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FRAUEN
13.11.2011

Frauen: 1899 verliert das Spitzenspiel

1899 Hoffenheim hat die Tabellenführung am neunten Spieltag der 2. Bundesliga verloren. Im Spitzenspiel gegen den VfL Sindelfingen zog die Mannschaft von Trainer Jürgen Ehrmann mit 1:3 (1:0) den Kürzeren. Es war die erste Niederlage der Saison, bei der Christina Arend für die zwischenzeitliche Führung gesorgt hatte.

Nach dem Sieg über den 1. FFC Frankfurt nahm Trainer Jürgen Ehrmann keine Änderungen in der Startelf vor. Auf der Bank nahm allerdings wieder Susanne Hartel Platz. Nur drei Wochen nach ihrer Knieverletzung im Spiel gegen den 1. FC Köln fühlte sich die Angreiferin für einen Einsatz wieder fit genug.

Das Spitzenspiel in der 2. Liga hielt, was es versprochen hatte. 550 Zuschauer im Ensinger Stadion in St. Leon sahen zwei offensiv agierende Mannschaften mit vielen Torchancen auf beiden Seiten von Beginn an. Die ersten guten Offensivaktionen hatten die Gäste aus Sindelfingen. Mit zwei Freistößen wurde Kristina Kober zum ersten Mal geprüft. Ein Freistoß flog am Tor vorbei, der nächste mitten in die Arme von Kober. Auf der Gegenseite war es Hoffenheims Toptorschützin Christina Arend, die das Tor der Gäste gefährdete. Mit rechts zog die 25-Jährige aus knapp elf Metern ab. Der Ball knallte an den Innenpfosten, von dort aber wieder zurück ins Spielfeld. Kurz darauf prüfte Leonie Pankratz Sindelfingens Torfrau Simone Holder mit einem Freistoß aus 18 Metern. Weitere Möglichkeiten hatten Janina Meißner, die allerdings zu verspielt war und den Abschluss vergab, sowie erneut Arend. Ihr Linksschuss war aber keine schwere Prüfung für Holder. Hoffenheim hatte die besseren Torchancen, aber der VfL blieb gefährlich und spielte weiterhin nach vorne. Marina Schwägler hatte per Kopfball eine der besten Möglichkeiten für Sindelfingen. Völlig freistehend traf sie das Leder aber nicht richtig und der Ball flog weit über den Kasten. Ein Ausruhen der beiden Konkurrenten um den Aufstieg gab es nicht und die Zuschauer sahen schon kurze Zeit später die nächste gute Chance für den Tabellenführer. Mit ihrer Schnelligkeit setzte sich Arend gegen zwei Gegenspielerinnen durch und stand allein vor Holder. Diese machte sich so breit wie möglich und rettete ihre Mannschaft vor dem Rückstand. Dann war wieder Sindelfingen an der Reihe. Die pfeilschnelle Nicole Loipersberger verpasste zunächst nach einem Querpass am Fünfmeterraum. Wenig später gewann sie ein Laufduell gegen Sophie Howard, ihren Abschluss entschärfte Kober mit dem Fuß. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff stach sie dann doch noch zu: Wieder war es ein Eins gegen Eins gegen Torhüterin Holder. Chantal Fuchs hatte den Ball direkt zu Arend weitergeleitet, die 25-Jährige überlupfte Holder und erzielte mit ihrem elften Saisontreffer die wichtige Führung (43. Minute).

Hoffenheim bricht ein

Kurz nach Wiederanpfiff fast das 2:0. Aus 30 Metern jagte Christine Schneider einen Freistoß in den 16er, Hartel hielt ihren Fuß rein, nur knapp ging das Leder am Pfosten vorbei. Trotz der ersten Möglichkeit in der zweiten Halbzeit spielte Hoffenheim nicht mehr so offensiv wie noch in Hälfte eins. Sindelfingen nutzte das und tauchte immer öfter in der Hoffenheimer Hälfte auf. Weil 1899 teilweise nicht clever genug agierte, und den Gästen damit einige Ecken bescherte, gelang Sindelfingen nach 56 Minuten der Ausgleich. Im Strafraum herrschte nach einer Ecke Unordnung. Merza Julevic nutzte dies aus und versenkte das Leder zum 1:1. Die Gäste blieben am Drücker, Hoffenheim ließ seine Spielkultur vermissen. Im 16er wurde Loipersberger von hinten umgestoßen, Schiedsrichterin Annette Raith zeigte ohne zu Zögern auf den Punkt. Kapitänin Julevic, die bereits Erstligaerfahrung hat, übernahm die Verantwortung. Der Ball flog Richtung rechte Ecke, dort flog auch Kober hin und lenkte das Leder vom Tor weg – Glück für die Gastgeberinnen. Wachgerüttelt wurden sie davon allerdings nicht. Sindelfingen bestimmte die Partie weiterhin und erzielte in der 68. Minute die 1:2-Führung. Julevic zog aus gut 25 Metern einfach mal ab. Der Ball war lange in der Luft und schlug letztendlich im Kasten von Kober ein. Selbst Sindelfingens Trainer Niko Koutroubis sprach später von einem „Sonntagsschuss“ – ein unglückliches Gegentor, die Führung für die Schwäbinnen ging zu diesem Zeitpunkt aber in Ordnung. Auch Ehrmann musste dem Gegner einen „verdienten Sieg“ zugestehen. „Den Einbruch in der zweiten Halbzeit kann ich mir nicht erklären. Einige Spieler waren gedanklich nicht bei der Sache. Selbst von außen bin ich nicht mehr an die Spielerinnen herangekommen“, so Ehrmann. Hoffenheim konnte sich nicht mehr aufrappeln, ließ Mut und Schwung nach vorne vermissen und den Sindelfingerinnen zu viel Platz. So auch beim 1:3, als Loipersberger von ihren zwei Gegenspielerinnen nur eskortiert wurde und den Ball ins Tor drosch (84.). Die Gastgeberinnen kamen nur noch einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. Die eingewechselte Susanne Hartel prüfte mit einem direkten Freistoß Holder, die das zweite Hoffenheimer Tor aber verhinderte. Beide Trainer waren sich einig, dass der Sieg des neuen Tabellenführers aus Sindelfingen in Ordnung ging. „Ich bin glücklich über den Sieg. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, weil Hoffenheim sehr offensiv begonnen hat. In den zweiten 45 Minuten standen wir kompakter und haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Die Mannschaft hat Moral gezeigt“, sagte Koutroubis. Ehrmann bemängelte, dass die Einstellung bei einigen Spielerinnen nicht gestimmt hätte: „Ich bin heute ziemlich enttäuscht. Wir haben es nicht geschafft, ins Spiel zurückzukommen und die Führung zu verteidigen.“

Die beiden Topmannschaften der Liga haben die Plätze in der Tabelle wieder getauscht. Sindelfingen führt die 2. Bundesliga mit drei Punkten Vorsprung vor Hoffenheim an. Dennoch sagt VfL-Trainer Koutroubis: „Unsere Mannschaft ist zu jung für den Aufstieg. Am Ende wird Hoffenheim aufsteigen.“

Oberliga: Team 2 landet knappen Sieg

Drei Punkte musste der VfL Sindelfingen doch im Badischen lassen. Während der VfL in der 2. Liga gegen Hoffenheim siegte, blieben die Punkte in der Oberliga im Kraichgau. Die zweite Mannschaft von 1899 Hoffenheim setzte sich mit 1:0 (1:0) gegen den VfL Sindelfingen durch und hält damit den Anschluss an Spitzenreiter TV Derendingen.

Unter Flutlicht, mit deutlich weniger Torraumszenen und zwei Mannschaften, die nicht so offensiv starteten wie ihre Vorgängerinnen in der 2. Liga, begann die Partie. Weil Sindelfingen die Räume hinten gut zu machte, hatte Hoffenheim Schwierigkeiten, das eigene Spiel aufzuziehen. Auf der rechten Seite war Tabea Rauschenberger sehr aktiv, auch Lina Bürger und Lara Karnahl prüften Sindelfingens Schlussfrau Nake Langwisch das eine oder andere Mal – wirklich gefährlich wurde es dabei aber nie. Ohne Abwehrchance wäre dagegen Nicole Vuk auf der anderen Seite gewesen. Nach einer Flanke der Gäste in den Hoffenheimer Strafraum wollte Lisa Appel klären. Ihr Kopfball ging allerdings nach hinten los und flog nur knapp am eigenen Tor vorbei. Glück für Hoffenheim, hier nicht in Rückstand geraten zu sein. Die Partie ließ weiterhin Tempo vermissen und spielte sich größtenteils zwischen den beiden Strafräumen ab. Bis zur 40. Minute, als sich Veronika Hafke auf der linken Seite durchsetzte und den Ball dann in den Rückraum zurück spielte. Dort stand Bürger, der eine kurze Drehung reichte, um den Ball zum 1:0 ins Tor zu jagen. Nach der Pause passierte nicht mehr viel. Hoffenheim kontrollierte die Partie und hatte kurz vor Abpfiff noch eine Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Am Ende blieb es aber beim knappen, aber verdienten Sieg für 1899.

Daten & Fakten zum Spiel »

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