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FRAUEN
17.04.2013

Japanisches Duett im Kraichgau

Die Begrüßung: sportlich, kurz, knapp, aber freundlich. Beide lachen und sind fröhlich. Beide sitzen in ihrer Trainingskleidung vor dem großen Hoffenheim-Logo. Mana Iwabuchi muss später zur Physiotherapie und dann ins Training, Takashi Usami zur zweiten Trainingseinheit der Profis. Usamis Berater Ken Wakatsuki ist beim Interview dabei und hilft bei der Verständigung. Die beiden Japaner lauschen ihm mit ihrer geduldigen Art während er die Fragen übersetzt: „So ist unsere Mentalität“, sagt Usami. Im ersten Teil erzählen die beiden vom Leben in Heidelberg, der Entscheidung für Hoffenheim und der Sprachbarriere.

Diese bereitet vor allen Dingen Mana Iwabuchi noch Schwierigkeiten. "Ich verstehe leider noch nicht alles", sagt die 20-Jährige. "Jürgen Ehrmann erklärt mir einiges an der Taktiktafel oder in Einzelgesprächen. Wenn das nicht klappt, helfen mir Janina Meißner und Martina Moser." Die Kommunikation auf dem Feld funktioniert dennoch schon ganz gut.

In ihrem dritten Pflichtspiel für Hoffenheim erzielte die kleine Japanerin ihr erstes Tor – mit dem Kopf. Sie hätte gerne schon früher gespielt, nach nur einem Monat in Deutschland verletzte sie sich aber am Sprunggelenk und musste acht Wochen pausieren. "Das hat mich traurig gemacht und die Zeit war hart, weil ich nicht mit der Mannschaft zusammen sein konnte", erzählt Iwabuchi.

Man ist nie ganz allein

Ganz ohne Anschluss erlebte sie die letzten beiden Monate aber nicht. Jeden Tag besucht sie die Sprachschule in Heidelberg und lernt dort zusammen mit Usamis Frau Ran deutsch. Familie Usami und Mana Iwabuchi sehen sich oft. Sie unternehmen viel zusammen und haben Spaß: "Weil Takashi und Ran schon länger in Deutschland sind, können sie mir mit der Sprache helfen. Aber ich habe mich schon gut an das deutsche Leben gewöhnt und viel Spaß hier", sagt Iwabuchi. In Heidelberg fühlen sich die drei wohl: "Es ist zwar eine kleine Stadt, aber sehr schön", findet Usami. "Es ist wunderschön", zeigt sich sein Pendant bei den Hoffenheimer Frauen noch begeisterter.

Beide sind wegen des Fußballs nach Deutschland gekommen und bei der TSG gelandet. Nach einem Jahr beim FC Bayern München, in dem Takashi Usami zwar nur wenig Einsatzzeit bekam, sich aber von Weltstars wie Franck Ribéry oder Arjen Robben einiges abschauen konnte, landete der 20-Jährige im Kraichgau. "In Hoffenheim wollte man mich haben und ich wollte bei einem Verein spielen, bei dem ich Spielpraxis sammele", sagt Usami über seine Entscheidung für den nordbadischen Klub. Iwabuchis Traum war es schon immer, in Europa zu spielen.

Mittlerweile spielen viele Japaner in Deutschland – bei den Frauen und den Männern. Für die Hoffenheimer hat diese Tatsache einiges erleichtert: "Bevor ich herkam, hatte ich schon einige Ansprechpartnerinnen in Deutschland. Und auch jetzt kann ich mir von ihnen noch Tipps holen", erzählt Iwabuchi. Auch Usami nennt es "hilfreich", einige Landsleute um sich herum zu haben.

Der zweite Teil folgt am Donnerstag.

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