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PROFIS
13.08.2012

Rudy: „Ich empfinde es als große Wertschätzung“

In der Vorbereitung war Sebastian Rudy zumeist mit der Kapitänsbinde um den Oberarm auf dem Platz zu sehen. Letztlich entschied sich Markus Babbel aber für den erfahrenen Tim Wiese als Kapitän. Rudy darf sich aber über eine Berufung in den Mannschaftsrat freuen. „Ich empfinde es als große Wertschätzung des Trainers“, sagt der 22-Jährige im Interview mit achtzehn99.de.

Sebastian, das Nummernschild des nagelneuen Mannschaftbusses ziert nicht mehr die Abkürzung „RR“ sondern „EL“. Hast du eine Idee wofür das steht?

(lacht) Europa League würde ich mal sagen. Stimmt das?

Ja, richtig. Als Profi braucht man schließlich Ziele, um sich weiterzuentwickeln. Markus Babbel hat die Europa League schon zu Beginn der Vorbereitung als Vorgabe ausgegeben. Ist schon so etwas wie Aufbruchsstimmung zu spüren innerhalb der Mannschaft?

Der Trainer hat seine Erwartungen an die Mannschaft in seiner Ansprache klar formuliert. Das ist bei jedem angekommen. Wir ziehen alle an einem Strang und arbeiten hart für unser Ziel. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft. Man hat das Gefühl, dass vom Busfahrer über den Koch bis hin zu uns Spielern alle hinter diesem Ziel stehen und jeder seinen Beitrag leisten möchte. Eine Saison wie im vergangenen Jahr wollen wir nicht nochmal erleben.

Um erfolgreich zu sein, braucht es auch einen Kapitän, der die Richtung mit vor gibt. Dieser heißt nun Tim Wiese…

...Tim war von Anfang an akzeptiert und angesehen innerhalb der Mannschaft. Er verfügt über enorm viel Erfahrung, national wie international. Er wird das Amt des Kapitäns sicherlich gut ausfüllen. Wir werden ihn natürlich dabei unterstützen.

Unterstützung bekommt er vom Mannschaftsrat, dem du gemeinsam mit Marvin Compper, Sejad Salihovic, Fabian Johnson und natürlich Tim Wiese angehören wirst. Warst du überrascht über das Vertrauen des Trainers?

Ernsthaft damit gerechnet habe ich nicht. Ich empfinde es aber als große Wertschätzung des Trainers, über die ich mich sehr freue. Natürlich lastet mit dieser Aufgabe auch mehr Druck auf einem, aber ich hatte ja in einigen Testspielen die Ehre, die Binde am Arm zu tragen und konnte mit diesem höheren Druck ganz gut umgehen.

Einige empfinden es als Bürde, die Binde am Arm zu tragen. Hattest du damit überhaupt keine Probleme?

Am Anfang habe ich schon gemerkt, dass mehr Verantwortung auch eine Last bedeuten kann, die man auf dem Platz mit sich herumträgt. Aber man gewöhnt sich schnell daran, mehr im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Ich bin ein eher ruhiger Zeitgenosse und muss noch mehr aus mir herausgehen, dirigieren und meinen Mitspielern helfen. Das hat in den letzten Spielen schon ganz gut geklappt. Vielleicht lag es ja an der Binde. Daran muss ich auch ohne das Kapitänsamt anknüpfen.

Die Konkurrenz auf der Sechserposition ist enorm. Mit dem Brasilianer Chris sind es nun schon fünf Spieler, die einen Platz in der Startelf für sich beanspruchen. Wie siehst du deine Chancen, in der Bundesliga wieder deinen festen Platz unter den ersten Elf zu finden?

Zunächst spricht es doch absolut für uns, dass sich jeder hinterfragen und täglich im Training beweisen muss. Durch die Konkurrenzsituation kann jeder nochmal ein paar Prozent mehr aus sich heraus kitzeln. Letztlich hat dann der Trainer das letzte Wort. Er muss entscheiden, wer am besten für die Mannschaft ist. Ich versuche mich für die Startelf zu empfehlen und hoffe, dass ich dann auch wieder spielen werde.

Die Vorbereitung neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Wie fällt dein Fazit der langen und intensiven Vorbereitung aus?

Noch haben wir zwei, drei heiße Wochen vor uns, in denen wir noch mal alles mobilisieren und aus uns herausholen müssen. Bislang war es für mich die längste und auch härteste Vorbereitung, die ich je mitgemacht habe. Es waren viele Einheiten dabei, gerade im Trainingslager in Füssen, da musste man über die körperlichen Grenzen hinausgehen. Wir haben uns aber hohe Ziele gesteckt, dafür muss man auch was tun.

In zwei Wochen geht es im Borussia Park endlich wieder um drei Punkte. Wie groß ist die Vorfreude auf den Bundesliga-Start?

Sehr groß. Die Amateurstadien haben zweifellos ihren Reiz, aber die Stimmung in den ausverkauften Bundesliga-Stadien ist doch das, was den Fußball ausmacht. Wir haben in der letzten Saison in Mönchengladbach die Wende zum Positiven herbeigeführt. Dieses Mal geht es „nur“ darum, mit einem Dreier gut in die Saison zu starten.

Natürlich müssen wir dich noch nach deinem Meistertipp fragen...

...Bayern hat in der letzten Saison einige Rückschläge hinnehmen müssen. Aber ich denke, dass sie daraus gestärkt hervorgehen werden und gemeinsam mit Dortmund um die Meisterschaft kämpfen. Dahinter wird es sicherlich eng. Da möchte ich keine Prognose abgeben.

Und wo landet Hoffe?

Das ist ja klar: in der Europa League.

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