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U23
06.02.2021

„Hoffe zwo“ landet Befreiungsschlag in Mainz

Die U23 hat mit einem 1:0 (1:0)-Sieg beim 1.FSV Mainz 05 II zum Rückrunden-Auftakt der Regionalliga Südwest nicht nur den ersten Dreier 2021 eingefahren, sondern auch ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Das Team von Trainer Kai Herdling zeigte auf dem Kunstrasen-Nebenplatz am Bruchweg eine starke Charakterleistung.

Das Personal

Vier Tage nach der ernüchternden Heimniederlage gegen RW Koblenz tauschte Herdling auf drei Positionen aus. Melayro Bogarde und Quincy Butler standen diesmal nicht im Kader, Gautier Ott saß auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz. Neu ins Team rutschten Mario Erb, Meris Skenderović und Max Geschwill. An der taktischen Grundausrichtung änderte sich nichts. Zur Dreierkette mit Niklas Kölle, Philipp Strompf und Mario Erb gesellten sich im Spiel gegen den Ball die „Joker“ Luis Görlich (rechts) und Geschwill (links), Robin Szarka und Alfons Amade kurbelten das Mittelfeld an, davor Chinedu Ekene sowie Maximilian Beier und Skenderović.

Der Spielfilm

Schon am Freitag drang die Nachricht nach Hoffenheim, dass die Partie aufgrund der vielen Regenfälle der letzten Tage nicht in der ehemaligen Bundesliga-Spielstätte der Mainzer würde über die Bühne gehen können. Das erwies sich jedoch nicht unbedingt als Nachteil, weil die technisch beschlagenen Hoffenheimer trotz der schnellen Bälle auf dem nassen Kunstrasen sehr gut zurecht kamen. Und die Herdling-Elf erwischte einen perfekten Start. Nach einem frühen Foul an Ekene zwirbelte Szarka den Freistoß in die Mauer, ein Mainzer Kopf klärte zur Ecke. Die trat Szarka in den Fünfmeterraum, Geschwill lief ein und erzielte per Kopf das 1:0 (3.)

Von der frühen Führung beflügelt trat „Hoffe zwo“ sehr selbstsicher auf, vor allem das Mittelfeld setzte viele Akzente, aber es griff generell jedes Rad ins andere. Der Wille, sich für das Ergebnis vom Dienstagabend zu rehabilitieren, war deutlich zu erkennen. Als Szarka Beier in Szene setzte, guckte der sich von der Strafraumgrenze den Mainzer Schlussmann Marius Liesegang aus, verzog aber deutlich (18.). Kurz zuvor war Ekene im Zweikampf mit dem Routinier Giuliano Modica im Sechzehner zu Fall gekommen, aber nicht elfmeterreif.

Die Platzherren fanden erst Mitte der ersten Hälfte in diese hart geführte, aber nicht unfaire Partie. Torjäger Simon Brandstetter war bei der TSG-Defensive gut aufgehoben, sein Schuss in der 24. Minute war für TSG-Keeper Luca Philipp der erste Ballkontakt. Die besseren Gelegenheiten hatten die Hoffenheimer. Beiers Zuspiel auf Szarka leitete der Kapitän stark auf Ekene weiter, Liesegang musste sich gewaltig strecken, um zur Ecke zu klären (27.). Brenzlig wurde es für die TSG nur einmal: Als der Mainzer Spielführer Jonas Fedl nach einer Ecke frei zum Kopfball kam, aber direkt auf Philipp zielte (40.). Mit dem Pausenpfiff verletzte sich Geschwill in einem Zweikampf – und kam nicht mehr zurück.

Es deutete sich eine spannende zweite Halbzeit an. Beide Mannschaften spulten ein großes Laufpensum runter, und auch wenn sich die gefährlichen Torraumszenen in Grenzen hielten, war die Begegnung interessant anzusehen. Fedl köpfte nach Marlon Mustaphas Flanke über das Tor (62.), auf der anderen Seite wurde Ekene in letzter Sekunde geblockt (64.). Zwischen der 70. und 80. Minute nahm sich die TSG eine kleine Auszeit, ließ sich zu sehr hinten reindrängen und konnte sich nicht mehr spielerisch befreien. Sie überstand aber diese Phase, in der Philipp einmal stark abtauchte und einen Schuss aus halblinker Position entschärfte.

„Hoffe zwo“ verteidigte mit Mann und Maus, und hätte bei einem Konter den Sack zu machen müssen. Görlich schickte Beier auf die Reise, der über das halbe Feld sprintete und sich zwei Mainzer vom Leib hielt, dann aber ans Außennetz schoss anstatt in die Mitte auf Ekene abzuspielen (77.).

Es blieb spannend, auch weil der eingewechselte Deji Beyreuther kurze Zeit später den Ball an Liesegang, aber auch am Gehäuse vorbei schob. Die Hoffenheimer kratzten und kämpften um jeden Zentimeter – und ließen keine Chance mehr zu. In der Nachspielzeit hätte das 2:0 ohne wenn und aber fallen müssen, als Abdulkerim Çakar freistehend Liesegang anschoss und Fisnik Asllanis Nachschuss von der Linie gekratzt wurde (90.+4), da die Schiedsrichterin wenige Sekunden später abpfiff, war der Ärger über die ausgelassene Hundertprozentige schnell vergessen.

Die Trainerstimme

„Das war nicht unser bestes Spiel“, blieb Herdling trotz der Freude über den Sieg kritisch. „Wir standen defensiv stark, hätten aber im ersten Durchgang den einen oder anderen Angriff besser zu Ende spielen müssen. Auch nach dem Wechsel haben wir wenig zugelassen und durch die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind, gehen die drei Punkte in Ordnung. Ich habe den Jungs vor der Partie gesagt, dass in den kommenden Wochen jedes Spiel wie ein kleines Endspiel ist und wir dringend punkten müssen. Schön, dass uns das heute gleich dreifach gelungen ist.“

Die Szene

Es gab in dieser Partie – abgesehen vom frühen Tor – nicht die Szene. Es war vielmehr die Phase zwischen der 70. und 80. Minute, in der sich die Partie entschieden hat. Die Mainzer drängten auf den Ausgleich und schienen in diesem Zeitraum mehr Körner zu haben, doch die Hoffenheimer hielten im Kollektiv stark dagegen, zeigten einen großartigen Teamgeist und ließen gegen die wütenden Angriffe nichts zu.

Die Tabelle

Auch wenn sich in der Tabelle der jüngste Lauf von sechs Spielen ohne Sieg noch widerspiegelt, so stehen die Hoffenheimer nun nach dem Sieg in Mainz wenigstens wieder über dem Strich auf Platz 15. Es bleibt jedoch weiterhin eng, zumal einige schlechter positionierte Teams noch Nachholspiele auszutragen haben. An der Spitze hat sich der SSV Ulm nach dem Sieg im Spitzenspiel in Elversberg klammheimlich auf Platz eins geschoben, allerdings auch drei Spiele mehr als das Trio Steinbach, FSV Frankfurt und Freiburg II absolviert.

Das Stenogramm

1.FSV Mainz 05 II – TSG 1899 Hoffenheim II 0:1 (0:1)
Mainz: Liesegang – Fedl, Kilian, Modica, Fürstner, Anton (79. Rösch), Papela (65. Rekdal), Mißner, Nebel, Brandstetter, Mustapha.
Hoffenheim: Philipp – Szarka, Strompf, Erb, Kölle, Görlich (90. Şahin), Amade, Geschwill (46. Beyreuther), Beier (80. Asllani), Ekene, Skenderović (69. Çakar).
Tor: 0:1 Geschwill (3.). Zuschauer: keine zugelassen. Schiedsrichter: Karoline Wacker (Marbach am Neckar). Karten: Gelb für Fürstner, Anton, Mißner / Görlich, Strompf, Skenderović, Ekene.

Daten & Fakten zum Spiel »

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