elgert hatte daher nur lobende Worte für die TSG übrig. „Zweimal hintereinander ins Finale zu kommen, ist eine überragende Leistung. Hoffenheim ist super angriffsstark und hat ein tolles Umschaltspiel und Gegenpressing“, sagte Elgert, der die Nagelsmann-Truppe qualitativ nicht hinter Gegnern wie Manchester City oder Chelsea einordnen würde, gegen die Schalke in der UEFA Youth League gespielt hatte. 

„Wir sind schon sehr traurig"

Zum Finalerfolg getragen wurden die Schalker auch von den vielen Tausend Schalker Fans, die ihre Talente lautstark nach vorne peitschten. Als Ausrede für die Niederlage wollte Nagelsmann das aber nicht gelten lassen: „Es ist für die Jungs doch schön, vor so einer Kulisse zu spielen, und die Schalker Fans sind ja auch positiv verrückt.“

Die tolle Kulisse, das feierlich Ambiente, das Lob vom Gegner – alles schön und gut, aber die TSG-Spieler konnte es im ersten Moment nicht über die Enttäuschung hinwegtrösten. „Wir sind schon sehr traurig. Letztes Jahr waren wir Meister und jetzt waren wir wieder kurz davor“, sagte Torjäger Mees, der damit die enormen Erfolge der beiden vergangenen A-Jugend-Spielzeiten auf den Punkt brachte. Und weil alle miteinander zu Recht stolz auf das Erreichte sein konnten, ließen Mannschaft, Trainer und Betreuer den Abend dann auch noch harmonisch in einer Düsseldorfer Bar ausklingen. Eine Saison der Rekorde und die Deutsche Vize-Meisterschaft – das sind zum Feiern schließlich genug Gründe.

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