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FRAUEN
12.03.2013

Frauen: Daniel Lüttger ist Meister der Grünflächen

Im Winter haben Daniel Lüttger und Markus Antritter am Förderzentrum für Mädchen- und Frauenfußball nicht allzu viel zu tun. Die beiden Rasenplätze müssen erst die kalten Tage überstehen, momentan können die beiden Greenkeeper nicht viel für das Grün tun. Darüber, sowie über die Arbeit als Greenkeeper und die Feinde des Rasens spricht Daniel Lüttger im Interview.

Die Plätze am Förderzentrum werden stärker belastet als bspw. der Platz in einem Bundesligastadion. Welche besondere Pflege braucht ein Fußballrasen?

„Natürlich ist die Frequenz der Belastung am Förderzentrum höher. Hier werden nicht nur Spiele ausgetragen, sondern auch mit mehreren Mannschaften trainiert. Die Plätze sind somit ständiger Belastung ausgesetzt. In einem Bundesligastadion findet alle zwei Wochen ein Spiel statt – das ist ein gewaltiger Unterschied. Grundsätzlich ist es so, dass man an jedem Standort mit bestimmten Problemen zu kämpfen hat. Im Vergleich zu Bundesligastadien haben wir hier keine Schwierigkeiten mit dem Sauerstoffaustausch in Bodennähe oder zu wenig Sonne.

Das Schild „Platz gesperrt“ verärgert viele Trainer und Fußballerinnen. Wann darf niemals auf dem Rasen gespielt werden?

Bei Frost und Schnee sollte auf keinen Fall gespielt werden. Das tut dem Rasen nicht gut.

Wie oft bearbeitet ihr die Rasenplätze?

Im Sommer müssen wir fast täglich auf die Plätze. Es ist fast immer etwas an der Beregnung oder rund um die Plätze zu tun.

Ist der Winter der größte Feind des Rasens? Wie lange dauert es, den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen?

Nein, nicht der Winter. Die Fußballspieler und –spielerinnen sind die größten Feinde. Wenn die Temperaturen wieder steigen und die Sonnenstunden ausreichend sind, geht es eigentlich relativ zügig. Aber so pauschal kann man das nicht sagen. Es kommt immer darauf an, wie viel Schäden im Winter durch Training und Krankheiten entstanden sind.

Was muss ein ausgebildeter Greenkeeper beherrschen?

Greenkeeping beinhaltet eine ganze Menge an Aufgaben. Ich habe mit einer dreijährigen Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau zum Gärtner begonnen und war anschließend vier Jahre in diesem Bereich als Facharbeiter tätig. Dann habe ich die 18-monatige Ausbildung zum Fachagrarwirt Golfplatzpflege/Greenkeeper absolviert. Hier liegen die Schwerpunkte in der Pflanzenphysiologie, Düngerlehre, Bodenkunde, Bewässerungstechnik und Maschinentechnik.

Hat die Musterung auf den Plätzen einen Sinn?

Das kommt von der Mährichtung, hat aber eigentlich keinen Sinn. Es sieht einfach nur gut aus.

Man sagt, Heimspiele hätten Vorteile. Haben die Greenkeeper da auch ihre Finger im Spiel?

Natürlich. Greenkeeper können direkt die Wünsche der Trainer und Spieler auf dem Platz umsetzen: Mähhöhe, Gräsermischung, Bewässerung. Selbstverständlich haben die Vorteile aber auch mit der gewohnten Umgebung, den Fans usw. zu tun. Nach dem Motto: „My home ist my castle.“

Wie sensibel sind Greenkeeper mit ihren Plätzen?

Sehr sensibel. Wir stecken unzählige Stunden an Arbeit und Pflege in die Plätze. Dann kommen zwei Fußballmannschaften und machen diese in nur 90 Minuten wieder kaputt. Aber so ist es eben. Wir dürfen uns darüber nicht zu arg ärgern.

Fußballrasen ist sicherlich robuster als Rasen im Garten. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Rasentypen?

Eigentlich nicht. Die unterschiedliche Robustheit kommt von der Mischung der Gräserarten. Je nach Beanspruchung gibt es verschiedene Mischungen. In Stadien kommt oft eine Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) und Poa pratensis (Wiesenrispe) Mischung zum Einsatz, diese Gräser zeichnen sich durch eine gute Scherfestigkeit und hohe Regenrationsfähigkeit aus.

Welche Vorteile hat ein Rollrasen?

Die Fläche wird schneller wieder grün und belastbar, weil die Gräser nicht erst keimen müssen. Außerdem können auf Rollrasen keine Unkräuter aufgehen, weil die Fläche schon zugewachsen ist. In der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena ist bspw. ein neues System eingesetzt worden. Hier werden in die Rasentragschicht Elastan-Fasern eingearbeitet. Die aufkeimenden Gräser können sich mit den Fasern verwachsen. Dadurch erreicht das Spielfeld eine bessere Scherfestigkeit. Ich denke, das ist die Zukunft.

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