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21.10.2022

FC Bayern München: Vom Gejagten zum Jäger

Die meisten Vereine wären mit dem zweiten Tabellenplatz nach zehn Spieltagen wohl durchaus zufrieden – doch das gilt nicht für den FC Bayern. Für den Klub aus München gilt das Gefühl: „Wer nicht der Erste ist, ist der Letzte.“ – und damit bedeutet Rang zwei eine nicht zufriedenstellende Momentaufnahme. Das Duell mit der TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Liveticker auf tsg-hoffenheim.de) soll den Rekordmeister wieder näher an Spitzenreiter Union Berlin bringen – die TSG kann jedoch mit einem Sieg an den Bayern vorbeiziehen und das nächste Kapitel eine bislang äußerst gelungenen Hinserie schreiben.

In den vergangenen zehn Spielzeiten kam es nur ein einziges Mal vor, dass der FC Bayern nach zehn Ligaspielen weniger als 20 Punkte hatte: In der Saison 2019/20 stand der Rekordmeister entgegen seines Selbstverständnisses „nur“ bei 18 Punkten – mit der Konsequenz, dass Niko Kovac nach dem zehnten Spieltag den Cheftrainerposten räumen musste. Die in der aktuellen Spielzeit erzielten 19 Punkte sorgen zwar nicht um akute Diskussionen über Julian Nagelsmann, Freude vermittelt die Tabellensituation bei Verantwortlichen, Fans und auch dem früheren TSG-Coach jedoch auch nicht.

Dabei sah es zu Saisonbeginn zunächst wieder nach der mittlerweile gewohnten Bayern-Dominanz aus, die den Verein in den vergangenen zehn Jahren stets zur Meisterschaft geführt hatte. Drei Siege aus den ersten drei Spielen bei einem Torverhältnis von 15:1 – Mia san Mia und Mia werden Meister.

Doch es folgten drei Unentschieden gegen Mönchengladbach, Union Berlin und den VfB Stuttgart, die „Krise“ gipfelte in einer 0:1-Niederlage beim FC Augsburg. Dass zwischendrin zwei überzeugende Siege in der Champions League bei Inter Mailand (2:0) und gegen den FC Barcelona (2:0) lagen, beruhigte die Diskussionen um die Bundesliga-Form nur bedingt.

Julian Nagelsmann, seit Sommer 2021 im Amt und von 2016 bis 2019 Cheftrainer der TSG Hoffenheim, war vor der Saison dazu gezwungen, sein Offensivspiel neu auszurichten. Der Abgang von Robert Lewandowski zum FC Barcelona hat das Angriffskonzept der Münchener auf den Kopf gestellt, der klassische Mittelstürmer wurde durch den variablen Offensivakteur Sadio Mané ersetzt. Trotz der nach wie vor überragenden Torausbeute – die Bayern stellen mit 30 Treffern den besten Angriff der Liga – schwebte der Name Lewandowski nach nicht gewonnenen Spielen konstant im Münchner Kosmos. Zuletzt empfahl sich allerdings ein alter Bekannter zunehmend als Nachfolger des zweimaligen Weltfußballers: Eric Maxim Choupo-Moting traf am Fließband und bot sich als interne Lösung der Neuner-Thematik an.

Auch Dank des ehemaligen PSG-Profis folgten auf die Augsburg-Pleite fünf Siege und ein Unentschieden aus sechs Pflichtspielen. Die Bayern sind demnach keineswegs im Formtief – aber in Sinsheim doch unter Zugzwang. Am Wochenende fehlen wird der zuletzt formstarke Nationalspieler Leroy Sane, der an einem Muskelfaserriss laboriert. Auch Lucas Hernandez (Muskelbündelriss) und Bouna Sarr (Knie-OP) stehen weiterhin nicht zur Verfügung. Die Bayern hofften noch auf eine Rückkehr von Manuel Neuer, doch der Nationaltorwart fällt aufgrund von Schulterproblemen aus. Auch Thomas Müller ist nach einem Magen-Darm-Infekt nicht dabei.

Für die Bayern geht es am Samstag gegen die TSG Hoffenheim darum, den Anschluss auf Tabellenführer Union Berlin nicht zu verlieren, vier Punkte sind bereits eine deutliche Lücke. Eine Niederlage dürfte jedoch erneute Diskussionen nach sich ziehen, im bayrischen worst case könnten dann neben der TSG auch Freiburg und Frankfurt vorbeiziehen. Eine Ausbeute von weniger als 20 Punkten nach elf Spieltagen hatte der FC Bayern zuletzt 2011 – damals holte Borussia Dortmund die Meisterschaft.  

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