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17.10.2017

Ilhan Mansiz: "Es wird ein knapper TSG-Sieg"

Ilhan Mansiz. Der Name des türkischen Fußballers ist untrennbar mit der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea verbunden - mit seinen Toren schoss der Stürmer die türkische Nationalmannschaft damals auf Rang drei. Nach dem Fußball ging es für Mansiz aufs Eis - er widmete sich dem Paarlauf. Darüber hinaus arbeitete er als Moderator und Schauspieler. Vor dem Duell der TSG mit Basaksehir Istanbul sprach achtzehn99.de mit dem Kenner des türkischen Fußballs über den Klub aus der Millionenmetropole, sein Leben nach der Karriere und die Partie am Donnerstagabend in der Europa League.

Ilhan, lass uns zunächst über Eiskunstlauf sprechen. Bist du heute noch ab und an auf dem Eis?

Ilhan Mansiz: Für mich war das eine große sportliche Herausforderung, die ich vier Jahre lang mit vollem Einsatz verfolgt habe. Vor zwei Jahren habe ich dieses Projekt dann beendet. Heute trifft man mich wesentlich häufiger auf dem Golfplatz als auf dem Eis. 

Welches Handicap hast du - und spielt Fußball überhaupt noch eine Rolle?

Mansiz: Das Handicap hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich verbessert. Ich bin jetzt bei 12,5 und verbringe viel Zeit beim Golfen. Aktuell spiele ich fünf Mal die Woche. Fußball spiele ich leider gar nicht mehr. Ich musste ja damals meine Karriere wegen großen Problemen mit den Knien beenden. Insgesamt hatte ich acht Knieoperationen. Deshalb kann ich Fußball meinem Körper nicht mehr antun. Ich hätte zwar Lust zum Spaß zu kicken, aber die Gefahr, dass ich mich erneut schwer verletze und den Gelenken großen Schaden zufüge, ist zu groß. 

Die türkische Nationalmannschaft hat die WM 2018 in Russland verpasst. Woran lag es?

Mansiz: Die Türkei hat sich seit 2002 für keine Weltmeisterschaft mehr qualifiziert. Das ist sehr schade. Es fehlt vor allem an einem guten, strukturierten System zur Nachwuchsförderung. Dazu entsteht im Umfeld der Nationalmannschaft immer wieder Unruhe. Oft wird über die Ausländer-Begrenzung in der Liga diskutiert; ich glaube aber nicht, dass es daran liegt. Das System des türkischen Fußballs ist allgemein nicht gut.

Für die entscheidenden Spiele wurde Emre Belözoglu auch wieder nominiert - einer der Schlüsselspieler beim nächsten TSG-Gegner Basaksehir Istanbul.

Mansiz: Das stimmt. Er bringt eine unglaubliche Erfahrung mit, ist technisch sehr stark und hat eine große Spielintelligenz, aber er ist eben auch schon im Herbst seiner Karriere. Er ist nicht mehr der Schnellste und in den Zweikämpfen nicht mehr so robust. Er spielt bei Basaksehir im Mittelfeld eine zentrale Rolle, ist ein Schlüsselspieler. Er verteilt die Bälle in der Offensive super, aber in der Defensive ist er angreifbar. Vor allem mit Balleroberungen und schnellem Umschalten hat er Probleme. Emre ist ein Spieler, den die TSG im Auge behalten muss, den sie aber auch angehen kann, um Erfolg zu haben.

Dazu kommen Spieler wie Inler, Adebayor und Clichy. Von den Namen her ist der türkische Vize-Meister eine Topmannschaft. Wie schätzt du Basaksehir ein?

Mansiz: Das klingt mit diesen Namen natürlich nach einem absoluten Hochkaräter, aber die türkische Liga ist nicht so stark wie die deutsche. Dennoch muss man sagen, dass die türkischen Topklubs in der Bundesliga mithalten können - dazu gehört auch Basaksehir. Wenn man es ihnen erlaubt, können sie richtig gut kombinieren. Sie sind sehr ballsicher. Aber mit hohem Tempo und viel Druck gegen den Ball kann man sie aus dem Gleichgewicht bringen. Das ist ein Team, das sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat. Sie haben mit Abdullah Avci einen guten Trainer, der das Team vor seiner Zeit bei der Nationalmannschaft trainiert hat, und auch nun wieder betreut. Der Klub setzt auf Konstanz, das ist im schnelllebigen türkischen Fußball selten. 

Wie intensiv verfolgst du den türkischen Fußball?

Mansiz: Ich war Nationalspieler und bin bis heute großer Besiktas-Fan. Deshalb schaue ich immer noch viel türkischen Fußball. Das Nationalteam, die Spiele von Besiktas, aber auch die Champions-League-Qualifikationsspiele von Basaksehir habe ich mir angeschaut. Das Heimspiel sogar live im Stadion. Ich bin schon noch ziemlich nahe dran.

Und wie sieht es mit der TSG aus. Wie siehst du die Entwicklung der Mannschaft unter Julian Nagelsmann in den vergangenen 20 Monaten?

Mansiz: Damals war es eine sehr mutige Entscheidung, einen so jungen Trainer zu engagieren und ihn mit viel Vertrauen auszustatten. Sein Team und er machen tolle Arbeit. Die Mannschaft entwickelt sich ständig weiter. Ich glaube, dass die TSG mit viel Geduld sogar noch einen Schritt nach oben machen kann. Nagelsmann arbeitet sehr innovativ und ich denke, der Klub ist mit ihm auf dem richtigen Weg.

Die TSG ist aktuell Vierter der Bundesliga, Basaksehir liegt in der Türkei auf demselben Platz. Wer setzt sich durch?

Mansiz: Mein Herz schlägt schon für die Türkei, aber man muss realistisch sein. Das Spiel findet bei der TSG statt, die TSG ist zu Hause sehr stark - deshalb gehe ich von einem knappen Sieg der TSG aus.

Vielen Dank für das Interview.

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