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11.04.2012

Hoffenheim besiegt den Heimfluch – 4:0 gegen den Hamburger SV

Es darf wieder gejubelt werden in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena. Vor 27000 Zuschauern besiegte die TSG 1899 Hoffenheim am Mittwochabend den Hamburger SV deutlich mit 4:0 (2:0) und beendete eine schwarze Serie von neun sieglosen Partien in Serie vor heimischem Publikum.

Die ganze Fußballwelt schaute am Mittwochabend nach Dortmund zum Meisterduell zwischen Klopps Borussia und Rekordmeister Bayern München. 27.000 Zuschauer zogen es dennoch vor ihrer TSG die Daumen zu drücken und trotzten der Versuchung eines Fußballleckerbissens vor dem heimischen Fernseher. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Babbel veränderte seine Startelf auf zwei Positionen. Sebastian Rudy kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Startelf an die Stelle von Daniel Williams. Zudem ersetzte Jannik Vestergaard den Ghanaer Isaac Vorsah, der mit Adduktorenproblemen zuschauen musste. Der HSV, der mit Dennis Aogo, Dennis Diekmeier und Slobodan Rajkovic gleich auf drei Verteidiger verzichten musste, knüpfte in der Anfangsphase an die zuletzt positiven Auftritte in der Fremde an.

HSV schwungvoll, Hoffenheim in Führung

Keine Minute war gespielt, als Starke seine ganze Klasse aufbieten musste, um gegen Sala in höchster Not zu klären (1.). Hoffenheim brauchte die Anfangsviertelstunde, um in die Partie zu finden und HSV-Keeper Drobny zu ersten Parade zu zwingen. Boris Vukcevic prüfte den Schlussmann mit einer Hereingabe, die sich gefährlich in Richtung Tor senkte. Die anschließende Ecke von Rudy schien bereits von Sala geklärt, doch Tobias Weis köpfte den Ball zurück an den Elfmeterpunkt, wo Youngster Jannik Vestergaard das Leder artistisch ins Tor beförderte (17.) – das zweite Saisontor des Dänen.

7 von 7 – Salihovic trifft vom Punkt

Hoffenheim setzte weiter nach. Insbesondere der lauf- und kampfstarke Sven Schipplock beschäftigte die HSV-Abwehr unentwegt. So auch in der 24. Minute, als er einen scheinbar verlorenen Ball HSV-Verteidiger Heiko Westermann vom Fuß spitzelte und nach einer Berührung zu Boden ging. Schiedsrichter Markus Wingenbach blickte zu seinem Assistenten, der aufgeregt mit seiner Fahne wedelte – Strafstoß für Hoffenheim. Sejad Salihovic legte sich den Ball zum sechsten Mal in dieser Spielzeit auf den Elfmeterpunkt, nahm drei Schritte Anlauf und ließ Drobny keine Abwehrchance. Es war Saisontor Nummer neun für den Bosnier (25.). Die Weichen für den ersten Bundesliga-Heimsieg seit dem 22. Oktober des vergangenen Jahres waren früh gestellt.

Weis fehlt gegen Freiburg

Das Spiel wurde nun etwas ruppiger. Zunächst holte sich Tobias Weis seine 5. Gelbe Karte ab und fehlt somit im Baden-Derby gegen den SC Freiburg (32.), drei Minuten später wanderte auch Ivo Ilicevic ins Notizbuch des Unparteiischen nach einem rüden Foul an Vestergaard (35.). Die Hanseaten versuchten den Schock des Doppelschlags abzuschütteln, was ihnen bis zur Pause nicht so recht gelingen wollte. Die Hoffenheimer standen kompakt in der Defensive, boten den Gästen kaum Räume und blieben stets bei Kontern gefährlich. Doch wie schon am vergangenen Samstag gegen die „Roten Teufel“ wurden die Tempogegenstöße nicht mit letzter Konsequenz zu Ende gespielt. Zunächst…

TSG legt nach

Fink hatte genug gesehen. Zur Pause wechselte der HSV-Coach zweimal aus. Mladen Petric ersetzte den glücklosen Arslan und Sala musste für Gökhan Töre weichen. Wie schon in Hälfte eins fanden die Hanseaten zunächst besser in die Partie. Zwei Minuten nach Wiederbeginn klatschte ein Kopfball von Kacar an die Querlatte (47.). Der Aluminium-Treffer war das Hallo Wach für die TSG. Fabian Johnson setzte 120 Sekunden später zum Sololauf an, umspielte den ersten, ließ auch den zweiten Gegenspieler wie eine Fahnenstange stehen, visierte die lange Ecke an und schob flach ins Eck. Die Vorentscheidung nach 51 Minuten. Die Fans tolerierten die Vorstellung ihrer Lieblinge mit stehenden Ovationen. Hoffenheim stellte den Betrieb aber nicht ein, spielte weiter munter und zielstrebig nach vorne. Die HSV-Fans sahen sich an die erste Niederlage gegen Hoffenhein erinnert, als man damals noch im Carl-Benz-Stadion eine schmerzhafte 0:3-Niederlage einstecken musste.

Schipplock krönt seine Leistung

Die TSG schoss sich nun den ganzen Frust von zuletzt neun sieglosen Heimspielen vom eigenen Leib. Vukcevic eroberte sich den Ball am gegnerischen Strafraum, legte ab auf Schipplock, der hatte alle Zeit der Welt, um sich den Ball auf den starken rechten Fuß zu legen und Drobny mit einem platzierten Flachschuss ins kurze Eck zu überwinden (58.). Nach gut einer Stunde war Schluss für den Mittelstürmer. Er verließ unter tosendem Applaus den Rasen. Edson Braafheid kam in die Partie. Beim Hoffenheimer Anhang war die Erleichterung spürbar. Lange mussten sie auf den vierten Heimsieg in dieser Saison warten, den sie nun ausgiebig feierten.

Dortmund trifft, die Arena jubelt

Hoffenheim schaltete in der Schlussviertelstunde einen Gang zurück und überließ dem HSV die Spielkontrolle. In der 78. Minute wäre den Hamburgern so beinahe der Ehrentreffer gelungen, doch Ilicevic war bei Jansens Hereingabe einen Kopf zu klein. Eine Minute später brandete noch einmal Jubel auf in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena. Doch es war kein weiterer Treffer der TSG gefallen, die Zuschauer bejubelten das Führungstor der Borussia im Meistergipfel gegen die Bayern. Es sollte der letzte Aufreger gewesen sein. Hoffenheim klettert durch den 4:0-Erfolg auf den 9. Tabellenplatz und kann den Blick nun endgültig nach oben richten. Der Meisterkampf scheint nach dem Sieg der Borussia entschieden. Für Hoffenheim geht es nun am nächsten Sonntag, 17.30 Uhr beim SC Freiburg um die nächsten Bundesliga-Punkte.

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