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U23
15.02.2012

U23: Namibia, Tag 8 / Besuch beim Botschafter und in Havana

Das Trainingslager der U23 in Windhoek/Namibia neigt sich dem Ende entgegen. Höchste Zeit, dem deutschen Botschafter einen Besuch abzustatten und sich mit voller Konzentration auf das dritte und letzte Testspiel am Donnerstag gegen die namibische U23-Nationalmannschaft vorzubereiten.

Nach dem zweitägigen Kulturprogramm in Swakopmund stand am Mittwoch wieder der Fußball im Mittelpunkt. Während die Jungs bei brütender Hitze ordentlich ins Schwitzen gerieten, folgte Teamleiter Thomas Gomminginger der Einladung des deutschen Botschafters Egon Kochanke. Mit von der Partie war auch Lutz Pfannenstiel. Der Hoffenheim-Scout hatte mit seinen Kontakten den Aufenthalt im Südwesten Afrikas überhaupt erst möglich gemacht.

Gomminginger gab dem Botschafter einen kurzen Überblick über die bisherigen Erlebnisse und berichtete vom Besuch in der Suppenküche, in der Grundschule im Stadtteil Eros oder im SOS Kindergarten im Stadtteil Khomasdal. „Aber natürlich ist es in erster Linie ein sportliches Trainingslager und wir haben hier eine gute Infrastruktur vorgefunden. Die Bedingungen sind optimal, ebenso die Unterkunft im Hilton Hotel. Die Spieler nehmen hier sehr viel mit.“ Kochanke freute sich natürlich über die lobenden Worte: „Es ist prima, dass Hoffenheim hier ist und auch seine soziale Ader zeigt. Es ist immer schön zu sehen, wenn neben der Kirche oder den Rotariern auch andere Organisationen aktiv helfen und eventuell auch die Tür nach Namibia auch für andere Vereine öffnen.“ Denn, so Kochanke weiter, auch wenn es im Gegensatz zu anderen afrikanischen Nationen nahezu überall Fernsehen, Strom oder funktionierende Geldautomaten gebe, so sei Namibia immer noch ein armes Land. „Für die Hoffenheimer Hilfe bin ich als Botschafter sehr dankbar und ich hoffe, dass hier etwas begonnen wurde, das sich weiterentwickelt.“

Lutz Pfannenstiel stelle dem Botschafter derweil sein aktuelles Projekt vor, das am 17. März ein Benefizspiel seines Vereins Global United FC im Sam Nujoma Stadium zugunsten des Klimaschutzes vorsieht. „Unser Ziel ist es, das Stadion erstmals voll zu kriegen.“ Global United ist der erste gemeinnützige Fußball-Förderverein, der sich dem nachhaltigen und sozialen Klimaschutz verschrieben hat. Er setzt sich gegen das schädliche Eingreifen des Menschen in das ökologische Klimagleichgewicht ein und versucht, mit seinen prominenten Spielern, die an außergewöhnlichen Orten auflaufen, Aufmerksamkeit zu erregen. So soll etwa vor der Partie im Nujoma-Stadion auch eine Partie in den Dünen von Swakopmund organisiert werden. Zu der langen Reihe von ehemaligen Weltstars aus allen Kontinenten gehören unter anderem Jari Litmanen (Finnland), Rinat Dassajev (Russland/UdSSR), Ronald de Boer (Niederlande) und Jean-Marie Pfaff (Belgien) aus Europa sowie Wynton Rufer (Neuseeland), Giovane Elber (Brasilien), José Luà­s Chilavert (Paraguay) oder Mustapha Hadji (Marokko). Der bekannteste namibische Spieler ist Collin Benjamin (ehemals Hamburger SV), aus Deutschland sind unter anderem Guido Buchwald, Andy Brehme, Ulf Kirsten und Oliver Neuville an Bord. Die Erlöse aus den Events, Aktionen, Spenden oder andere Zuwendungen werden für präventive Programme für die Erziehung und zur Unterstützung eines ressourcenschonenden Verbrauchs und alternativer Methoden verwendet.

Am Nachmittag nahm der Hoffenheimer Mannschaftsbus Kurs auf Havana, einem Armenviertel im Nordwesten der Stadt, in dem sich unkontrolliert Wellblechhütte an Wellblechhütte reiht und das sich immer weiter ausdehnt. Eine dieser notdürftigen Behausungen, in der bis zu achtköpfige Familien auf geringster Fläche wohnen und teilweise auf dem Boden schlafen, wurde dabei unter Augenschein genommen, während Pfannenstiel dem Trainerteam von dem Teufelskreis berichtete, in dem sich die Menschen hier befinden. Am direkt angrenzenden „Fußballplatz“ trafen die Hoffenheimer dann die hier lebenden Kinder und Jugendlichen, die gerade von der Schule kamen. Jeden Freitag und Samstag kommen hier bis zu acht Mannschaften zusammen, losen einen Turnierplan aus und spielen eine inoffizielle Meisterschaft vor bis zu 1.000 Zuschauern aus. Für das Team von Mshasho (Pistole) FC hatten die Hoffenheimer drei Bälle und mehrere Trikots im Gepäck, zudem durfte sich der Keeper der Mannschaft über neue Torwandhandschuhe freuen. Auch hier, wie bei den Besuchen zuvor, wies Trainer Frank Kramer auf die Bedeutung von Schule und Bildung hin, um vielleicht den Weg aus dem Armenviertel heraus in eine rosigere Zukunft zu bewerkstelligen. Auf der Rückfahrt kam der Bus unter anderem an einem kleinen Zirkuszelt vorbei, das als Kirche dient, sowie an einem Kindergarten, in dem ein gesponserter Fernseher steht, der für einen regelmäßigen großen Auflauf sorgt.

Auf der Sportanlage des SK Windhoek stand am Nachmittag erstmals auf dem Hauptfeld die zweite Einheit des Tages an. Nach knapp einer Stunde mischten sich Nachwuchskicker des SKW ins Training ein und wurden an mehreren Stationen von den U23-Spielern angeleitet. Auch für sie gab es Präsente in Form von Sportkleidung des Hoffenheimer Ausstatters PUMA. Während die Spieler anschließend erschöpft in Richtung Hotel weiterfuhren, legten Kramer und Co-Trainer Otmar Rösch noch 45 Minuten drauf.

Testspiele:

SKW/Ramblers – 1899 Hoffenheim U23 2:3 (0:2)

Black Africa – 1899 Hoffenheim U23 3:1 (1:1)

Donnerstag, 16. Februar: Namibia U23 – 1899 Hoffenheim U23 (18 Uhr Ortszeit)

Wussten Sie, dass…

... Namibia in etwa so groß ist wie die Türkei?

… dass die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel entgegengesetzt zu den europäischen sind?

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