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ALLGEMEIN
12.04.2012

Umfrage - Stehplatzverbot in deutschen Stadien?

Vor einigen Tagen sprach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im „kicker“ die Befürchtung eines Stehplatzverbotes in den Bundesliga-Stadien aus. Grund für dieses Szenario ist aus Sicht von Niersbach die zunehmende Gewalt in den Arenen. Niersbach hält es für möglich, dass irgendwann aus der Politik die Forderung nach reinen Sitzplatzstadien kommt, wie es beispielsweise in der englischen Premier League der Fall ist. Losgetreten wurde die Debatte nach den letzten Gewaltexzessen im deutschen Fußball, unter anderem beim Pokalspiel zwischen Dortmund und Dresden im Herbst 2011. Bei diesem und anderen Aufeinandertreffen in deutschen Fußballstadien war es zuletzt vermehrt zu erheblichen Sachschäden, Festnahmen und Verletzten gekommen.

Am Rande des 4:0-Sieges der TSG 1899 Hoffenheim fragte achtzehn99.de die Fans der Kraichgauer und des Hamburger SV, wie ihre Meinung zu dem Thema ist.

Der HSV-Fan Helmut Kaiser(50) aus Burgholzhausen glaubt nicht, dass ein Stehplatzverbot helfen würde, da die Chaoten auch auf den Sitzplätzen randalieren würden. Als Alternative ist der Hesse für schärfere Kontrollen. Falls ein Verbot kommen sollte, gibt er zu bedenken: „Wenn es wirklich passiert, müssen die Sitzplatzkarten günstiger werden. Ansonsten kann sich niemand einen Stadionbesuch leisten. Ähnlich sieht es Hoffenheim – Fan Manfred Laufenberg aus Mannheim: „Wenn die Stehplätze abgeschafft werden, kann es sich kaum eine Familie noch leisten ins Stadion zu gehen.“ Der 60-Jährige hält eine Abschaffung für wenig sinnvoll: „Die Randale würde sich auf die Sitzplätze verlagern.“

Ulrich Post ist auf der Seite von Wolfgang Niersbach. Um die Gewaltexzesse in den Stadien zu stoppen ist der HSV-Fan für eine bessere Videoüberwachung und dafür, dass Randalierer zur Kasse gebeten werden. Ein anderes Mittel der Abschreckung bringt Jannis Krug ins Spiel. Der 21-Jährige hält personalisierte Eintrittskarten für sinnvoll: „Wenn da mein Name, meine Adresse und ein Foto von mir drauf ist, überleg ich mir zweimal, ob ich was mache.“ Für reine Sitzplatzstadien ist der Bobenheimer allerdings nicht.

Genauso sieht es Christian Mayer: „An den Stehplatzblöcken liegt es definitiv nicht! Wer randalieren will macht es, egal wo.“ Der 31-Jährige sieht den Grund für die Randale woanders: „Wenn die Security ordentlich arbeiten würde, würde auch weniger passieren und wenn die Vereine stärker zur Kasse gebeten würden, würden sie auch mehr darauf achten.“

Obwohl der HSV-Fan Dieter Haß dem DFB – Boss Recht gibt, hält eine Verbot der Stehplätze für wenig sinnvoll, da von ihnen die Emotionen im Stadion ausgehen. Seiner Ansicht nach sollte mehr Sicherheitspersonal für Ruhe in den Blöcken sorgen. Eine andere Idee hat die 26-jährige Steffi: „Ich bin für Alkoholkontrollen beim Einlass und jeder der zu viel getrunken hat kommt nicht rein.“

Das englische Beispiel greift aus der Sicht von Peter Schmal in Deutschland nicht: „In den Stadien der Premier League stehen doch eh fast alle Zuschauer, und das, obwohl es offiziell gar keinen einzigen Stehplatz mehr gibt dort.“

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