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MäNNER
29.10.2022

1. FC Köln: Auf der Felge

Der 1. FC Köln hat in der ersten Saison unter Trainer Steffen Baumgart sensationell das internationale Geschäft erreicht. Den Kader für die Doppelbelastung aufzustellen geriet ob begrenzter finanzieller Möglichkeiten aber zur Mammutaufgabe. Dennoch steht der FC nach dem ersten Saisondrittel gut da – die vergangenen Wochen zeigen jedoch Probleme auf, die sich durch den Spielabbruch am Donnerstag im nebligen Tschechien noch verschärften.

Steffen Baumgart ist Berufsoptimist. Als er im April 2017 den SC Paderborn übernahm, fehlten den Ostwestfalen vier Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz in der 3. Liga. Baumgart holte mit dem SCP aus den fünf Partien beeindruckende elf Punkte – der Abstieg war jedoch trotzdem besiegelt. Doch Zweitliga-Absteiger 1860 München bekam keine Lizenz für die dritthöchste Spielklasse – Paderborn durfte bleiben, und Steffen Baumgart führte den SCP durch zwei Aufstiege nacheinander in die Bundesliga.

Mit seinem Wechsel zum 1. FC Köln stieg zweifellos die mediale Aufmerksamkeit um den energiegeladenen Trainer, seine Aufgabe war gewaltig. Ohne großen finanziellen Spielraum auf dem Transfermarkt übernahm er eine Mannschaft, die gerade in der Relegation dem Abstieg ganz knapp entronnen war. Der Trainer, dessen Schiebermütze zum Markenzeichen am Rhein wurde, qualifizierte sich in seiner ersten Spielzeit direkt für das internationale Geschäft. Trotz der Abgänge der Schlüsselspieler Anthony Modeste und Salih Özcan (beide zum BVB) ist der FC auch in dieser Spielzeit und trotz der Doppelbelastung bisher weit weg von Abstiegssorgen.

Die vergangenen englischen Wochen gingen an die Substanz, der ohnehin schmale Kader wurde durch Verletzungen extrem ausgedünnt. Zahlreiche Stammspieler, darunter Kapitän Jonas Hector, Dejan Ljubicic und Jan Thielmann, fallen für das Spiel gegen die TSG Hoffenheim verletzt aus, Luca Kilian fehlt nach seinem Platzverweis beim Spiel in Mainz ebenso. Aus diesen Problemen resultiert auch die aktuelle Ergebniskrise, von den jüngsten sechs Pflichtspielen gingen vier verloren. In der UEFA Europa Conference League gewann der FC die Partie beim 1. FC Slovacko 1:0, die aufgrund des dichten Nebels erst am Freitag ausgetragen werden konnte. Eine angestrebte Verlegung der Partie gegen die TSG ließ sich so kurzfristig nicht realisieren, sodass zwischen Abpfiff in Tschechien und Anpfiff in Köln nur gut 50 Stunden liegen. Für Steffen Baumgart Anlass für beißenden Spott: „Das haben mal ganz kluge Leute festgelegt, dass 48 Stunden angeblich reichen für eine Regeneration“, ätzte der Kölner Coach in Richtung DFL. 

Am Ende aber werden, so viel ist sicher, elf Kölner auf dem Rasen stehen – und vermutlich auch einige mit Hoffenheimer Vergangenheit. Beim FC stehen gleich vier Spieler mit TSG-Historie im Kader. Stammkeeper Marvin Schwäbe wurde 2014 mit der U19 der TSG Deutscher Meister und stand zudem in 40 Spielen bei der U23 im Tor, Kingsley Schindler lief 77-mal für Hoffenheims Zweitvertretung auf. Der gebürtige Kölner Mark Uth – der in dieser Saison bisher verletzungsbedingt nur 33 Bundesliga-Minuten sammelte – spielte von 2015 bis 2018 bei der TSG, und in diesem Sommer dann wechselte Sargis Adamyan aus Hoffenheim nach Köln.

Wer am Ende im RheinEnergie-Stadion auflaufen wird, entscheidet vermutlich nicht allein der Trainer, sondern auch der Physiotherapeut und Teamarzt. Steffen Baumgart wird sich am Sonntag auf alle Fälle etwas einfallen lassen müssen: Denn Hoffenheim war in den vergangenen Jahren der absolute Angstgegner des FC, die letzten acht Duelle gewann die TSG allesamt. Der Optimismus von Steffen Baumgart wird am Sonntag jedenfalls auf eine harte Probe gestellt.

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