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AKADEMIE
11.02.2013

Henrik Westerberg: Der Horizonterweiterer (1/2)

Über die zuletzt kalten Temperaturen konnte Henrik Westerberg nur lachen. Der Leiter der schulischen Betreuung in der achtzehn99 AKADEMIE ist direkt am Polarkreis aufgewachsen und mit Schnee, Eis und Kälte per Du. Vor elf Jahren kam er ohne Sprachkenntnisse, aber mit einer interessanten Vita nach Deutschland. Achtzehn99 stellt den 34-Jährigen und seine Arbeit in der Akademie vor.

Geboren wurde Henrik Westerberg im finnischen Rauma, aufgewachsen ist er aber in Schweden, in der kleinen, knapp 5.000 Einwohner zählenden Gemeinde Övertorneà¥, die direkt an der Grenze zu Finnland liegt. Wie kalt es dort sein kann, lässt sich durch einen Blick auf das Satellitenfoto in Google Maps erahnen: Der Ort liegt dort unter einen weißen Schneedecke begraben. Wie jeder sportbegeisterte Junge in dieser nördlichen Gegend spielte Westerberg im Winter Eishockey und im Sommer Fußball. Der Weg zum Training war immer derselbe, denn im Sportzentrum am Industrivägen sind jeweils die Klubs HF (Eishockey) und IF (Fußball) beheimatet.

Stolz verweist Westerberg auf ehemalige Eishockey-Weggefährten, die den Sprung in die nordamerikanische Profiliga NHL geschafft haben: Zu Johan Harju (Tampa Bay Lightning) und Linus Omark (Edmonton Oilers) pflegt er ebenso noch Kontakt wie mit Daniel Henriksson. Mit dem heutigen Torwarttrainer des amtierenden European-Trophy-Siegers LuleॠHF und WM-Goldmedaillengewinner von 2006 besuchte er sogar dieselbe Schulklasse. Drei Weltklasse-Spieler, alle in Övertorneॠgeboren – keine schlechte Quote für eine Gemeinde, die kaum größer als Hoffenheim ist.

Mit 23 Jahren nach Deutschland

„Mit 14 musste ich mich für eine Sportart entscheiden, da das Training in diesem Alter intensiver wird“, erklärt Westerberg. „Ich habe im Fußball die größere Perspektive gesehen.“ Als 15-Jähriger zog er von zu Hause aus und quartierte sich in einem Sportinternat ein, wo er mit seinem gleichaltrigen Cousin eine WG unterhielt. Immerhin schaffte es Westerberg auf der rechten Außenbahn in die Juniorennationalmannschaft der „Tre Kronors“ und blickt sogar auf vier Einsätze zurück. Nein, mit Zlatan Ibrahimovic habe er nicht zusammengespielt, beugt er entsprechenden Nachfragen vor. Wie es überhaupt aus seinem Jahrgang niemand zu größerem Ruhm gebracht habe. „Die 1978er sind kläglich gescheitert“, sagt er selbstironisch. Dass es bei ihm selbst nicht zur großen Karriere gereicht hat, liegt unter anderem am Apophysenausriss, den er sich als Teenager zuzog. Die Ansätze der Oberschenkelmuskel hatten sich aus der Hüfte gelöst – in doppelter Hinsicht eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, denn mit dem Leistungssport war es nun vorbei.

„Von diesem Tag an habe ich mich voll und ganz auf meine schulische Ausbildung konzentriert“, sagt Westerberg, der dem Sport als Trainer verbunden blieb. Mit 23 ging er nach Heidelberg, lernte in neun Monaten Deutsch und studierte Sportwissenschaft im Haupt- sowie Pädagogik, Prävention und Reha im Nebenfach. Nebenbei arbeitete er bei der SAP im Recruiting und im Gesundheitsmanagement und betätigte sich darüber hinaus als freiberuflicher Athletiktrainer. Unter seinen Fittichen schwitzten einige bekannte Top-Sportler der Metropolregion, darunter der Handballer Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), die Hockey-Nationalspielerin Fanny Rinne, der Tennis-Profi Denis Gremelmayr oder der Footballer Marcus Kuhn (New York Giants), um nur einige zu nennen.

Teil 2

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