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FRAUEN
27.12.2020

Gabor Gallai: „Teamgeist und Spirit beibehalten“

Hinter Gabor Gallai liegt das erste halbe Jahr als Chef-Trainer der TSG-Frauen, die in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz überwintern. Im Interview spricht der 41-Jährige über den erfolgreichen Jahresabschluss, die Entwicklung seiner Mannschaft sowie seine Ziele und Wünsche für 2021.

Eine Woche liegt das letzte Spiel des Jahres gegen den 1. FFC Turbine Potsdam nun schon zurück. Wie blickst du auf den 5:0-Erfolg zurück?

„Für uns war es nochmal ein wichtiges Spiel, in dem vieles so zusammengelaufen ist, wie wir uns das gewünscht hatten. Die Mannschaft ist die Begegnung total fokussiert angegangen, wir waren effektiv und haben am Ende auch verdient gewonnen. Wir wollen uns immer weiter verbessern und haben uns somit vorgenommen, die Rückrunde noch erfolgreicher zu gestalten als die gute Hinrunde, mit der wir unter Berücksichtigung des schweren Auftaktprogramms und einiger Verletzungen zufrieden sein konnten. Die erste Aufgabe dazu haben wir gegen Potsdam, gegen die wir in der ersten Halbserie ohne Punkte geblieben sind, gelöst. Darüber sind wir sehr glücklich. Der deutliche Sieg war natürlich ein perfekter Jahresabschluss, der aber davon profitiert hat, dass wir uns in den erfolgreichen Wochen und Monaten zuvor schon die passende Ausgangslage geschaffen hatten.“

Seit Mitte Oktober habt ihr in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga keine Punkte mehr liegen lassen, hinzu kommen zwei Siege im DFB-Pokal. In welchen Bereichen siehst du die größte Entwicklung der Mannschaft?

„Wir haben schon in der vergangenen Saison oft richtig guten Fußball gespielt, und die Entwicklungsschritte werden ab einem gewissen Niveau immer schwieriger und unmerklicher. Es ist eine Detailarbeit. Wir versuchen jede einzelne Spielerin noch besser zu machen, das spiegelt sich dann auch in der Mannschaftleistung wider. Einen wichtigen Schritt haben wir definitiv im mentalen Bereich gemacht. Trotz des schwierigen Saisonstarts haben wir uns nicht von unserem Weg abbringen lassen und sind ruhig geblieben. Wir hatten mit einigen Widrigkeiten wie Verletzungen zu kämpfen, haben aber fleißig weitergearbeitet. Wir haben eine ‚Egal, was kommt, wir machen weiter‘-Mentalität entwickelt.“

Hinter dir liegt das erste halbe Jahr als Chef-Trainer bei der TSG. Wie hast du dich eingefunden?

„Es hat mir auf jeden Fall großen Spaß gemacht, als Chef-Trainer mit der Mannschaft zu arbeiten. Das Team ist leicht zu handeln, die Spielerinnen sind wissbegierig, fokussiert, und alle versuchen, Inhalte gleich umzusetzen. Im Trainerteam bekomme ich außerdem die richtige Unterstützung, denn allein kann man so eine Aufgabe nicht stemmen. Ich finde es gut, in den ersten Monaten bereits Höhen und Tiefen miterlebt zu haben und so viele Erfahrungen gesammelt zu haben. Entsprechend kann ich für mich ein sehr positives Fazit ziehen.“

Geprägt war das Jahr von der Corona-Pandemie. Welche Erkenntnisse hast du aus dieser besonderen Situation gezogen?

„Mit der Fortsetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und im DFB-Pokal wurde im Frauenfußball ein deutliches Zeichen gesetzt. Das können wir aus dieser Zeit sicherlich als Wertschätzung mitnehmen. Die Mannschaft hat sich mit der Corona-Pandemie von Beginn an sehr ernsthaft auseinandergesetzt, die Spielerinnen sind umsichtig und rücksichtsvoll. Natürlich ist es schade, dass wir viele Spiele ohne Zuschauer austragen mussten, insbesondere weil sehenswerte Begegnungen dabei waren.“

Gab es für dich ein besonderes Fußball-Highlight im Jahr 2020?

„Das ist schwer zu sagen. Natürlich ist die Freude über den 5:0-Erfolg gegen Potsdam noch sehr präsent, das war auf jeden Fall ein toller Moment. Auch das letzte Saisonspiel 19/20 ist mir in Erinnerung geblieben. Trotz der Niederlage in Potsdam war es ein schöner Abschluss, auf der Rückfahrt wurde die erfolgreiche Spielzeit gefeiert.“

Der Jahreswechsel rückt näher, welche Ziele gibt es für 2021? Welche Wünsche hast du?

„Schon im Sommer haben wir uns mit der Champions League-Qualifikation ein Saisonziel gesteckt, das wir sehr gern erreichen würden. Eine gute Ausgangslage dafür haben wir uns bereits geschaffen, jetzt haben wir es selbst in der Hand. Die Rückrunde ist noch lang, da kann noch einiges passieren, und insbesondere Potsdam wird uns weiter Druck machen. Wichtig ist, dass wir unseren Teamgeist und den Spirit behalten, egal was in den kommenden Wochen und Monaten noch auf uns zukommt. Auch im DFB-Pokal möglichst weit zu kommen, wollen wir nicht aus den Augen verlieren. Fußballerisch gibt es noch sehr viel, was wir besser machen können, auch wenn die Schritte klein sind. Wünschen würde ich mir natürlich, dass die Umstände es zulassen, dass auf den Stadiontribünen wieder etwas mehr los sein kann. Ich wünsche all unseren Fans, die in den vergangenen Monaten leider oft auf Fußball verzichten mussten, einen guten Start ins neue Jahr.“

Wie wird der Jahresstart für die Bundesliga-Mannschaft aussehen?

„Wir starten voraussichtlich am 7. Januar in eine vierwöchige Vorbereitung. Die Zeit ist zwar knapp, aber entsprechend gut wollen wir die Trainingseinheiten takten. Wir wollen uns möglichst gut für das erste Spiel am 7. Februar gegen Bayer 04 Leverkusen wappnen.“

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