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09.04.2012

Abstiegskampf an der Elbe

Ab jetzt habe der HSV laut Sportchef Frank Arnesen nur noch Endspiele, und Marcell Jansen sagte: „Wir können alle die Tabelle lesen.“ Das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga befindet sich im Abstiegskampf. Daran änderte auch das 1:1 gegen Bayer Leverkusen und der Sprung auf Tabellenplatz 14 nichts. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur zwei Pünktchen. Doch Trainer Thorsten Fink ist sich sicher: „Wir können Abstiegskampf.“

Bereits am sechsten Spieltag vollzogen die Verantwortlichen in Hamburg einen Trainerwechsel. Der bis dato sieglos gebliebene Michael Oenning musste gehen, es übernahmen U23-Trainer Rodolfo Esteban Cardoso und Sportchef Frank Arnesen. Am zehnten Spieltag präsentierte man Thorsten Fink als neuen Coach in der Hansestadt. Der langjährige Bayern-Profi kam vom FC Basel, mit denen er in der schweizerischen Super-League zwei Meistertitel in Folge geholt hatte.

Berg- und Talfahrt in der Tabelle

Der gewünschte Effekt stellte sich zunächst ein. Bis zum 22. Spieltag führte Fink die Hanseaten vom letzten auf den zehnten Tabellenplatz. Es folgten sechs sieglose Spiele und der Absturz auf Rang 16. Erst der Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern beendete die Durststrecke. Insgesamt verlor der HSV unter Fink nur 6 seiner 19 Spiele, holte allerdings auch nur 23 der möglichen 57 Punkte.

Festes Gerüst in der Defensive

Fink verfügt mit über 34 gelisteten Spielern über einen der größten Kader in der Bundesliga, vertraut in der Regel aber – je nach Verfügbarkeit – einem festen Gerüst an Spielern. Im Tor steht Jaroslav Drobny. Er ist der einzige Spieler beim HSV, der jede Minute auf dem Platz stand. In der Viererkette sind Linksverteidiger Dennis Aogo, der am Mittwoch aufgrund Gelbsperre zuschauen muss, und Kapitän Heiko Westermann gesetzt, der in der Innenverteidigung, gelegentlich auch als Rechtsverteidiger zum Einsatz kommt. Diese Position bekleidete unter Fink in der Regel Dennis Diekmeier. Der 22-jährige verletzte sich aber im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern und wird gegen Hoffenheim wohl erneut nicht zur Verfügung stehen. Jeffrey Bruma, Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne konkurrieren um den weiteren Platz in der Innenverteidigung.

Personalsorgen in Mittelfeld und Angriff

Eine Reihe weiter vorne hat Marcell Jansen auf der linken Außenbahn den Stammplatz sicher, den sich ein in Hamburg Altbekannter gerade im defensiven Mittelfeld zurückerobert: David Jarolim. Er hält gleich drei Rekorde: mit 32 Jahren ist er der Älteste, mit neun Spielzeiten am längsten beim HSV und mit insgesamt 313 Bundesligaeinsätzen der Erfahrenste im Kader. Thomas Rincons Einsatz bleibt fraglich, Gojko Kacar kehrt nach abgesessener Gelbsperre zurück. Rechtsaußen vertraute Fink in den letzten fünf Spielen auf Ivo Illicevic. Weitere Optionen waren Gökhan Töre und Jacopo Sala. Vorne fehlt nach wie vor der gesperrte Paolo Guerrero. Neben Mladen Petric spielten daher zuletzt Marcus Berg oder Tolgay Arslan. Der Südkoreaner Heung-Min Son kam in der Rückrunde nicht mehr über die Rolle eines Jokers hinaus.

Planspiele für die Zukunft

Arnesen befindet sich bereits in den Planungen für die kommende Saison. Diese werden vom derzeitigen Abstiegskampf erschwert, wie der HSV-Sportchef sagte: „Die Spieler, die wir wollen, wollen erste Liga spielen. Wenn wir absteigen, sind einige Dinge vom Tisch.“ Zu den Kandidaten gehören Torwart Rene Adler von Bayer Leverkusen und Mittelfeldspieler Granit Xhaka vom FC Basel, der jedoch Medienberichten zufolge nach Mönchengladbach wechseln soll. Auch bei seinem alten Club hat sich der ehemalige Nachwuchsleiter und Sportdirektor des FC Chelsea wieder umgesehen. Von dort verpflichtete er bereits zu Beginn dieser Saison fünf Nachwuchstalente.

Auch wenn der HSV in der Theorie zweigleisig plant, ist Arnesen vom Klassenerhalt überzeugt: "Es gibt Plan A und B - aber nur Plan A wird umgesetzt. Davon bin ich fest überzeugt. Unsere Mannschaft ist zu stark, um abzusteigen."

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