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U23
13.03.2021

Rutters Tor sichert Dreier in Unterzahl

Stark! Trotz fast einstündiger Unterzahl hat die U23 ihr Auswärtsspiel bei der TSG Balingen 1:0 (0:0) gewonnen und am 27. Spieltag der Regionalliga Südwest mehr als nur ein Lebenszeichen gesendet. Georginio Rutter markierte den entscheidenden Treffer, Melayro Bogarde hatte in der 33. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen.

Das Personal

Vier Startelfwechsel bei „Hoffe zwo“: Luca Philipp kehrte für Daniel Klein wieder zwischen die Pfosten zurück, Robin Szarka ersetzte Luis Görlich auf der rechten Verteidigerposition, Melayro Bogarde spielte bis zu seinem Platzverweis für Emilian Lässig im Mittelfeld und Philipp Strompf rückte an Stelle Lucas Zellers in die Innenverteidigung. Herdling ließ seine Elf zunächst im 4-2-3-1 mit Fisnik Asllani in der Spitze agieren, musste aber nach Gelb-Rot für Bogarde (33.) taktisch umstellen. Asllani machte für Lässig Platz, der Bogardes Position auf der Sechs ausfüllte, die U23 spielte fortan im 4-4-1 mit Georginio Rutter als einziger Spitze und Maximilian Beier (links) und Chinedu Ekene auf den Flanken.

Der Spielfilm

Zugig, regnerisch, einfach nur eklig. Fußball-Traumwetter sieht anders aus, als das, was die Hoffenheimer in der unbequemen Bizerba Arena begrüßte. Gegen die zuletzt etwas ins Straucheln geratenen Hausherren startete „Hoffe zwo“ aggressiv und zielstrebig und suchte auch mal den Abschluss aus der Distanz. Rutter, der beim 1:1 gegen Pirmasens gezeigt hatte, durchaus auch mal aus 25 Metern einnetzen zu können, zog nach zwei Minuten gleich mal ab: Balingens Keeper Julian Hauser klärte zur Ecke, bekam aber einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ihn erwarten würde.

Der katastrophalen Witterung zum Trotz boten beide Teams eine attraktive Partie. Balingens Felix Heim scheiterte aus spitzem Winkel am aufmerksamen Philipp (7.), Rutter (15.) und Ekene (18.) wurden jeweils geblockt. Zwar eroberten die Hoffenheimer nach und nach die Platzhoheit, aber Balingen blieb mit seinem geradlinigen Offensivspiel gefährlich. Cedric Guarino verzog aus halblinker Position nur knapp (23.). Dann die 33. Minute: Bogarde, bereits früh gelbbelastet, leistete sich im Mittelfeld das zweite „unnötige“, aber gelbwürdige Foulspiel im Mittelfeld und durfte duschen gehen. Herdling nahm sofort entsprechende taktische Änderungen vor. Von der Unterzahl war nichts zu merken – aber der Offensivelan war erstmal dahin.

Im zweiten Abschnitt igelte sich die Herdling-Elf keineswegs hinten ein, musste aber immer auf der Hut sein, da die Balinger Mittelfeld-Antreiber Lucas Foelsch und Leander Vochatzer wie schon in der Hinrunde für die eine oder andere Idee gut waren. So auch in der 67. Minute, als Foelsch die bis dahin gefährlichste Aktion der Partie einleitete, aber Philipp stark gegen den eingewechselten Daniel Seemann parierte und bei Marc Pettenkofers Nachschuss blitzschnell die Arme hochriss, um zur Ecke zu klären. Kurz zuvor hatte es etwas Aufregung gegeben, nachdem Adrian Müller Ekene im Sechzehner am Trikot gezogen hatte. Weil der Hoffenheimer aber zu schnell zu Boden ging, unterstellte ihm der Unparteiische eine Schwalbe.

Die Partie wog zwar hin und her, die brenzligen Strafraumszenen blieben jedoch aus. Beier und der für ihn eingewechselte Rui Monteiro Mendes versuchten es aus der Distanz, ohne Gefahr auszustrahlen. „Hoffe zwo“ blieb mutig und wurde belohnt: Über Alfons Amade und Monteiro Mendes landete die Kugel vor den Füßen Rutters, der sie trotz Bedrängnis eiskalt in den Winkel drosch (77.).

Die Schlussviertelstunde inklusive Nachspielzeit zog sich. Auf dem nassen Geläuf war nichts auszuschließen, jeder Ball, der in den Hoffenheimer Strafraum segelte, war zwangsläufig gefährlich. Aber die U23 rackerte, kämpfte und biss sich zum schlussendlich verdienten Sieg durch. Die Musikbox in der Kabine konnte auf Maximalvolumen aufgedreht werden.

Die Trainerstimme

„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die hier trotz der Nackenschläge der vergangenen Wochen und trotz des frühen Platzverweises alles reingeworfen und Charakter gezeigt hat“, freute sich Herdling über den starken Gesamtauftritt. „Wir wollten trotz Unterzahl auf Sieg spielen und uns nicht mit einem Punkt begnügen. Das war gegen eine gute Balinger Mannschaft bei schlechten Bedingungen nicht einfach, umso größer das Kompliment an die Jungs, die bis zum Schluss gefightet und sich belohnt haben. Georginio hat beim Tor natürlich auch seine Klasse aufblitzen lassen.“

Die Szene

Es war klar, dass sich in Unterzahl nicht Torchancen en masse ergeben würden. Umso wichtiger, die wenigen dann auch mal eiskalt zu nutzen. Als der Ball in der 77. Minute vor Rutters Füße rollte, stellte sich kurz die Frage: Torjäger oder nicht? Der Franzose beantwortete sie mit einem trockenen Schuss ins Lattenkreuz – es war obendrein das Tor des Tages.

Die Tabelle

Durch den Sieg in Balingen rückt „Hoffe zwo“ einen Platz nach oben, steht aber nach wie vor unterm Strich. Doch der Kontakt zu den Mittelfeldplätzen ist wieder hergestellt. Die direkte Konkurrenz ging leer aus oder punktete zumindest nicht dreifach. Großaspach muss morgen beim Spitzenreiter SC Freiburg II ran. Der spürt nun des TSV Steinbach im Nacken, der durch das 4:0 gegen Offenbach Platz zwei zurückeroberte und seine Ambitionen untermauerte.

Das Stenogramm

TSG Balingen – TSG 1899 Hoffenheim II 0:1 (0:0)
Balingen: Hauser – Kurth (83. Dierberger), Vogler (83. Schiffel), Wöhrle, Müller (53. Seemann) – Foelsch (83. Akkaya) – Pettenkofer, Vochatzer, Guarino – Klostermann (68. Eisele), Heim.
Hoffenheim: Philipp – Szarka (72. Görlich), Haider, Strompf, Kölle – Bogarde, Rüth (72. Amade) – Ekene, Rutter, Beier (62. Monteiro Mendes) – Asllani (37. Lässig).
Tor: 0:1 Rutter (77.). Zuschauer: nicht zugelassen. Schiedsrichter: Christian Ballweg (Zwingenberg). Karten: Gelb für Pettenkofer / Strompf, Rutter; Gelb-Rot für Bogarde (33., wiederholtes Foulspiel).

Daten & Fakten zum Spiel »

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