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CAMPUS
14.05.2015

U19 gewinnt erstes Halbfinale in Leipzig

Es ist erst die halbe Miete. Aber mit ihrem 3:2 (1:2)-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft bei RB Leipzig hat die U19 ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die Tore erzielten Joshua Mees vor sowie Johannes Kölmel und Johannes Bühler nach der Pause. "Ein schweres Stück Arbeit", sagte TSG-Coach Julian Nagelsmann nach der Partie und atmete tief durch.

Frühstück, Aktivierung beim Vormittagsspaziergang, Mittagessen. Dann machte sich langsam so etwas wie Anspannung bemerkbar. Die Spieler suchten am Billardtisch des Pentahotels im Leipziger Stadtkern Zerstreuung und wirkten entspannt, die Abfahrt in Richtung WM-Stadion, das ins einstige Zentralstadion hineingebaut wurde, rückte immer näher. 

Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff rollte der TSG-Bus durch den Haupteingang der Arena mit ihrer ursprünglichen Fassade aus der DDR-Zeit. Für die meisten Spieler war es ein völlig neues Gefühl, das Aufwärmprogramm in einem derart großen Stadion zu absolvieren, einige waren im Vorjahr beim Auftritt auf Schalke dabei, als sogar über 10.000 Zuschauer die Ränge säumten. In Leipzig waren es „nur“ 4.317, darunter auch 150 TSG-Fans, die morgens um 10 Uhr in drei Bussen an der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena losgefahren waren, sowie der ehemalige Hoffenheimer Chefcoach und heutige RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

Nagelsmann konnte auf den zuletzt zum Profi-Kader zählenden Kapitän Nicolai Rapp zurückgreifen, den er vor der Dreier-Kette im Fünfer-Mittelfeld einsetzte. Auf der Gegenseite schickte RB-Coach Frank Leicht Lukas Klostermann ins Rennen. Der Verteidiger hat in der gesamten Saison ein Spiel für die U19 bestritten und gehörte bis zuletzt zum Zweitliga-Team.

Die Hausherren erwischten den besseren Start. Nach vier Minuten zappelte die Kugel schon im Hoffenheimer Tor, als Kapitän Fridolin Wagner eine Kopfballverlängerung nach einem Eckball am langen Pfosten über die Linie drückte – 0:1. Die Hoffenheimer schüttelten sich kurz und kamen schnell zum Ausgleich, als Philipp Ochs seinen Sturmpartner Joshua Mees bediente und der Leipzigs Schlussmann Alexander Schlager aus zehn Metern tunnelte (16.). 

Nun schien die Nagelsmann-Elf im Spiel zu sein, doch der Nordost-Meister schlug eiskalt zurück. Einen Freistoß aus dem Halbfeld köpfte John-Patrick Strauß von der Strafraumgrenze in Richtung TSG-Tor und überraschte Keeper Dominik Draband mit einer Bogenlampe zur erneuten Führung (20.). Jetzt brauchten die Hoffenheimer etwas, um sich wieder zu sammeln.

In der Schlussphase der ersten Hälfte übernahmen sie dann zwar das Kommando, ließen aber gute Gelegenheiten aus. Mees‘ Kopfball aus kurzer Distanz kratzte Schlager von der Linie, Patrick Kapp nahm die Kugel auf und legte zurück auf den am Elfmeterpunkt lauernden Ochs, der sie aber nicht richtig traf und über das Tor drosch (33.). Rapp mit einem Distanzschuss (39.) und Maximilian Waack mit einem Freistoß an die Latte (43.) sorgten für Gefahr, doch zum ersten Mal seit Anfang Februar musste Nagelsmann die Pausenansprache bei einem Rückstand halten.

Die Hoffenheimer kamen sehr zurückhaltend aus der Kabine. Der Start in den zweiten Abschnitt gehörte klar den Hausherren. Doch mit dem ersten Angriff nach einer knappen Stunde kam die Nagelsmann-Elf zum Ausgleich. Der Trainer hatte gerade mit Johannes Kölmel eine frische Offensivkraft eingewechselt, und die schlug nach starker Vorarbeit von Mees, der mehrere Leipziger abschüttelte, zum 2:2 zu. Etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt, aber nicht unverdient.

Und jetzt waren die Hoffenheimer da. Öztürk unterband mit einem Pressschlag die Spieleröffnung der müder werdenden Leipziger, der Ball landete bei Kölmel, der auf Bühler durchsteckte – 3:2! Der Rechtsverteidiger zimmerte die Kugel unter die Latte und versetzte den „Roten Bullen“ den K.o.-Schlag. In der Schlussphase hätten die Hoffenheimer noch den einen oder anderen Konter setzen können, es blieb aber beim 3:2. 

"Die erste Halbzeit war nicht gut", so Nagelsmann nach der Partie. "Die Jungs haben lange gebraucht, um sich an den Gegner und die Kulisse zu gewöhnen. Im zweiten Abschnitt ist uns das dann besser gelungen." Jetzt gilt es, drei Tage durchzuschnaufen. Am Montag, 20:15 Uhr, steigt im Dietmar-Hopp-Stadion das Rückspiel. Spannung ist garantiert, denn die Auswärtstorregel gilt nicht und Leipzig hat das Potenzial, noch einmal in dieses Duell zurückzukommen.

RB Leipzig – TSG 1899 Hoffenheim 2:3 (2:1) 

Leipzig: Schlager – Klostermann, Reddemann, Strauß, Osmani (78. Demirovic), Wagner, Mauer, Sucsuz, Endres (65. Dzalto), Barylla, Vogel (46. Mäder).

Hoffenheim: Draband – Bühler, Rossipal, Kapp, Hoffmann, Rapp (58. Kölmel), Waack (90. Teufel), Sessa (73. Beck), Mees (85. Morina), Öztürk, Ochs.

Tore: 1:0 Wagner (4.), 1:1 Mees (16.), 2:1 Strauß (20.), 2:2 Kölmel (59.), 2:3 Bühler (69.). Zuschauer: 4.317. Schiedsrichter: Lasse Koslowski. Karten: Gelb für Endres / Rapp, Bühler.

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