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AKADEMIE
01.06.2012

U15 gestaltet Wanderweg Menachem und Fred mit

Wanderweg statt Strafraum: Anstelle der morgendlichen Trainingseinheit im Förderzentrum Zuzenhausen begaben sich die Spieler der U15 von 1899 Hoffenheim auf den noch nicht fertiggestellten Menachem-und-Fred-Wanderweg. In zwei Gruppen brachten die Nachwuchsfußballer entlang der Strecke Wegweiser an und installierten Geocaching-Stationen. Am 12. Juli wird der Wanderweg offiziell eingeweiht.

Die Idee, einen Wanderweg auf den Spuren der Hoffenheimer Juden zwischen Hoffenheim und Neidenstein einzurichten, stammte von Werner Diefenbacher vom Verein für Kultur- und Heimatpflege Neidenstein e.V. Bei der Konzeption und Realisierung wurde er von Karlheinz Hess (Ortsvorsteher Hoffenheim), Hartmut Riehl (Heimatverein Hoffenheim), Michael Heitz (Jüdisches Leben Kraichgau e.V.) sowie die U15-Mannschaft der achtzehn99 AKADEMIE unterstützt. Zusammen mit dem Erlebniszentrum Mühle Kolb, Partner von „Anpfiff ins Leben“, wurde eine GPS-taugliche Strecke für das Geocaching erarbeitet. Im Vorfeld hielt die Agentur für jüdische Kulturvermittlung Mannheim zwei Workshops mit den Jugendlichen ab. „Wir möchten den jungen Spielern einen Blick über den Tellerrand ermöglichen und sie für andere Lebensumstände sensibilisieren. Sie haben alle tatkräftig mit angepackt, so dass die Zusammenarbeit mit der U15 sowie dem Trainer- und Betreuerteam viel Spaß gemacht hat“, berichtet Sarah Böser vom Förderzentrum Zuzenhausen. Auch Michael Heitz war begeistert von den Jugendlichen: „Die Jungs haben die Markierungsarbeiten richtig sauber und ästhetisch erledigt.“ Die Nachwuchsfußballer mussten zwar auf eine Trainingseinheit am Vormittag verzichten, „aber wenn man die Geschichte betrachtet, dann ist das schon in Ordnung“, erklärte der 15-jährige Benjamin Wunder.

Im 19. Jahrhundert befanden sich in Hoffenheim und Neidenstein zwei der größten jüdischen Landgemeinden des Großherzogtums Baden. Dr. Menachem Mayer und Fred Raymes wanderten als Jugendliche sonntags von Hoffenheim zur Verwandtschaft in Neidenstein. Im Zweiten Weltkrieg überlebten sie den Holocaust. 2008 veröffentlichten sie ihr gemeinsames Buch „Aus Hoffenheim deportiert: Menachem und Fred – Der Weg zweier jüdischer Brüder“. Der geplante Wanderweg stößt bei ihnen auf großes Interesse und Wohlwollen.

Auf einer Länge von acht Kilometern führt der Menachem-und-Fred-Wanderweg von Hoffenheim nach Neidenstein. Ausgangs- und Endpunkte sind die S-Bahnhöfe der beiden Orte. Auf der Strecke können Wanderer den Ausblick auf die Kraichgauer Hügellandschaft und den Odenwald genießen. Sie werden außerdem auf Sehenswürdigkeiten und Mahnmale der jüdischen Kultur aufmerksam gemacht. Für eine Wanderung sind etwa zwei Stunden einzuplanen.

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