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U23
14.02.2012

U23/Namibia: Das Team hinter dem Team (1) – Der Videoanalyst

Seit dem 8. Februar befindet sich die U23 mit Unterstützung von „Air Namibia“ und des „Namibia Tourism Board“ im Trainingslager in Windhoek. Damit Trainer Frank Kramer neben den perfekten organisatorischen Bedingungen auch sportlich auf höchstem Niveau arbeiten kann, benötigt er einen starken Stab. Wir stellen das Team hinter dem Team vor.

Während sich die Spieler noch aufwärmen, sucht Christopher Vivell auf der Anlage des SK Windhoek nach einem geeigneten Plätzchen, baut sein Stativ auf und montiert die Kamera. Die Videoanalyse ist wichtiger Bestandteil und nicht mehr wegzudenkender Teil des modernen Fußballs. Vivell, 25, zeichnet die relevanten Einheiten auf und liefert Kramer somit die Grundlage für die Nachbesprechungen. Seine eigentliche Arbeit beginnt aber erst danach. Denn das gedrehte Material muss gesichtet, entsprechend geschnitten und aufbereitet werden – nicht nur nach den Trainingseinheiten, sondern natürlich auch und vor allem nach den Spielen. „Entsprechend unserer Spielphilosophie packe ich alle relevanten Szenen in eine Präsentation, anhand derer der Coach die Jungs ständig verbessern kann“, erklärt der 25-Jährige. Das Schneiden erfolgt nach eigener Intuition und immer nach Rücksprache mit Kramer, der Vivell auf wichtige Szenen hinweist.

Bei den Besprechungen werden Verbesserungsmöglichkeiten im mannschaftstaktischen Bereich visualisiert. „Wir machen aber auch individuelle Analysen mit den Spielern“, so Vivell, der bei allen Begegnungen auch bei der Pausenansprache anwesend ist und den Trainer über auffällige Dinge informiert, die er von seiner erhöhten Position wahrgenommen hat. Es geht in seiner täglichen Arbeit zwar in der Hauptsache, aber nicht ausschließlich um Fehleranalyse. Vivell, der sich im Trainings- und Geschäftsstellenzentrum in Zuzenhausen ein Büro mit Profi-Analyst Johannes Spors teilt und viel von ihm gelernt hat, kümmert sich auch um gezielte Spielvorbereitung, also Gegneranalyse, oder dreht Motivationsvideos. Was das Erfassen taktischer Elemente angeht, profitiert der Karlsruher davon, dass er ab und an selbst aktiv am Training teilnimmt. Als ehemaliger Jugendspieler von 1899 Hoffenheim (als A-Junior wechselte er später zum KSC) und nach fünfeinhalb Jahren Oberliga Baden-Württemberg beim ASV Durlach ist er dabei mehr als nur ein Sparringspartner.

Vivell kam im Sommer 2010 als Praktikant der achtzehn99 AKADEMIE nach Hoffenheim, nachdem er sich bereits beim Badischen Fußball-Verband als Spielanalyst erste Sporen verdient hatte. Durch die freigewordene Stelle im U23-Bereich ging sein Praktikum nahezu nahtlos in eine Festanstellung (seit August 2011) über. Zu seinem Equipment in Namibia gehören neben einem leistungsfähigen Laptop, dem Stativ und der Kamera auch zahlreiche Akkus, externe Festplatten, ein Beamer sowie ein Laser Pointer. Mittlerweile klappt alles reibungslos. „Das war aber nicht immer so, am Anfang hat dauernd irgendwas nicht funktioniert“, schmunzelt Vivell. Von streikenden Laptops oder leeren Akkus kann er Lieder singen. Glücklicherweise hat er mit Kramer ein hervorragendes Verhältnis. „Wir haben ja mehr oder weniger zusammen unseren Job in Hoffenheim angetreten“, sagt der Videomann. „Das verbindet.“

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