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U23
17.06.2020

Samuel Lengle: Abschied nach zehn Jahren TSG

Für Samuel Lengle endet in diesen Tagen eine kleine Ära. Zehn Jahre und damit die Hälfte seines Lebens schnürte der Mittelfeldspieler der U23 die Kickstiefel für die TSG. In diesem Sommer trennen sich die Wege und der frühere Junioren-Nationalspieler wird ein anderes Trikot überstreifen. Im Rückblick auf seine Zeit in Hoffenheim empfindet Lengle aber viel Dankbarkeit.

Man könnte sagen, dass Samuel Lengle im TSG-Trikot zum Mann geworden ist. Das erste Porträtfoto des gebürtigen Heidelbergers stammt aus dem Sommer 2010. Der damals zehnjährige Neuzugang der TSG-U12 trug das Haar zu der Zeit lang, das Akademie-Fotoshooting fand noch auf Platz 3 des Sinsheimer Helmut-Gmelin-Stadions statt und auf den TSG-Trikots prangte damals eine Raubkatze statt eines großen „J“.

Knapp zehn Jahre später, am 7. März 2020 im Heimspiel gegen die U23 von Mainz 05, ist Lengle zum vorerst letzten Mal für die TSG aufgelaufen. Vor einer Woche wurde er mit warmen Worten, einem Trikot und einem kleinen Geschenk verabschiedet – als nunmehr 20-Jähriger. Zehn Jahre TSG finden ihr Ende. „Das war schon ein komisches Gefühl und so richtig habe ich es auch immer noch nicht begriffen, dass ich bald für einen anderen Verein spielen werde“, sagt Lengle.

Cousin von Nicolai Rapp

Bevor der Mittelfeldmann, der auch immer wieder als Innenverteidiger überzeugte, TSG-Spieler war, war er bereits Fan. Gemeinsam mit seinem Vater besuchte er im Alter von sieben Jahren seine ersten TSG-Spiele und erlebte auch den Bundesliga-Aufstieg 2008 hautnah mit. Als Kind der Region – Lengle wuchs in Dallau in der Gemeinde Elztal auf – war die TSG von Anfang an ein ganz besonderer Verein für den fußballbegeisterten Jungen.

Den Traum, einmal selber das blau-weiße Trikot zu tragen, hatte Lengle nicht zuletzt wegen seines vier Jahre älteren Cousins Nicolai Rapp. Der heutige Zweitligaprofi von Darmstadt 98 spielte damals bereits für die TSG. „Wir hatten schon immer einen super Kontakt und daher habe ich seinen Weg in Hoffenheim natürlich auch verfolgt. Und da war es dann erst recht mein Ziel, es auch zur TSG zu schaffen“, erzählt Lengle.

Seinem Traum ein großes Stück näher kam er durch ein Hallenturnier in Schefflenz, an dem er mit seinem Heimatverein SV Dallau teilnahm. Ein Scout sprach Lengle und seine Familie an und lud den talentierten Jungen ins Training des Kinderperspektivteams der TSG ein. „Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut“, berichtet Lengle, der seine Trainer schnell von sich zu überzeugen wusste.

Zweites A-Jugend-Jahr sein stärkstes

Im Sommer 2010 folgte dann der feste Wechsel vom SV Dallau zur U12 der TSG. Dabei war Lengle eigentlich noch U11-Jahrgang, doch die Trainer trauten ihm zu, als 2000er-Jahrgang schon bei den 1999ern mitspielen zu können. Nach zwei Jahren in der U12 folgte Jahr für Jahr die Versetzung in die nächsthöhere Altersklasse. „Ich glaube, ich habe in jedem Jahr und bei jedem Trainer etwas dazugelernt“, sagt Lengle, der eine Altersstufe hervorhebt. „In der U15 habe ich mich besonders entwickelt. Zum ersten Mal haben wir dort in einer Liga mit Bayern München und anderen großen Klubs gespielt und unter Wolfgang Heller habe ich mich technisch und taktisch sehr verbessert.“

Seine Lieblingssaison in zehn Jahren TSG war aber die Spielzeit 2018/19, Lengles zweites A-Jugend-Jahr. „Ich glaube, das war meine beste Saison und mit den Youth-League-Spielen hatten wir unvergessliche Highlights. Das war schon etwas ganz Besonderes“, sagt Lengle, der auch die Süddeutsche A-Jugend-Meisterschaft 2018 und das darauffolgende Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft hervorhebt.

Zahlreiche DFB-Nominierungen von der U15 bis zur U19

Auch beim DFB wurde Lengles Talent früh erkannt. Nach ersten Lehrgängen der U15-Nationalmannschaft kam der schussgewaltige und zweikampfstarke Mittelfeldspieler in den Folgejahren zu Länderspieleinsätzen für die deutsche U16-, U17-, U18- und U19-Auswahl. „Es war jedes Mal toll, mit den besten Spielern Deutschlands zusammenzuspielen, aber mein Fokus lag immer auf der TSG.“

Die Verbundenheit zu seinem Verein unterstreicht er auch in den Tagen seines Abschieds: „Ich bin hier mit aufgewachsen und habe sehr viel gelernt. Dafür werde ich all meinen Trainern immer dankbar sein. Die Zeit in Hoffenheim wird immer eine besondere für mich bleiben, aber nun freue ich mich auch auf eine neue Herausforderung in einer Profiliga.“

Freundschaften zu Mitspielern bleiben bestehen

Neben seiner fußballerischen Entwicklung nimmt Lengle auch Freundschaften mit. Zu seinem langjährigen Teamkameraden Stefano Russo (heute FC Augsburg II), mit dem er in der U16 und U17 auch in einer Gastfamilie lebte, sowie seinen U23-Mitspielern Stefan Drljača, Tim Linsbichler und Luis Görlich, mit denen er 2018 am Sinsheimer Wilhelmi-Gymnasium das Abitur gemacht hat, pflegt er eine besonders enge Verbindung, die sicherlich auch die gemeinsame Hoffenheimer Zeit überdauern wird.

Und dann ist da ja auch noch sein Cousin, dem Lengle nach wie vor nacheifert. Zwar steht noch nicht fest, wohin der Weg des Akademie-Urgesteins Lengle führen wird, aber ähnliche Sphären wie die, in denen sich Nicolai Rapp bewegt, traut sich Lengle durchaus zu. „Ich orientiere mich schon in Richtung zweite oder vielleicht sogar erste Liga.“ Genug Selbstvertrauen hat der 20-Jährige durch seine Jahre bei der TSG gesammelt. Schließlich hat kaum jemand so lange die Ausbildung an der TSG-Akademie genießen dürfen wie er. 

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